Wie schreibe ich einen Bestseller?

wie schreibe ich einen bestseller

Wie schreibe ich einen Bestseller? So einen, der mich reich und berühmt macht? Der jedem in der Welt da draußen zeigt, wie grandios mein Kopfkino ist und wie talentiert meine Finger über die Tastatur huschen können? Wie machen es die anderen? Wo lassen sich Bestseller-Autoren nieder, bevor sie ihr nächstes Meisterwerk in die Tastatur tippen? Wie ist die Atmosphäre beim Schreiben und warum schreiben einige im Dunkeln mit einer Tasse Tee?

Wer meinen sarkastisch angehauchten Roman Fashion Queen´s Diary gelesen hat, wird die oben genannten Zeilen vom Inhalt vielleicht wiedererkannt haben. Denn genau um diese Fragen (neben Fashion und Mister X) geht es in dem Buch.

Das Thema Buch schreiben hat mich persönlich sehr lange und intensiv beschäftigt, so dass ich mich wirklich (und anfangs nicht für das Buch) mit diesen Fragen auseinandergesetzt habe. Einfach, weil es mich wirklich interessiert hat hinter die Kulissen zu schauen. Zu sehen, wie die Schreibtische echter Bestseller-Autoren aussehen und was sie so machen, um das Buch zum Erfolg zu bringen. Doch wie schreibe ich einen Bestseller denn nun?

Fakt ist: Diese Frage kann ich euch nicht beantworten, denn mein Buch ist natürlich kein Bestseller geworden, was auch gar nicht Sinn der Sache war. Vielmehr hat mich mein erstes Buch eine Menge gelehrt und genau aus diesem Lernprozess mag ich euch heute ein wenig was erzählen. Tipps, Tricks aber auch Gedanken, die vielleicht dem einen oder anderen von euch da draußen helfen, wenn auch ihr euch wie meine Protagonistin fragt „Wie schreibe ich einen Bestseller?“


Von der Idee zur Ausführung

Mein Buch war zu Beginn tatsächlich kein Buch, sondern viel mehr eine Sammlung diverser Kolumnen (ähnlich dieser) und Gedankengänge. Mir machte das Verfassen dieser „bösen“ Kolumnen einfach so sehr viel Spaß, dass daraus immer mehr wurden und letztendlich dann dieser Blog hier zum Leben erwacht ist, auf dem ich meine Kolumnen der Öffentlichkeit präsentieren und mir Feedback einholen wollte. Anfang 2016 kam ich dann auf die Idee, meine Kolumnen in einer Geschichte zu verpacken. Eine Geschichte über eine Fashionista, die das schreiben liebt und ihren Gedanken freien Lauf lässt (nein, hat absolut und so gar keine Ähnlichkeit mit mir^^). Die Story stand irgendwann so weit und ich war happy und zufrieden.  Doch sollte ich den Schritt wagen und es an einen Verlag schicken? Meine ersten Recherchen bei Google brachten mir vor allem eines: Die Erkenntnis, dass ich naiv und total bescheuert gewesen war. So clever wie ich war, hatte ich meine einzelnen Kolumnen mit Editor geschrieben, einen Teil in Word und ein paar Zeilen schlummerten bei Evernote.  Naja, einfach ins Word-Dokument kopieren. Ist doch kein Problem, oder? Doch. War es. Ein ganz gewaltiges sogar. Nicht nur verschiedene Formatierungen trafen in diesem Dokument aufeinander, sondern auch die Sache mit den Anführungszeichen bei gesprochenen Sätzen. Mal standen sie (je nach vorheriger Formatierung) beide oben, mal eines oben und eines unten, mal waren es diese schönen doppelten Pfeile (<<) und ich am Rande des Wahnsinns. Bevor ich mich also an die Verlagssuche machte, galt es, das Dokument in ein vorzeigbares Manuskript umzuwandeln. Ich habe ehrlich gesagt verdrängt, wie viele Stunden ich dafür an meinem Schreibtisch gebrütet und mich bei nahezu jeder Zeile über mich selbst geärgert habe.  Gehalten habe ich mich aber grundsätzlich bei der Formatierung des Manuskripts an die allgemein empfohlenen Normen:

