Work-Life-Balance – mehr als eine Definition im Wörterbuch

Work Life Balance

Die Work-Life-Balance ist laut Wikipedia ein Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Seit dem 01.07.2016 bin ich nun selbstständig und als ich heute mit meinem Hundekind spazieren war, ist mir genau diese Frage in den Sinn gekommen: Work-Life-Balance…lebe ich sie und wie fühlt sich das eigentlich an?

Bis zum 30.06.2016 gab es diesen Einklang zwischen Arbeits- und Privatleben nicht bei mir. Da war ich 9 Stunden im Büro, kam nach Hause und habe mich erneut hinter den Schreibtisch geklemmt – nicht selten bis Mitternacht. Dieses „Leben“ habe ich fast 9 Monate lang geführt und nun, wo ich den Stress des einen Jobs nicht mehr habe und mich voll und ganz auf mein Business konzentrieren kann, kann ich nur sagen: ich fühle mich müde und ausgelaugt.


Wenn der Körper in den Ruhemodus schaltet

Ich habe es damals schon beschrieben und schon damals über das Wunderwerk „Körper“ gestaunt. Solange er funktionieren muss, tut er es auch, aber wehe man gönnt ihm ein bisschen Pause. Das ist wie mit dem schönen Beispiel: …den Finger hinstrecken und genau zu wissen, dass gleich die ganze Hand genommen wird.

In den letzten Tagen habe ich viel und für meine Verhältnisse lange geschlafen (bis um 9 Uhr^^), habe mich am Wochenende sogar einmal am Mittag hinlegen müssen, weil einfach nichts mehr ging und nun? Nun sitze ich am Schreibtisch, es ist 21.54 Uhr und ich bin fit (vielleicht ist auch die leere Dose Red Bull neben mir Schuld^^).


Aber wie ist das nun mit der Work-Life-Balance?

Ich glaube behaupten zu können, dass ich sie lebe – und in vollen Zügen genieße! Gebe zu, dass ich meinen Arbeitsmodus noch nicht auf 100% hochgefahren habe und irgendwo bei gefühlten 70% feststecke. Ich hätte theoretisch in den letzten Tagen so sehr viel mehr machen können. Hätte…

Aber dies war nicht mein Ziel. Mich selbstständig zu machen um direkt auf 100% (oder wie zuvor auf 200%) hochzufahren um dann zu erkennen, dass ohne Energy Drink und schwarzem Tee nichts mehr geht. Dass ich am frühen Vormittag schon wieder müde bin und bis in die Nacht hinein am Schreibtisch sitze. Das habe ich hinter mir gelassen und will diesen Zustand, auf 200% hochfahren und funktionieren zu müssen, so schnell nicht wieder erleben.

Ich habe einen Beruf, der mich nun vollkommen erfüllt. Der mir zu 1000% Spaß macht. Der sich nicht nach Arbeit anfühlt – und genauso habe ich mir das vorgestellt!


Und wie geht es aktuell weiter?

Es entspricht null meiner Art, aber aktuell fühle ich mich bei diesen 70% wohl. Ich mag erstmal wieder komplett runterkommen und bin mir meinem finanziellen Polster im Nacken mehr als bewusst. Mein Ziel für die nächsten 1-2 Monate? Meine Unkosten decken, einen großen Gewinn erwirtschaften hat für mich aktuell keine Priorität. All diejenigen, die mich besser kennen, werden sich jetzt fragen, wer mich einer Gehirnwäsche unterzogen hat. Ausgerechnet ich, die sich bei 100% noch nicht gut genug gefühlt und immer noch mehr Gas gegeben hat?

Manchmal verschieben sich Ansichten und Prioritäten – ich für meinen Teil lebe meine Work-Life-Balance voll aus. Ich schlafe morgens aus, gehe aktuell jeden Tag zwischen 5 und 7 km mit dem Hund spazieren, zwischendurch reiten, relaxe auf der Couch wenn ich müde bin und sitze am Schreibtisch, wenn ich mich fit und produktiv fühle. Meine Aufträge arbeite ich problemlos ab, ziehe mir neue Projekte an Land und ja – das alles bei 70%. Noch eine Menge Luft nach oben und es reizt mich aktuell nur wenig, noch mehr aus mir heraus zu holen. Mir tut diese „Pause“ vom Durchpowern gut!

Mit diesem Beitrag hat alles mehr oder weniger angefangen. Ich habe meine Ziele und Wünsche klar formuliert und vor allem durchgepowert – bis nichts mehr ging. Bis zur Sehnenscheidenentzündung. Bis zu einem 20 Stunden Tag, gefolgt von einer 4 Stunden Nacht.

Aber ich wusste damals schon, dass ich mein Buch veröffentlichen werde. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt den geheimen Wunsch, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen – und ich habe dafür das Gaspedal durchgedrückt und bin mit Höchstgeschwindigkeit auf mein Ziel zugerast – ohne zu bremsen.


