Wie ich meine Work Life Balance langsam in den Griff bekommen habe

work life balance

Es ging an vielen Tagen drunter und drüber. Phasenweise war ich sogar so weit, dass ich manche Mails tagelang nicht berührte, weil ich einfach die Zeit nicht dafür fand. Und dabei bin ich selbst jemand, der es total unangenehm findet, auf eine Antwort warten zu müssen. Doch mittlerweile habe ich seit einigen Wochen meine Work Life Balance im Griff - so richtig. Ich schaffe meine Arbeit. Habe mehr Freizeit. Und beides, ohne dass ich mir Stress machen muss. Wie ich das geschafft habe, zeige ich euch in den folgenden Zeilen..

Ich bin mein eigener Chef und nur ich bestimme, was in meinem Kalender steht. Doch das zu lernen, war nicht einfach...

Schritt für Schritt zu meiner Work Life Balance

# 1 Arbeit reduzieren

Ich musste lernen, dass man nicht immer zu allem ja sagen muss. Wenn man mit Aufträgen voll ist, dann ist das so. Dann kann man nicht, weil man dem Kunden nicht vor den Kopf stoßen will, doch noch "den einen" annehmen, obwohl man genau weiß "Das gibt wieder einen langen Abend..."
Nein sagen. Mittlerweile fällt es mir einfacher und hat mir gezeigt, dass sich mein Leben dadurch ein wenig entspannt hat - und dabei keine finanziellen Einbußen entstehen. Im Gegenteil...
Mittlerweile habe ich zwei To Do Listen, die mir das Leben vereinfachen. To Do Ist nutze ich nach wie vor für alle Aufgaben, die für mein Business wichtig sind. Dann habe ich als zweite Liste Wunderlist für all die Sachen, die in den Freizeit- und Blogbereich fallen.
 
Ich habe durch die klare Aufteilung wesentlich mehr Übersicht, lasse mir wichtige Deadlines per E-Mail zusenden und plane zudem jeden Sonntag meine Liste für die kommende Woche und schaue jeden Tag als letzte Tätigkeit meiner Arbeit nach, ob noch alles in der Liste stimmt oder ich Aufgaben verschieben oder anders priorisieren muss. Seitdem ich dies so mache, habe ich keine zeitlichen Probleme mehr! Zudem plane ich meine berufliche To Do Liste so, dass ich maximal 4 Stunden am Tag damit beschäftigt bin. Das klingt jetzt zwar so, als würde ich kaum was arbeiten, hat aber einen Hintergrund. Ich arbeite jeden (!) Tag länger, habe es aber so geschafft, dass ich wirklich nur dann noch neue Projekte annehme, wenn ich weiß, dass ich sie auch schaffen kann. Denn das manchmal Unerwartetes dazwischen kommt, hat mir schon oft das Genick gebrochen. So saß ich letzten Freitag den ganzen Vormittag mit meinem Hund beim Tierarzt - wegen einer Ähre, die nicht aus dem Ohr raus wollte und unter Narkose entfernt werden musste...
 
Fakt ist: Unerwartetes tritt oft dann ein, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Hätte ich meine Woche nicht so gut geplant und vieles schon so früh erledigt, hätte ich nach dem Tierarzt echt Probleme mit der Arbeit gehabt (und wer kann sich nach so einem Morgen noch konzentrieren?).

# 2 Planung ist das halbe Leben

# 3 Early Bird

Früh aufstehen war noch nie ein Problem für mich. Doch wie es oft so ist, schleichen sich irgendwann Prozesse ein, die man nur schwer wieder beseitigen kann. Als Freiberufler bin ich an keine Arbeitszeiten gebunden und meinen Kunden ist es egal, ob ich einen Text am Dienstag um 16 Uhr schreibe oder am Sonntag um 9 Uhr. Dadurch fing ich irgendwann an, einfach auszuschlafen. Das war zwar auch nie länger als bis 7 oder maximal 8 Uhr, aber bis ich dann wirklich am Schreibtisch saß, war es oft schon 9 Uhr oder später. Der halbe Morgen also um.
 