  • Normseite: Besteht aus 30 Zeilen mit jeweils 60 Anschlägen.
  • Schrift: Sollte gut lesbar sein. Courier ist empfehlenswert und die Größe sollte 11 oder 12 betragen.
  • Zeilenabstand: 1,5 fach zwischen den einzelnen Zeilen.
  • Flattersatz: Links bündig.
  • Fußzeile: Seitenzahl

Meine Empfehlung

Wenn ihr ein Buch schreiben wollt, dann stellt euch euer Word-Dokument bereits von Anfang an richtig ein, um so eine Menge Arbeit im Nachgang zu ersparen. Ich weiß gar nicht, wie viele Leerzeilen, falsche Umbrüche ect. ich dadurch habe korrigieren müssen.


Verlagssuche

Um ehrlich zu sein habe ich es mir bei der Suche nach einem passenden Verlag sehr einfach gemacht. Ich habe im Internet nach Büchern gesucht, die vom Thema ähnlich meiner Story sind und dann geschaut, von welchen Verlagen diese herausgegeben wurden. Besonders angesprochen hat mich dann Forever by Ullstein, der vor allem auch von der Zielgruppe (junge Menschen, Internetbegeistert) zu meinen Vorstellungen passte. Auf der Verlagsseite (übrigens ist das wohl bei den meisten Verlagen so, wie ich im Nachgang festgestellt habe) sind klare Angaben, wie ein Manuskript eingesandt werden soll. Wer sich daran hält, macht also erst einmal alles richtig.  Ich habe im Internet viele „Gruselgeschichten“ gelesen. Unzählige Verlage wurden von manchen angeschrieben und von Absagen bis hin zu monatelangem Warten oder der Tatsache, dass überhaupt kein Feedback kommt, war alles dabei.  Ich hatte verdammt viel Glück, denn ich habe mein Manuskript tatsächlich nur an diesen einen Verlag gesandt und bereits nach wenigen Tagen (!) eine Zusage in Form einer E-Mail erhalten.

Mein Tipp

Schaut euch die Infos der Verlage genau an! Viele Verlage geben im Internet direkt an, dass man nach x Monaten ohne Info von einer Absage ausgehen muss und ein Nachfragen zwecklos ist!


Buchempfehlung

Ich habe mir in diesem Jahr einige Bücher zum Thema Schreiben durchgelesen und kann vor allem das von Stephan Waldscheidt empfehlen. Mir hat es sehr deutlich klar gemacht, wie ein Buch grundsätzlich aufgebaut ist, was mir hilft, einen „runden Bogen“ zu bekommen sowie Spannung und Wendungen nicht zu vergessen. Habe bisher kein besseres Buch zu diesem Thema gelesen, jedoch den Fehler gemacht, es mir als eBook zu kaufen. Da ich mir gern in Büchern Notizen mache, musste ich hier leider drauf verzichten :/


Der Autorenvertrag

Wir verabredeten uns zum Telefonat und meine Lektorin briefte mich intensiv über das weitere Vorgehen und auch über Änderungswünsche, die den Inhalt ziemlich abwandeln würden. Mein Fehler, zugegeben. Meine Story hatte bis dato kein Fünkchen Romantik, keine Zeile über die Liebe oder gar der leisen Hoffnung auf ein Date mit Mister X. Das aber genau war der Wunsch vom Verlag, der (wie mir erst später auffiel) vor allem Geschichten rund um das Thema Liebe (und wenn es nur nebenher ist) veröffentlichte.  Dennoch war ich, wie ihr euch vorstellen könnt, total geflasht. Ein Autorenvertrag. Ich. Mit meinem ersten Buch. Wahnsinn. Ich stimmte also zu und machte mich umgehend an die inhaltliche Änderung.

Es gab Phasen, da habe ich mich dafür selbst verflucht, denn mir wollte zwischenzeitlich keine so richtige Storyentwicklung gelingen. Hatte ich dann jedoch eine Idee, war ich so im Flow, dass ich diese Passagen aus dem Buch (im Nachhinein) beim Schreiben am meisten geliebt habe.