Ziel erreicht?

Ja, ich habe mein aktuelles Zwischenziel erreicht! Natürlich bin ich noch nicht am Ende meiner Ziele, das wäre ja langweilig. Aber ich habe ein sehr, sehr großes Zwischenziel erreicht und habe dabei gelernt: mit Willen und Disziplin geht alles – da steht dem nächsten Ziel doch nichts mehr im Wege 😉

Ich freue mich einfach auf die nächste Zeit. Möchte mir meine nächsten Etappenziele klarer festlegen, sie noch genauer definieren und auch den Weg dorthin kennen zumindest ungefähr. Das ich mich gern mal verlaufe, mir dabei das Krönchen vom Kopf rutscht und nur noch viel Glitzer hilft, das ist ja bereits bekannt – aber ohne dies und das imaginäre Einhorn wäre es ja langweilig!

Habt auch ihr eure Work-Life-Balance gefunden?

7 Comments

  • lisaaslifestyle 6. Juli 2016 at 12:07 pm

    Ein sehr schöner Artikel, ich glaube du hast sehr recht mit dem was du sagst und es freut mich für dich, dass du zur Zeit mit „nur“ 70% zufrieden bist 🙂 Ich kenne das Gefühl wenn man immer noch mehr und mehr erreichen will, einem die 100% einfach nicht genug sind, aber ich kann auch gut nachvollziehen wie gut es dann einmal tut wenn man sich diesem „Druck“ wiedersetzt.
    Ich habe schon länger nicht mehr auf deinem Blog vorbei geschaut, da in letzer Zeit viel zu viel los war und ich weder dazu kam an meinem Blog zu arbeiten, geschweigenden die Blogs die ich kenne zu lesen, aber ich bin sehr, sehr positiv überrascht von deinem neuen Design, die Artikelüberschriften hören sich vielversprechend an, ich werde gleich mal weiter stöbern 🙂
    Ich hatte irgendwie das Bedürfnis dir gratulieren zu wollen, ich lese deinen Blog schon etwas länger, etwa ein Jahr schätze ich^^ und habe die Schritte die du nach und nach gegangen bist logischerweise dadurch mit bekommen, habe dein Buch gelesen und so weiter, ich finde es toll das du den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hast und noch viel toller, das du zufrieden und glücklich damit bist 🙂
    Liebe Grüße 🙂

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    • Sonja 6. Juli 2016 at 9:03 pm

      Vielen lieben Dank dir <3

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  • Lila 9. Juli 2016 at 6:21 pm

    Es freut mich, dass du wieder so energisch bist 😀 Ich befinde mich gerade im „Lass mich in Ruhe, ich will Ferien“ Modus und das schon seit fast einem Jahr… Seit gut einem halben Jahr mach ich nur noch die Hälfte und bin trotzdem mehrmals die Woche K.O., wenn ich nach Hause komme. Es gibt Tage an denen ich etwas mehr schaffe und Tage an denen ich nur rumhänge. Mittlerweile will ich keine 100% oder gar mehr erreichen, aber ich wäre froh wenn ich wieder irgendwo bei 80% wäre.

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    • Sonja 10. Juli 2016 at 8:47 am

      Ich kann dich aber verstehen, ist aber auch echt hart was da mit deinem Studium abläuft. Hatte dir ja schon einmal geschrieben, dass ich da echt riesen Respekt vor habe!!! Ich wünsche dir einfach mal einen schönen Tag, weise ein Einhorn an, auf dem Regenbogen zu dir zu rutschen und dir damit ein wenig Kraft und Motivation zu schenken 🙂 LG

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  • Conny 11. Juli 2016 at 9:39 pm

    Ich finde eine gute Work Life Balance fängt damit an, dass man mag, was man tut. Denn sobald der Job Spaß macht, fühlt man sich weniger schnell ausgebrannt – so zumindest meine Erfahrung. Als Ausgleich sind natürlich Hobbies wichtig, aber ich finde, es bringt auch nix sich die (wenige) Freizeit dann total vollzuknallen. Auch mal durchatmen.

    Es muss halt irgendwie ausgewogen sein und für jeden funktioniert da was anderes.

    Liebe Grüße
    Conny

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  • Home Office – rosarote Glitzerwelt? 30. Oktober 2016 at 10:00 am

    […] echt schwer getan, hier die richtigen Prioritäten zu setzen, mittlerweile geht es. Ich sage nur Work-Life-Balance – auch sie muss man […]

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  • Was es bedeutet, wenn Spezies Blogger im Workflow ist 20. November 2017 at 9:12 am

    […] die Spezies Blogger versteht ihren Workflow. Und das meine ich ernst! Das Leben ist kein Ponyhof und so schafft es diese unglaubliche Spezies, […]

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