Wenn sich Blogger Follower kaufen…

Follower kaufen

Sie hat sich Follower gekauft. Das hat sie ganz offen und ehrlich in ihrem Beitrag zugegeben. Aber hey, immerhin fühlt sie sich echt schlecht deswegen und daher bittet sie ihre Leser, die sie genauso wie die Kooperationspartner hintergangen hat, nicht verurteilt zu werden. Follower kaufen, macht ja quasi jeder und deswegen sollte man auch keinen verurteilen bla, bla, bla….

Als ich den Beitrag gelesen hatte, war ich im ersten Moment sprachlos. Wie kann man sich denn bitte mit dem Argument „das macht doch jeder“ entschuldigen? Klaue ich etwas im Laden, weil es doch auch viele andere machen? Verprügel ich Menschen, weil es viele andere machen? Ganz ehrlich, wie kann man so dreist sein?

Oder ist es nur ein Angriff nach vorne, weil sie aufgeflogen ist? Weil ihre Leser gemerkt haben, dass die öffentlichen Zahlen über Nacht nach oben geschnellt sind?

Follower kaufen – sorry, aber das geht gar nicht!

Im Prinzip könnte es mir egal sein. Wer Follower kaufen möchte, sei es für den Blog oder sonst einen Social Media Kanal – bitte, wenn ihr euch und alle anderen betrügen wollt – dann tut es doch. Mir ist bei vielen Blogs schon aufgefallen, dass diese laut öffentlichen Media Daten zwischen 10.000 und 50.000 Follower haben – komisch nur, dass fast nie ein Kommentar unter den Beiträgen erscheint?!

Warum mich dieses Thema wirklich aufregt, ist ein anderer Punkt: Die, die es ehrlich meinen und nicht faken – die sind die Leidtragenden. Ich mag nicht um den heißen Brei drumherum reden: auch ich habe hin und wieder Kooperationen für den Blog, freue mich über die kleine Zusatzeinnahme und gut. Aber wenn mir eine Firma schreibt, dass ich mit meinen Follower-Zahlen ja nur mit einem Goodie statt einer Bezahlung rechnen könnte – in diesen Momenten ärgere ich mich über die Blogger, welche faken. Welche sich Follower kaufen und Kooperationsbeiträge so gar nicht kennzeichnen. Welche DoFollow-Links setzen. Dessen Beiträge ohnehin kaum gelesen werden – oh sorry, da waren ja noch die unechten Follower… Die lesen das bestimmt…

Sorry, aber blind bin ich auch nicht

Es gibt viele Portale für Blogger-Jobs. Wenn ich dann Anzeigen lese, dass „natürlich ein DoFollow-Link“ und „natürlich ohne Kennzeichnung“ angeboten wird – da wird mir schlecht. Sollten wir Blogger untereinander nicht ein wenig mehr Respekt vor unseren Blogger-Kollegen haben, statt mit ausgefahrenen Ellbogen durch die Social Media Welt zu rennen?

Was viele nicht bedenken: auch viele Firmen schreiben Anzeigen aus. Auch ich lese diese. Sehe ich dann kurze Zeit später einen Beitrag zu genau dieser Firma und dem in der Anzeige vorgestellten Thema bei einem Blogger, ohne Kennzeichnung, ohne irgendeinen Hinweis darauf, dass er für diesen Beitrag nicht allein verantwortlich ist – dann komme ich mir ein wenig … vor.

Wenn sich Blogger Follower kaufen, dann sind sie zu allem fähig…, oder?

Sollen sie ihre Follower kaufen. Sich gegenseitig die Augen auskratzen, wenn es um gut bezahlte Kooperationen geht. Sollen sie sich total toll fühlen mit Zahlen auf Instagram, die andere vor Neid erblassen lassen.

Ich bin sauer, aber nicht neidisch. Ich habe nämlich etwas, was diese Blogger nicht haben: eine tolle Community auf dem Blog, mit der ich diskutieren kann. Die mir schreiben. Mit denen ich mich zu einem Thema und zu verschiedenen Gedanken austauschen kann. Die mir das bringen, was das Bloggen für mich ausmacht: der Spaß daran!

Ich muss vom Bloggen nicht leben können…

…es tut mir nur leid für diejenigen, die es tun und sich gegenseitig so die Augen auskratzen und mit Fake um sich werfen, dass ich mich manchmal frage, ob diese Blogger tatsächlich noch zwischen der realen und der Social Media Welt unterscheiden können? Faken sie im echten Leben auch die Menschen um sich herum? Zuzutrauen wäre es ihnen…

…aber hey, Schuld sind sowieso immer die anderen…

25 Comments

  • Tina Gallinaro 7. März 2017 at 12:44 pm

    Hallo Sonja, ich stolpere auch immer öfter über diese Beichten und dann diese lapidare Ausrede dass dies ja jeder machen würde. Da verknotet sich mein Magen!