Das war es auch, was mich so euphorisch machte beim Schreiben. Dieser Flow, wenn die Geschichte aus den eigenen Gedanken entsteht und zu Papier gebracht wird. Wie man sich so sehr in einer Szene verlieren kann, dass man um sich herum nichts mehr mitbekommt. Meine Protagonisten waren so real in diesen Momenten und auch heute (rund 1 1/2 Jahre später) sehe ich jede einzelne Szene noch genauso vor mir, wie es beim Schreiben der Fall war. Ich habe die Räumlichkeiten vor Augen und weiß, welche Outfits wann getragen wurden.

Ich erinnere mich an die Musik, die im Hintergrund lief und wie mich diese im Moment des Schreibens tatsächlich happy machte. Ja, ich habe das Schreiben jeder einzelner Szene geliebt.


„Erschrecken Sie nicht vor den Korrekturen“

Diese Aussage bekam ich von meiner Lektorin, als ich das Manuskript nach erfolgreicher Fertigstellung und dem Korrektorat wieder zurück erhielt. Sätze waren umgeschmissen oder umformuliert worden, die Randnotizen waren (wenn auch meiner Meinung nach in den meisten Fällen) berechtigt und ich hatte das Gefühl, dass ich alles konnte – nur nicht schreiben. Ich hatte mit Korrekturen gerechnet, aber nicht mit so vielen…

Das ist übrigens einer der großen Vorteile: Man bekommt eine Menge durch die Notizen und Änderungen vermittelt, die viele Sätze einfach „lesbarer“ gemacht haben. Aber auch der eigene Lerneffekt ist groß. Seitdem betrachte ich manche Sätze von mir kritischer. Frage mich, ob diese oder jene Formulierung wirklich so gut ist wie es sich im ersten Moment beim Tippen angehört hat – und oft, sehr oft, ändere ich einiges. Perfektionistin? Nicht mehr ganz so schlimm, daher seht mir kleine Fehler bitte nach.


Was ich aus der Zusammenarbeit mit der Lektorin und dem Korrektorat gelernt habe

  • wie schreibe ich einen bestsellerEine Story im Nachgang inhaltlich zu verändern birgt die Gefahr, dass sich Sachen wiederholen können, an falscher Stelle für den Leser nicht nachvollziehbar sind und man selbst dabei vor allem irgendwann keinen Durchblick mehr hat.
  • Kurze Sätze sind einfacher. Sowohl für den Leser als auch für den Autor. Je länger und verschachtelter der Satz, desto komplizierter der Gedankengang. Nicht gut!
  • Ein Buch schreibt man am besten mit Notizen. Kapitel 1: Inhalt xy. Kapitel 2: Wendung zu abc. Kapitel 3: Aussicht auf dies und jenes. Man kann es auch als eigenen Leitfaden bezeichnen. Aber so ein eigenes Inhaltsverzeichnis für sich (und seine Gedanken) macht vieles leichter.

Plotten – ja oder nein? Mein Tipp!

Ich selbst tue mich schwer, mich beim Schreiben an feste Vorgaben zu halten. Ein Buch vor dem eigentlichen Schreiben komplett zu plotten ist nicht unbedingt notwendig, auch wenn es vieles vereinfacht. Ein Plot ist übrigens wie ein Leitfaden. Die komplette Handlung des Buches in Stichworten oder kurzen Sätzen. Manche sind dabei sehr, sehr ausführlich… Wenn auch für dich das Plotten nichts ist und du dich (wie ich) selbst beim Schreiben überraschen lassen möchtest, was als nächstes passiert, dann mache dir nach jedem geschrieben Kapitel kurze Stichwörter, was gerade passiert ist. So hast du es beim nächsten Mal einfacher da weiterzumachen, wo du das letzte Mal aufgehört hast. Auch kann man so einfach nachvollziehen, ob sich zum Beispiel die Protagonisten schon aus Szene XY kennen oder wenigstens der Name des Gegenübers schon einmal gefallen ist, bevor man die beiden sich vorstellen lässt.


Die Veröffentlichung und mein Fehler?!?

