Warum weniger manchmal eben doch mehr ist – und wie es den Alltag vereinfacht

warum weniger

Die Sektkorken knallen, die ersten Raketen gehen hoch. Die Party? Ausgelassen. Die Stimmung am Höhepunkt. Wir nehmen uns in den Arm. „Ich möchte dieses Jahr unbedingt mehr Sport machen!“, sagt sie und wir wissen in diesem Moment beide, dass sie diesen guten Vorsatz vom Silvestermorgen schon nach wenigen Tagen wieder vergessen wird. Die guten Vorsätze, Ideen, Pläne – von allem mehr wollen, irgendwie ist es jedes Jahr das gleiche. Mehr Gehalt, mehr Urlaub, mehr abnehmen. Doch macht dieses „mehr“ wirklich glücklich?


Warum weniger manchmal eben doch mehr ist

Drehen wir den Spieß um. Anstatt alles zu wollen, ist es manchmal einfacher, weniger zu wollen. Warum sich 10 Dinge vornehmen, die wir ohnehin nicht einhalten, als nur eine Sache, die wir aber konsequent durchziehen können? Dieses Streben nach mehr ist so alltäglich geworden und verkompliziert letzten Endes unser Leben. Schuld sind wir selber. Beispiele?

  • Weniger unnützes Zeug kaufen: Ist besser für unseren Geldbeutel, das Gewissen und natürlich auch die Umwelt.
  • Sich selbst weniger Stress machen: Ist gut für die Nerven und sorgt für ein entspannteres Leben. Ganz nebenbei geht die Welt übrigens auch nicht unter, wenn mal ein Punkt auf der To Do Liste unerledigt bleibt. Wirklich nicht!
  • Weniger Social Media: Mehr Zeit für das echte Leben, für reale Freunde, für Erlebnisse, die nicht nur online, sondern tatsächlich auch offline passieren können.
  • Weniger Verpflichtungen haben: Sich sein Leben so gestalten, wie es einem selbst gefällt und nicht so, wie es von anderen erwartet wird – letztendlich macht das glücklicher und die anderen sind nicht diejenigen, die mit euch auf das Leben zurückblicken, wenn ihr 90 Jahre alt seid! Menschen, die nur fordern ohne euer Wohlbefinden zu fördern, bleiben euch nicht ein Leben lang treu. Daher bleibt euch selbst treu!

Warum weniger den Alltag vereinfacht

Von allem weniger bedeutet letztendlich auch, sich um die Dinge, die einem noch bleiben, intensiver kümmern zu können. Lieber nur 1 Hobby, welches mit Leib und Seele ausgeführt wird, als 3 Hobbys, die alle nur so nebenbei laufen. 2 gute Freunde, die mit einem durch den Sonnenschein tanzen oder mit euch im Regen weinen, als 100 Freunde, die nur dann Zeit haben, wenn die nächste Party steigt. Es ist egal, auf was oder wen man diese Bedeutung übertragt. Sich weniger um andere kümmern bedeutet beispielsweise nicht, Menschen zu verletzen oder sie fallen zu lassen. Im Gegenteil. Wenn ihr euch mehr um euch selbst kümmert, tut euch dies gut, ihr seid besser drauf, gut gelaunt und habt dann gemeinsam mit den liebsten Menschen in eurem Umfeld Spaß. Die Punkte muss jeder für sich selbst definieren, aber letztendlich geht es weniger um andere, sondern mehr um euch. Es gibt nur ein Leben, warum also dieses mit Dingen füllen oder Menschen verbringen, die das Lebensgefühl mindern?

Weniger über andere nachdenken. Weniger Lebenszeit verschenken. Mehr leben…


Wie seht ihr das? Ist weniger nicht manchmal einfach mehr?

11 Comments

  • shadownlight 23. April 2017 at 11:11 am

    Hey, da gebe ich dir absolut Recht!
    Liebe Grüße!

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  • Lila 23. April 2017 at 2:13 pm