Ich beschloss bewusst, morgens wieder früher aufzustehen und stellte mir den Wecker auf 6 Uhr. Dachte ich. Irgendwie muss ich nochmals auf die Taste gekommen sein, denn mein Wecker klingelte, ich stand auf, ging in die Küche und stellte fest, dass es erst kurz vor 5 Uhr war. Wach war ich aber nun. 
 
Meine Early Bird Routine hat sich seit diesem Morgen drastisch geändert, denn ich habe festgestellt, dass ich verdammt viel erledigt bekomme, wenn ich um kurz nach 5 Uhr am Schreibtisch sitze. Es trudeln keine Mails ein, die Welt "da draußen" schläft noch und so arbeite ich mittlerweile immer öfter von 5 bis um 8 Uhr durch und mache mich erst anschließend fertig für den Tag. Ich habe schnell gemerkt, dass ich in diesen paar Stunden morgens mehr erledigt bekomme, als an manchen Tagen, an denen ich wesentlich länger am Schreibtisch sitze - dafür aber zu späteren Uhrzeiten. Dann klingelt das Telefon, eine Kunden-Mail trudelt ein, im Haushalt muss noch dieses oder jenes gemacht werden... das alles und auch die Gedanken an Sachen, die noch zu erledigen sind, habe ich so früh morgens noch nicht. 
Dass ich im Prioritäten setzen schon immer eine große Hilfe gefunden habe, hat mir auch im Bereich der Work Life Balance weitergeholfen. Manch einem wird es vielleicht aufgefallen sein, dass in letzter Zeit seltener Beiträge kamen. Fakt für mich ist, dass ich gelernt habe:
a) ich poste nur noch dann, wenn ich Zeit und Lust habe - und nicht mehr dann, wenn ich denke "ich muss mal wieder, weil der letzte Beitrag schon x Tage her ist..." 
b) ich lese und kommentiere (!) andere Blogs nur noch dann, wenn ich Lust darauf habe und in dieser Zeit nichts anderes für mich wichtiger ist - und nicht mehr dann, wenn ich denke "ich muss den Beitrag lesen und ich muss kommentieren, weil man das so macht und erwartet..." 
c) Twitter ist nett, aber momentan habe ich einfach keine Lust aufs Zwitschern - auch wenn Aktivität das A + O ist, aber mich aktuell mit einem neuen Buch in die Sonne zu legen, hat einfach mehr Priorität
d) der Blog ist mir wichtig, aber da er nicht meine Haupteinnahmequelle ist, ist er für mich nicht oberste Priorität - und dennoch ein geliebtes Hobby das mir Freude macht und mich glücklich stimmt, wenn ich sehe, dass anderen meine Beiträge gefallen und sie lesen oder kommentieren 
e) interessanterweise hat mir auch meine Checkliste zum Aussortieren schon oft geholfen, wenn ich vor der Frage stand: Wichtig oder Unwichtig? Kann das weg oder widme ich dem meine Zeit?

# 4 Prioritäten

Was tut ihr, um eure Work Life Balance im Griff zu haben und welche Tipps habt ihr noch?

7 Comments

  • Lila 28. Juni 2017 at 9:49 am

    Früh aufstehen wird überbewertet. Wenn man morgens produktiv ist soll man es tun – wenn man abends produktiv ist steht man später auf und geht später ins Bett. Am liebsten würde ich jeden Tag um 11 aufstehen und bis 23h durchackern aber leider machen mir die Wächter und Öffis nen Strich durch die Rechnung dass ich um 20h aufhören muss. Also steh ich um 8 auf und quäl mich bis 12 herum…

    Ich finds grausam was das Internet von einem erwartet. Ich hatte in den letzten zwei Wochen extrem viel zu tun und war weniger am Netzwerken. Am Wochenende fand ich Zeit dafür aber mein Post lam bei den meisten leuten nicht an. Er wurde herausgefiltert weil andere öfter schreiben. Wtf?

    Meine Work Life Balance ist gerade aus dem Ruder gelaufen… Ich hab gerade zu viele Pflichten und viele Soll-Termine. Wenn ich letzteres verschiebe tue ich mir keinen Gefallen. Bloggen ist sas einzige was ich so nebenbei tue aber mir fehlt etwas was mich glücklich macht.