Das Buch habe ich letztendlich mehrfach überarbeitet und irgendwann kam Tag X. Es war fertig. Komplett fertig. Auch wenn ich es früher immer belächelt habe, als ich es bei anderen gelesen habe, aber als es fertig war, ging es mir nicht gut. Ich hatte dieses Projekt Buch, welches mich viele, viele Monate begleitet hat, abgeschlossen. Hatte nichts mehr, worin ich mich austoben konnte. Ein komisches Gefühl… Und kein schönes. Das Buch wurde dann am 15. April 2016 veröffentlicht. Ich berichtete darüber auf dem Blog, bei Lovelybooks, der Verlag informierte auf seinen Social Media Kanälen darüber.

Dann war das Thema für mich durch. Ich hatte keine Ambitionen mehr, mich mit dem Buch – mit meinem Buch – zu beschäftigen. Machte keine Werbung. Brachte es nicht unter die Leute. Ein Fehler, ich weiß. Auch wenn es unverständlich klingen mag, aber für mich war dieses Buch, mein geliebtes Projekt, nach den letzten Zeilen der Fertigstellung abgeschlossen – auch gedanklich. Ich hatte mein Buch geschrieben, mir meinen Traum erfüllt und alles andere war irgendwie nebensächlich.

Ja, ich will wieder ein Buch schreiben. Und ja, ich habe jetzt schon Angst vor dem Ende. Total blöd, ich weiß. Letztendlich habe ich für mich gelernt: Wenn ich schreibe, dann schreibe ich für mich. Nicht für andere. Verliere mich in meiner eigenen Geschichte. Liebe das Schreiben. Ist die Geschichte fertig, bin ich es auch mit ihr und sich allen daraus ergebenden Konsequenzen…


14 Comments

  • Lila 18. September 2017 at 9:00 pm

    Meiner Meinung nach schreibt man keinen Bestseller, sondern ein Buch, das einen persönlich berührt oder dessen Message einem wichtig ist.

    Ich hab mittlerweile 10 oder mehr Exposes innerhalb von 10 Jahren eingereicht und ich werde damit nicht aufgeben. Trotz 4 Absagen, zwei verschollener Briefe und vieren auf die ich bis heute warte. Sicherlich bin ich nicht die beste Autorin und ich werde es niemals sein. Ich habe nicht die Wortgewalt und Präzision bekannter Autoren und kann bei den Lesern keine funkelnden Augen, Wasser im Mund oder Reiselust erzeugen. Aber ich gebe das Schreiben nicht dran, weil ich Gedankenspiele bis zum bitteren Ende in allen Facetten ausdiskutiere und ich meine Charaktere fühle. Meine Bücher sind zu wenig unterhaltsam und zu wenig phantastisch, um mit der Masse mitzuhalten. Sie sind aber zu fiktiv, um als Gegenwarts- oder Alltagsliteratur durchzugehen. Wer sich keine Gedanken über Zukunftsvisionen, Menschenbilder und Psychologie macht, wird damit nicht glücklich. Trotzdem haben sie ihre Daseinsberechtigung.

    Für den Verlagsweg habe ich mich entschieden, damit ich mehr Leute erreiche und damit auch den winzigen Bruchteil an Leuten, die Bücher auf die gleiche Weise schätzen und lesen wie ich. Aus rein technischer Sicht könnte ich es selbst herausbringen, aber was bringt es mir, wenn ich kein Marketing beherrsche und damit niemanden erreiche? Mir sind die Geschichten zu wichtig und wertvoll um sie kostenlos ins Netz zu stellen. Die Recherchearbeit hat Monate gekostet und es ist keine austauschbare Unterhaltung.

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  • Lila 18. September 2017 at 9:01 pm

    Was die doppelten Pfeile in Wort betrifft:
    – Such es dir einmalig aus der Sonderzeichentabelle raus und mach einen Auto-Ersetzem Befehl auf <> (so handhabe ich ea mit dem Gedankenstrich, der ist bei mir –)
    – Es ist egal. Der Setzer ersetzt diese Dinge sowieso, solange du konsequent eine Form schreibst.
    – Die Gänsefüßchen oben und unten werden von Word automatisch gesetzt, wenn du brav Punkte und Leerzeichen in der richtigen Reihenfolge eintippst. Nicht alle Schriftarten haben es.