    Ich würde nämlich genau genommen einen Teufel tun, irgendwelche Fans, Instagram Follower oder sonstige Menschen zu kaufen, nur um mit einer hohen Anzahl an Leichen da zu stehen.

    Wie du schon treffend sagt, nichts geht über eine gute und intakte Community, ein zufriedenes Leben und der Spaß am Bloggen!
    Und das kann man nicht kaufen!
    LG Tina

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    • Sonja 7. März 2017 at 6:22 pm

      Hallo Tina, richtig, der Spaß am Bloggen hat oberste Priorität, ich finde es dennoch immer wieder erschreckend, was so in der Blogger-Szene vor sich geht :/
      LG an dich!

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  • aurelia 7. März 2017 at 1:53 pm

    Hi Sonja,
    ich staune immer wieder das es sowas gibt, Follower kaufen, kaufen die sich dann auch die Liebe ihres Lebens? Oder kaufen sie sich Freundschaft auch im RL?
    Ist schon eine komische Gesellschaft mitunter im Netz auf die man stößt.
    Es ist doch viel schöner, eben so wie du es schreibst, wenn man echte Leser und Follower hat die aus freien Stücken bei einem lesen und liken. Die sich auch mit einem austauschen in Kommentaren. Die zu schätzen wissen was man schreibt. Und wenn es nur eine Handvoll ist, ist es auch gut denn gekaufte bereichern einen nicht, das sind nur abstrakte Zahlen die blenden sollen.

    Liebe Grüße
    Aurelia

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    • Sonja 7. März 2017 at 6:21 pm

      Also wenn die sich die Liebe ihres Lebens kaufen…nee, da mag ich gar nicht weiter drüber nachdenken 😀

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  • shadownlight 7. März 2017 at 6:29 pm

    Hey, also ich muss gestehen, mir wäre das Geld zu schade 😛 und bin auf jeden Follower stolz, den ich mir selber erarbeitet habe!
    Zudem ist es ja doch ziemlich einfach, durch Tools, herauszufiltern, was echt und was unecht ist- also wer hier mogelt, dem wird man sowieso auf die Schliche kommen :).
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 7. März 2017 at 6:32 pm

      Ich denke auch, dass das der Grund ist, warum sich plötzlich so viele Blogger „outen“… Weil man es eben so schnell nachvollziehen kann… Mit dem Geld: du darfst nicht vergessen, dass der eine oder andere das Geld nachher aber in doppelter und dreifacher Form wieder raus hat. Die Firmen zahlen nicht schlecht, wenn die Anzahl der Follower stimmt 😉

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  • Andrea 7. März 2017 at 6:37 pm

    Falls wir den gleichen Artikel meinen, den hatte ich auch gelesen. Im Grunde tun mir solche Leute leid, denn sie haben ein ganz ernsthaftes psychisches Problem, sonst müssten sie nicht zu solchen Mitteln greifen, denn ein aufrechter, geradliniger Mensch mit einem stabilen Charakter hat sowas nicht nötig, egal, ob er davon leben kann, will oder muss. Ich finde es ebenso wenig in Ordnung wie Du und es ist für jeden, der rechtschaffen an seine Leserzahlen gekommen ist, eine fette Ohrfeige. Noch schlimmer finde ich aber Firmen, denen das vollkommen egal ist und die solche Blogger mit Samples usw. überschütten. Nach dem Motto „ist doch egal, ob rechtschaffen oder nicht, Hauptsache, wir bringen unser Produkt in die Öffentlichkeit“ – ich möchte gar nicht wissen, wie oft das tatsächlich der Fall ist. Wenn ich solche Beiträge wie Deinen lese, bin ich immer SEHR SEHR SEHR froh, dass ich nur aus Hobbygründen blogge und mit diesem ganzen Konkurrenz-Zirkus und Erfolgsgequatsche nichts zu tun habe. Liebe Grüße

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    • Sonja 7. März 2017 at 7:41 pm

      Dass es den Firmen egal ist, verstehe ich auch nicht. Mal ehrlich, ich präsentiere ein Produkt doch lieber 200 echten Menschen, als 5.000 unechten Followern, die den Blog nie wirklich besuchen oder gar eine Zeile lesen? Aber wir müssen das wohl auch nie verstehen 😀 Ein Grund, warum auch ich froh bin, dass für mich die Kooperationen nur ein nettes Zusatzeinkommen sind, von dem ich nicht leben muss 🙂

