Wenn Frauen schreiben…#39 (gehen sie sich manchmal selbst auf den Keks)

Frust

Wenn Frauen schreiben, sind sie manchmal frustriert. Alles geht schief, ein Auftrag geht flöten und auch sonst klappt nichts so, wie es geplant war. Trübsal blasen, den Kopf hängen lassen – so vergingen die Stunden und der Morgen war vorüber. Der Nachmittag war jedoch auch nicht besser. Nichts klappte, die Motivation war genauso wenig vorhanden wie die Ideen und auch sonst wollte sie nicht so recht in den Fluß kommen. Den Flow spüren – in jeder Faser ihres Körpers. Sie liebte dieses Gefühl und hasste die Momente, in denen sie davon kilometerweit entfernt war.

Das eigene Fass vor lauter Frust zum Überlaufen bringen…

Wenn Frauen schreiben, dann ärgern sie sich irgendwann über sich selbst. Ärgern sich, weil sie sich ärgern. Sind frustriert, weil sie sich so hängen lassen.

Und dann kommt der Moment, in dem sie nur noch von sich selbst genervt sind. Sich selbst mit ihrer Laune auf den Keks gehen. Dieser Moment hält manchmal Stunden an. Doch wie mit dem berühmten Paukenschlag ist er vorbei. Sie sind sich selbst so lange auf den Keks gegangen, dass sie ihr eigenes Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Und dann kommt der Ehrgeiz wieder durch. Der Ehrgeiz, sich selbst in den Hintern zu treten. Die Niederlagen und Rückschläge in neue Power umzuwandeln.

Und dann preschen Frauen, die schreiben, nach vorn. Sind so voller Energie, dass sie regelrecht explodieren. Dann kommen tausend Gedanken auf einmal. Neue Ideen. Ziele. Die Tastatur muss den Frust aushalten, aber es ist befreiend. Die Musik wird dabei voll aufgedreht. Pusht sie noch mehr.

Frust und Ehrgeiz = eine explosive Mischung

Und dann schreiben Frauen sich alles von der Seele. Wandeln ihren Frust in Worte um. Schaffen in kurzer Zeit mehr, als an ganzen Tagen nicht.

Wenn Frauen schreiben, dann dürfen Sachen schief gehen. Dann darf die schlechte Laune zum Vorschein kommen. Denn Frauen, die schreiben, sind mit genug Ehrgeiz gesegnet, sich selbst wieder aus dem Loch hervor zu holen und den angestauten Frust in neue Energie zu verwandeln. Und diese Energie ist manchmal wertvoller als jede andere…

5 Comments

  • dorie 9. Januar 2017 at 1:41 pm

    Ohja, das Gefühl kenne ich nur zu gut!
    Sehr schöner Text, sehr nachvollziehbar 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

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  • shadownlight 9. Januar 2017 at 6:40 pm

    Hey, na dem kann ich zustimmen :):
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 10. Januar 2017 at 9:13 am

      Das ist schön 🙂

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  • Lippenstift-und-Butterbrot 21. Januar 2017 at 11:21 am

    Da ich noch arbeiten gehe, bleiben mir nur die Abende und das Wochenende zum Schreiben. Und wenn ich dann total auf der Leitung stehe und mir fällt nur nichts Sagendes ein, ich schreibe weiter und merke irgendwann, dass dieser Text völlig daneben geht. In solchen Situationen klappe ich den Laptop zu. Es kommt eh nichts mehr rüber.
    Am nächsten oder übernächsten Tag sieht es wieder besser aus und ich klimpere meinen Text nur so herunter.

    Mein Mann und ich texten uns schriftlich viel – und wenn es nur wenig ist: Diese Zettelchen hebe ich mir dann auf. Ich bin da viel ausführlicher und schreibe regelrechte Romane.

    Also stimme ich dir völlig zu.

    Liebe Grüße
    Sabine

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