    Die Normseite find ich zum Schreiben grausam, gedruckt aber angenehm. Ich schreib auf A5, 11 pkt, 1.2 Zeilenabstand. Das ist pi mal Daumen das wie ein gedrucktes Buch. Die Normseiten kan ich immer noch konvertieren und es sind nur 3% Abweichung in der Seitenzahl (Formatvorlage tauschen voilá ;-)) Ich benutze beum Schreiben keine Bindestriche, weil die sich eh immer verschieben.

    Verlagssuche… ein grausames Thema. Der Young Adult Bereich ist voller postapokalyptischer Schnuzeln, Fantasy voller Werwolf-Feen-Romanzem und im Sci-Fi gehts zu häufig in den Weltall. Wohin mit dem Buch, wenn es nicht im Trend liegt? Ohja, das wüsste ich auch gern…

    Korrekturen… jein. Ich hab nix gegen andere Satzstrukturen und den ein oder anderen inhaltlichen Tipp (bin da sogar sehr dankbar!), aber Charaktere streichen, Plottwists ändern und Co… Da lass ich nicht mit mir reden ^^ Kurze Sätze sind einfacher zu lesen, aber es kommt darauf an, welches Publikum du ansprichst und wie deine Figuren sind. Und man sollte bloß nicht alles aneinanderreihen! So wie hier. Seht ihr xD? Ich finds furchtbar schwierig den Mittelweg zu finden und ich arbeite noch daran…

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    • Sonja 18. September 2017 at 9:22 pm

      Erstmal Danke für dein mega Kommentar 🙂

      Also: Das mit den „Zeichen ersetzen“ hatte ich versucht, hat aber irgendwie zu noch mehr Chaos geführt – vielleicht habe ich doch irgendwas falsch gemacht, keinen Plan^^.

      Charaktere wurden nicht gestrichen, dafür aber Änderungswünsche, die ich entsprechend brav abgenickt und durchgeführt habe. Die Story hat sich inhaltlich stark verändert, was auf der einen Seite sicherlich viel für die Leser getan hat, die es gern ein wenig „kitschiger “ mögen, aber eben nicht so viel mit dem zu tun hatte, was eigentlich der Sinn hinter dem Buch war.

      Und das mit dem Bestseller war einfach nur übertrieben das Ziel, welches sich die Protagonistin selbst gesetzt hat – passte eben entsprechend gut als Titel und zur Einleitung^^

      Selbstverlag heißt ja nicht, dass du dein Buch kostenlos herausbringst!?! Im Gegenteil… Du verdienst (aus eigener Erfahrung und dem, was viele, viele andere im Netz schreiben) durch einen Verlag bzw. das Honorar weniger als wenn du dein Buch selbst über beispielsweise Amazon als eBook herausbringst (also pro Buch gerechnet und mal außen vorgelassen, dass man im Selbstverlag noch Geld für eventuell professionelle Covergestaltung oder einen eigens beauftragten Lektor zahlt).

      Aber im Prinzip zeigt dein Kommentar sehr schön (im positiven Sinne!!!), dass jeder eine total andere Meinung und auch Einstellung zum Thema der Vermarktung/Veröffentlichung hat. Mir hat es damals über den Verlag nichts gebracht. Warum ich das so gut beurteilen kann? Weil ich sehe, wie viele Bücher ich verkauft habe und dank Amazon Affiliate ausrechnen kann, wie viele dieser Bücher über einen Link von meinem Blog gekauft wurden…

      Dennoch bin ich froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und sehe es nicht als Selbstverständlichkeit an. Vielleicht war es auch einfach die falsche Story für den falschen Markt und den falschen Zeitpunkt und eine andere Story hätte mehr Erfolg (über den Verlag) gebracht. Mich ärgert es nicht, ich habe nur viel durch diese Zusammenarbeit gelernt, mir den Wunsch nach einem eigenen Buch erfüllt und nehme dies für die Zukunft mit. 🙂

      Und glaube mir: Den richtigen Mittelweg gibt es vermutlich eh nicht, daher mach so weiter wie bisher und an sich arbeiten muss man vermutlich bis an sein Lebensende! Ist doch auch eigentlich viel schöner, als wenn man perfekt wäre, oder? Ich mag deine Sätze und verstehe alles ohne einen Satz dreimal lesen zu müssen 😀 Daher: Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass doch noch Zusagen kommen – nur nie die Hoffnung aufgeben 🙂

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      • Lila 19. September 2017 at 11:58 am

        Wenn du magst kann ich dir das mit dem ersetzen raussuchen und mailen. Das sprengt hier etwas den Rahmen….