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  • aurelia 7. März 2017 at 7:22 pm

    Ich auch nicht

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  • Tabea 7. März 2017 at 8:23 pm

    Also ich finde es echt erbärmlich, was sich einige (gefühlt scheinen es unendlich viele zu sein, wenn man die Aufreger in der Bloggerwelt darüber betrachtet) mit solchen Maßnahmen Kooperationen angeln und anderen das Geschäft zerstören.
    Mir fällt sowas zum Glück bisher kaum auf, da ich einfach andere Blogs lese, glaube ich. Und da ich auch noch nie Kooperationen hatte und es für mich nur ein Hobby ist, leide ich auch nicht. Aber die, die wegen sowas um ihren Lebensunterhalt kämpfen und fürchten müssen, die tun mir leid!!

    Genau wie dir sind Spaß und Austausch für mich aber das, was das Bloggen ausmacht! Und genau deswegen verstehe ich nicht, wie man sich freiwillig Follower kaufen kann, wo man doch täglich sieht, dass man eigentlich keine Rückmeldung bekommt… für mich wären 3 Kommentare von 5000 Followern und Lesern irgendwie deprimierender als 2 Kommentare von 10 Lesern.

    Liebe Grüße

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    • Sonja 8. März 2017 at 7:15 am

      Ich sehe das genauso. Wenn man so viele Follower hat und keiner kommentiert – ja, dann sollte man sich mal Gedanken machen 🙂

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  • strawberrymouse 8. März 2017 at 12:43 am

    Offenbar habe ich den Artikel nicht gelesen (neugierig bin ich jetzt aber^^)…
    aber das ist so ein Thema, dass mich immer wieder nervt.
    Ich kann Dir nur zustimmen: ich habe lieber 5 Leser, mit denen ich mich austauschen kann als 5000 mit denen das eben nicht geht.

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    • Sonja 8. März 2017 at 7:20 am

      Googel mal nach „ich habe mir follower gekauft“ – bringt über eine halbe Mio. Ergebnisse^^ Genug Lesestoff 😉

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  • bknicole 8. März 2017 at 3:31 pm

    Ich habe das Thema ja auch erst kürzlich in einer Kolumen am Rande thematisiert. Es ärgert mich aus dem selben Grund wie dich, somit sprichst du mir da aus der Seele. Ich finde es schade, dass Unternehmen nur auf die Zahl achten, anstatt sich zu fragen, wie diese sich zusammensetzt. Das der Kauf von Followern, mittlerweile aber sogar von Likes und Kommentaren, am Laufenden Band vorkommt, weiß mittlerweile jeder und auch im Fernsehen wird darüber nun verstärkt berichtet ,was ich auch gut finde, um die jungen Mädels einmal aufzuklären. Aber ich verstehe nicht, wieso nur die Zahl ausschlaggebend ist, denn möchte man nicht dass auf die Beiträge wirklich ernst gemeinte Kommentare kommen und die Leser auf die ehrliche Meinung des Bloggers vertrauen und dann deshalb vielleicht sogar wirklich besagtes Produkt kaufen? Bei Fake Followern wird das nicht passieren.

    Um auch noch einmal auf junge Mädels zurück zu kommen. Da finde ich es problematisch, dass sie eine Fake Welt vorgelebt bekomme, der sie dann selbst nacheifern. Viele wissen da gar nichts vom Followerkauf oder sind sich nicht bewusst, wie viel nicht der Realität entspricht.

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    • Sonja 9. März 2017 at 10:02 am

      Ja, dass die Unternehmen da so blind sind oder sein wollen, kann auch ich nicht nachvollziehen. Bringt denen doch letzten Endes nichts…

      Zu deiner Anmerkung mit den jungen Mädels muss ich dir zustimmen. Aber ich denke, dass dieses Thema in vielen Bereichen präsent ist. Denk nur an die Werbung mit den meist retuschierten Frauen, die in Wahrheit nicht ganz so schmal sind. Da wird ja auch ein Frauenbild vorgelebt, dass in Realität nicht ganz so krass ist.