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    • Sonja 29. Juni 2017 at 2:33 pm

      Im Grunde hast du Recht, mein „Problem“ ist nur, dass ich am Nachmittag/Abend nicht die Zeit und Ruhe habe, wie ich sie am Morgen habe. Tagsüber ist irgendwie immer etwas und sei es nur der Haushalt der gemacht werden muss oder die Hunde oder Freunde… Tagsüber lasse ich mich zudem auch gern mal ablenken, das fällt bei mir am Morgen komplett raus 🙂

      Ich habe deine letzten Beiträge auch noch nicht gelesen, am Wochenende mag ich da mal wieder reinschauen 😉

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  • shadownlight 28. Juni 2017 at 6:47 pm

    Hey, ich halte mich an die Dinge die du beschreibst und achte auch bewusst auf Pausen.
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 29. Juni 2017 at 2:31 pm

      Pausen sind auch echt wichtig 🙂

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  • Tabea 28. Juni 2017 at 7:53 pm

    Mh, also das mit der Work-Life-Balance funktioniert bei mir irgendwie nicht. Ich habe das Gefühl, keine Freizeit mehr zu haben und muss quasi immer lernen, falls ich doch mal eine Minute finde. Es ist grausam und im Moment hasse ich mein Studium wirklich dafür, dass es mir das antut.
    Ich fahre zwar jeden Tag zum Pony, aber ich kann das manchmal gar nicht genießen in der Hektik und brauche es mehr, um mich quasi mental am Leben zu halten, wenn ich tagelang nur den Hörsaal sehe.

    Meine Arbeit kann ich leider nicht reduzieren. Die Vorlesungen sind Pflichtveranstaltungen und wenn ich nicht lerne, dann schaffe ich die Klausuren nie im Leben.
    Maximal vier Stunden geplante Arbeit am Tag klingen nach einem Traum… wenn man allein schon 6-12 Stunden Hochschule an den meisten Tagen hat. Ich plane gerne eine Stunde lernen ein, wenn ich weniger Vorlesungen habe – aber meist werden daraus auch 2-3, weil ich erst aufhören „kann“, wenn ich wirklich fertig bin. Alles, was ich anfange, soll irgendwie auch abgeschlossen werden.

    Dass ich morgens produktiver bin, habe ich auch gemerkt – und stehe seit ca. 1,5 Jahren NIE nach sechs Uhr auf, es sei denn, ich war feiern. Meist ist es aber auch am Wochenende zwischen 5:00 und 5:30.

    Prioritäten habe ich auch setzen müssen – auf Lernen und Reiten. Der Blog ist das, was nebenher laufen muss – Texte entstehen auf dem Weg zur Hochschule, formatiert und sowas wird beim Essen. Anders geht es nicht, aber ich liebe dieses Hobby, dass ich ohne nicht leben will.
    Dafür nähe ich kaum noch, komme nicht mehr zum Schreiben und Malen, fotografiere kaum noch, sehe meine Freunde und Familie selten und finde nicht so oft wie ich gern würde Zeit zum Putzen 🙁

    Liebe Grüße

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    • Sonja 29. Juni 2017 at 2:31 pm

      Das mit den 4 Stunden ist ja nur Planung, ich arbeite ja immer länger^^ So früh aufstehen ist nur in der Woche so bei mir. Am Wochenende stelle ich mir bewusst keinen Wecker. Da wird es dann selten länger als 8, aber das gönne ich mir dann auch 🙂

      Zu gewissen Sachen nicht kommen, kenne ich selber. Das war einer der Punkte, warum ich so dringend etwas ändern wollte.

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  • Mein Schreibzimmer - ein Zimmer nur zum Schreiben? (Blogparade) 14. Juli 2017 at 1:21 pm

    […] die Tatsache, dass mir in meinem Schreibzimmer an manchen Tagen die Decke auf den Kopf fällt. Als Freiberuflerin arbeite ich alleine – den ganzen Tag. Da gleichen Telefonate oder das Radio die fehlenden […]

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