        Wie du weißt besitze ich ne ganz andere Baustelle mit massiven Vermarktungs- und Kontaktproblemen. Aus eigener schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen dass man einen Szenekenner braucht, dem deine Werke wichtig sind. Es geht gar nicht darum extrem viele Leute zu erreichen sondern die wenigen Richtigen. Du kannst noch so gut sein, Leute anquatschen, Geld für Werbung ausgeben und dich mit Onlinemarketing beschäftigen – Wenn du nicht den Nerv der Leute kennst oder die falschen Leute erreichst ist es nichtig. Ich hab mal in den falschen Szenekenner investiert und es ist voll nach hinten losgegangen. Mit Bewertungen a la „Ist nicht mein Geschmack“ kannst du nix anfangen. Und dann fing ich an auf Basis grausamer Statistik Werbung zu schalten und hab wieder die falschen Leute erreicht. Never again…

        Du hast nen ganz ähnlichen Fehler gemacht: Einen Verlag gefunden, der eigentlich ne andere Geschichte braucht. Sollte man sich verbiegen wenn man die Chance hat oder nicht? Schwieriges Thema mit dem ich mich schon 10 Jahre beschäftige. Meine damalige Antwort war nein, weil der Trend nicht meins war. Und ich krebse immer noch mit den Folgen während damalige Bekannte Erfolg hatten.

        Wenn ich mein Buch via Amazon aufn Markt werfe wirds untergehen. 5 Freunde kaufens vielleicht, 5 stolpern zufällig drüber und kaufens nicht weils nicht kostenlos ist. Was ich aber brauche ist Feedback von Fremden, die normalerweise solche Bücher lesen. Was lohnt es sich dann einen drei bis vierstelligen Betrag für ein Lektorat zu lassen? Ein Lektorat wird die Sprache und den Stil verbessern, aber 80% der Leute lesen ein Buch wegen der Geschichte und geben es nur dran wenns arg scheisse geschrieben ist. Ich fang mit dem Lektorat diese Abbrecher ab, aber wäre es nicht besser erst die Aufmarksamkeit zu lenken und sich später um die Abbrecher zu kümmern? Es gibt abertausende Bücher im einsortierten Genre – Wer verirrt sich ausgerechnet auf mein Exemplar? Und wie sorge ich dafür, dass Leser des Buches X mein Buch ausprobieren – Ja sogar so überzeugt sind dass sie es ohne Bewertung und Empfehlung kaufen? Grad ist mein Problem sogar dass ich kein vergleichbares Buch X kenne, weil mein Bekanntenkreis anderes liest und ich als Konsument dem Mainstream ausgesetzt bin, wenn man die Szene nicht kennt.

        Meine Hoffnung mit dem Verlag ist es zumindest ein paar verlagstreue neue Leser zu erreichen oder von der PR anderer Bücher im Verlag zu profitieren. Im besten Fall erreich ich nen Buchblogger der genau diese Nische liest und dann kann ich mit seinen Lesern interagieren und herausfinden was die so mögen. Kein Verlag kann mit 100 Käufe garantieren aber eine „wenn du das gekauft hast magst du auch das“ Empfehlung hilft mir gezielter Werbung zu betreiben.

        Reply
  • Dorie 19. September 2017 at 11:54 am

    Oh das war richtig interessant. Mega guter Beitrag! Danke 🙂
    Ich habe auch mal überlegt ein Buch zu schreiben, aber aktuell werde ich das wohl nicht umsetzen. Trotzdem toll zu lesen.
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

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    • Sonja 20. September 2017 at 8:32 am

      Lieben Dank dir! Naja, aber vielleicht ja doch mal irgendwann – sag niemals nie 🙂

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  • Tabea 19. September 2017 at 8:17 pm

    Also einen Bestseller will ich ja gar nicht mal unbedingt schreiben – ein Buch, dass überhaupt ein Verlag drucken möchte, würde mir schon reichen 😉 Davon träume ich nun schon seit 7 Jahren, glaube ich. Leider bin ich aber eher jemand, der Kurzgeschichten schreibt… lange Geschichten liegen mir nicht.