      Reply
  • Lila 8. März 2017 at 5:24 pm

    Über dieses Thema kann man wirklich viel schreiben. Ich finds Banane, wenn Leute eine Blog aufmachen, Follower kaufen und dadurch versuchen Produkte abzustauben. Dann sollte man das investierte Geld lieber gleich für die Produkte ausgeben, die man haben wollte. Andererseits kenne ich Bereiche, wo man ohne bezahlte Werbung absolut NULL Reichweite hat. Das liegt u.a. daran dass die Algorithmen von Facebook, Instagram und Co einen nicht weiterempfehlen. Also versuchen viele diese Hürde durch gekaufte Follower zu überwinden. Wer viele Follower hat, erzielt in kürzester Zeit neue, und zwar darunter auch echte Follower. Niemand will der Erste sein, der so einem uncoolen Profil folgt. Ist man einer von Tausend kann es einem ja egal sein, wenn man dieser Person folgt. Zum einen sind viele Mitläufer, zum anderen sind mindestens genauso viele scheu, durch das Folgen oder Kommentieren auf eher spärlich besetzten öffentlichen Profilen, sich als „Fan“ zu outen.
    Ich hoffe einfach, dass diese Social Media Blase irgendwann stirbt und dass sowohl Anbieter wie auch Konsumenten nur noch dem folgen, was neu und interessant ist und nicht mehr dem, was sich gut verkauft oder eine große Reichweite hat. Die Qualität der Beiträge ist seit einigen Monaten schon unter aller Sau und es wird nicht besser, wenn der Hype um Follower weiter geht.

    P.S. Es hat mich etwas irritiert, dass der ganze Post in Fett gedruckt ist. Soll das so?

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    • Sonja 9. März 2017 at 9:59 am

      Das ist schon richtig was du schreibst – irgendwie ein blöder Kreislauf, aber sollte man da nicht „eigentlich“ drüber stehen. Wenn ich die Erste bin, die etwas toll findet, dann stehe ich dazu – aber ich sollte nicht immer nur von mir ausgehen 😀

      Danke für deinen Hinweis wegen der Schrift, da habe ich mich wohl verklickt, nachdem ich alles fertig in der Anschau hatte. Statt „Arial“ habe ich „Arial Black“ geklickt 😀 Jetzt passt es aber! 🙂

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  • Lila 8. März 2017 at 5:26 pm

    Sehr interessanter Aspekt! Gerade das letzte unterschreibe ich voll und ganz!

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  • Andrea 9. März 2017 at 12:29 pm

    Genau das und wüsste ich, welche Firmen das sind, würde ich sie nur aus dem Grund so gerne boykottieren und keine Produkte mehr von ihnen kaufen. Nur, man bekommt es als kleiner Blogger nicht mit, da müsste man schon Zugang zu den Großen haben und ich bewege mich eigentlich mehr und vor allem auch gerne in meine kleine, sehr überschaubare Bloggerwelt. Liebe Grüße

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  • Andrea 9. März 2017 at 12:30 pm

    Sorry, ich hatte eigentlich meine Antwort auf Deine hier angeklickt, hat irgendwie nicht geklappt, s. oben 🙂

    Reply
  • gedankenchaos1 9. März 2017 at 2:44 pm

    Da stimme ich dir eindeutig zu. Follower kaufen geht gar nicht, da habe ich lieber eine kleine Community, aber eine die sich auch mit mir austauscht.
    Was mir aber auch aufgefallen ist, dass ich in der letzten Zeit öfters E – Mails bekomme mit Anfragen ob ich Instagram Follower kaufen will. Damit hat sich richtig ein Geschäft entwickelt!
    Vielen Dank für deinen Beitrag und die Worte, die mir so aus der Seele sprechen.

    Liebe Grüße,
    Anna

    https://gedankenchaos1.wordpress.com/

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    • Sonja 9. März 2017 at 5:29 pm

      Diese E-Mails habe ich auch schon oft bekommen – super nervig und werden umgehend gelöscht. Aber ja, mit was machen die Menschen in der heutigen Zeit kein Geld? Traurig, aber wahr :/

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  • Ellen 9. März 2017 at 3:54 pm

    Ein sehr guter Beitrag! Mich stört auch u.a. die Argumentation „machen doch eh alle so“. Ist erstens nicht wahr, es soll ja Blogger geben, denen wichtig ist, ihre Follower durch guten und authentischen Content zu gewinnen, nicht zu kaufen! Und zweitens, wie Du es auch ausführst: Was ist das denn bitte für eine Begründung?! Nur weil es andere auch machen, wird doch das Verhalten dadurch nicht richtiger!
    Viele Grüße,
    Ellen

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  • Sonja 9. März 2017 at 5:28 pm

    Lieben Dank dir für deine Worte Ellen!

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  • Die Social Media Wochenschau aus der 10. KalenderwocheSocial Web News 28. April 2017 at 1:17 pm

    […] Wenn sich Blogger Follower kaufen… […]

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