    Ich glaube, dein Buch sollte ich mir mal zu Weihnachten wünschen 😉 Interessant klingt das nämlich.

    Das mit der Formatierung von Word nervt mich schon ewig, weil ich meine Blogposts in Evernote am Handy schreibe, aber jetzt auch manchmal in Word – und gerade Word wird dann in WordPress von der Formatierung her einfach nichts.

    Dass es für Manuskripte Normen gibt, wusste ich noch gar nicht… Also Danke! Wo stellt man denn Zeilen und Anschläge in Word ein?
    Danke auch für die Tipps bei der Verlagssuche. Ich habe ja momentan eine Idee, aus einer Kurzgeschichtensammlung ein Buch zu machen und wollte auf der Buchmesse mal schauen, welchen Verlag ich deswegen fragen könnte. Meinst du, ich kann den Verlag auch schon suchen, wenn ich erst halb fertig bin?

    Oha, da wollte man aber echt, dass du was Grundlegendes änderst – ich glaube, mich hätte das überfordert. Aber gut, dass dir das Schreiben dann doch meistens total gefallen hat 🙂

    Ich glaube, wenn jemand meine Texte ernsthaft korrigieren würde, hätte ich auch erst mal das Gefühl, nicht schreiben zu können. So läuft es nämlich auch, wenn mein Betreuer den Praxisphasenbericht für das Studium korrigiert… Aber eigentlich bin ich wie du immer froh, dass sie mein Schreibstil so nach und nach verbessern sollte 😉
    Haha, kurze Sätze – kann ich nicht. Das sagt mein Betreuer mir immer wieder.

    Danke für den Tipp mit dem eigenen Inhaltsverzeichnis! Und das mit den Notizen zu jedem geschrieben Kapitel klingt auch sehr sinnvoll – ich ärgere mich ja schon, wenn ich meinen Blogpost halb schreibe und dann vor dem Weiterschreiben erst mal den Anfang durchlesen muss, um wieder zu wissen, wie es weitergehen soll.

    Na, dann hoffe ich mal, dass das „Ende“ des Buchschreibens dieses Mal nicht so schlimm für dich wird… aber ein bisschen nachvollziehen kann ich solche traurigen Gefühle und die Unlust, zu werben, schon.

    Liebe Grüße

    Reply
  • bknicole 21. September 2017 at 12:48 pm

    Ein wirklich spannendes Thema für einen Beitrag und ich finde es schön, dass du so offen deine Erfahrungen teilst, aber auch darauf eingehst was du hättest besser machen können. Hinterher ist man immer schlauer und für das zweite Buch, bei dem ich dir viel Erfolg wünsche, kannst du deine Erfahrungen nun ja mit einfließen lassen.

    Ich finde es auch wichtig, dass man ein Buch für sich selbst schreibt. Klar, gibt es dann Änderungen vom Verlag das ist normal, aber man sollte nicht mit der Intention dran gehen dass daraus nun ein Bestseller wird und man sofort davon Leben kann. Das ist in der Hinsicht ja genauso wie beim Bloggen, dass sollte man auch wegen des Spaßs und für sich machen, anstatt um damit jetzt sofort ein Influencer zu werden, der tolle Produkte absahnt.

    Dass du gleich einen Autorenvertrag bekommen hast und schon vom ersten Verlag eine Zusage erhalten hast, dass ist aber doch ein wirklich großer Erfolg. Ich habe da nämlich auch schon viele andere Geschichten gelesen und höre immer, dass das sehr schwer sei. So ist das doch auch ein super Feedback für dich und deinen Schreibstil, der sofort überzeugt hat.

    Ich würde ja auch gerne irgendwann ein Buch schreiben. Ideen habe ich schon, ich tue mir nur mit dem plotten und dem roten Faden immer etwas schwer. Deshalb habe ich Respekt vor jedem Autor ;).

    Reply
    • Sonja 22. September 2017 at 2:32 pm

      Vielen lieben Dank dir für deine Worte (und auch die Verlinkung :)).

      Respekt habe ich ebenfalls immer vor dem Schreiben, aber ich drücke dir die Daumen, dass auch du bald deinen Traum verwirklichen kannst 🙂

      Reply
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