    Für diesen Post gebe ich dir so etwas von den Daumen hoch!
    Meine Liste für 2017 war entsprechend knapp gehalten. Da stand nur Abschlussarbeit, Kosmetik leeren, irgendeinen Sport anfangen, sparen und wegfahren drauf. Das waren alles „soll“ und nicht „muss“ Aufgaben, wobei ersteres aus anderen Gründen zu einem „muss“ geworden ist. Ich bereue diese Entscheidung nicht. Vor zig Jahren war aufen so einer Vorsatzliste mindestens 20 Punkte. Vielleicht streiche ich für 2018 den Vorsatz, meine Kosmetik zu leeren, ganz aus der Liste. Ich werde im nachsten Jahr ganz andere Sorgen in ganz anderen Bereichen haben.
    Weniger Social Media ist so ne Sache. Wenn man seine Zeit sinnvoller nutzen möchte, tut eine Diät von Facebook, Instagram und Blogger eindeutig gut. Da ich aktuell extrem viel in der Uni hocke, habe ich am Wochenende keine große Lust und Kraft mehr raus zu gehen. Dann gammle ich lieber zuhause herum und lese Blogs. Mit den Freunden quatsch ich dann zwischendurch mal in der Kaffeepause oder am Telefon. Rausgehen tu ich lieber, wenn ich richtig Zeit dafür habe und nicht auf die Uhr gucken muss.
    Was bei mir vorne und hinten nicht klappt ist die Beschränkung auf ein Hobby. Ich habe es bei meiner letzten Abschlussarbeit veruscht und es hat mich extrem unglücklich gemacht. Dann habe ich lieber meine 5 Hobbies und mach sie so wie ich gerade Bock habe. Und wenn es dann mal 2h nachts wird und ich Montag morgens erstmal 2 Tassen Schwarztee brauche um auf der Arbeit zu funktionieren, ist es mir egal… Ich fühle mich damit einfach besser.

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    • Sonja 24. April 2017 at 8:39 am

      Dankeschön! Dass du am Wochenende keine Lust mehr hast, noch groß etwas zu unternehmen, kann ich mir vorstellen. Das wichtigste ist ja, dass es dir gut geht und du dich wohlfühlst!
      Das mit dem Hobby sehe ich genauso: Solange du Spaß daran hast, ist alles gut 😉 Nur manche übertreiben es maßlos und jammern dann^^

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  • Celine 24. April 2017 at 7:33 pm

    Super Post! Passt gerade sehr gut zu meiner Situation 🙂 Hauptsache noch 10 Dinge im Kopf die erledigt werden müssen, die mich davon abhalten im hier und jetzt zu leben und es zu genießen…
    Liebe Grüße Celine

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    • Sonja 24. April 2017 at 9:48 pm

      Danke dir Celine und viel Erfolg beim Umsetzen 🙂

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  • Tabea 24. April 2017 at 8:27 pm

    Eine schöne Idee, mal weniger zu wollen. Vor allem das mit dem „weniger Stress machen“ will ich wirklich in meinen Alltag integrieren und ich merke gerade, dass der Ponykauf mir da richtig geholfen hat, denn obwohl ich weniger Zeit habe, bin ich einfach entspannter und setze besser meine Priortäten 🙂

    Weniger Zeug zu kaufen, versuche ich schon seit über einem Jahr – und es läuft ziemlich problemlos und eher unbewusst.
    Social Media war für mich noch nie ein Thema wie für die meisten Blogger – ich nutze nur Twitter und habe da letztens auch ausgemistet und viele entfolgt, sodass ich da nur zwei bis drei Mal am Tag reinschaue und auch nur 0-4 Tweets am Tag absende.

    Mein Fokus im sozialen Leben liegt gerade auch auf den wichtigsten Freunden aus der Schulzeit… aber selbst da macht uns die Distanz häufig einen Strich durch die Rechnung. Und sonst hat Mama immer Platz Nr. eins in meinem Leben!!!

    Also, ich bin dabei: Mehr Leben und weniger blöde Leute, überflüssige Pflichten, Stress und Konsum. Danke für den Post!!!

    Liebe Grüße

    P.S.: Du brauchst dringend Share-Buttons, damit ich besser deine Posts teilen kann 😉

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    • Sonja 24. April 2017 at 9:47 pm

      Ich finde, dass du das so toll geschrieben hast, dass deine Mama immer die Nummer 1 ist! Finde ich klasse und kann ich total verstehen, da auch meine Mutter meine beste Freundin ist 🙂

      Share Buttons – noch nie darüber nachgedacht 😀 Behalte ich mal im Hinterkopf 😉

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  • Daniel 29. April 2017 at 11:09 am

    „Menschen, die nur fordern ohne euer Wohlbefinden zu fördern, bleiben euch nicht ein Leben lang treu. Daher bleibt euch selbst treu!“
    Sehr schöner Satz.

    Ich habe mich schon ein Jahren auf das Wesentliche reduziert und mir geht es seit dem um einiges besser!

    Dein Artikel kommt mir bekannt vor 🙂
    http://www.pooly.net/meine-weg-zum-minimalismus/

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    • Sonja 29. April 2017 at 11:13 am

      Vielen lieben Dank dir Daniel! Mir geht es in vielen Bereichen auch deutlich besser, seitdem ich mich auf das konzentriert habe, was wirklich wichtig ist. So bleibt außerdem mehr Zeit, sich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren 🙂

      Oh ja, aber das zeigt ja auch, dass diejenigen, die sich mit dem Thema Minimalismus beschäftigen, oft ähnlich denken! Ist ja eigentlich gut, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Konsum nicht alles im Leben ist 🙂

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  • Pläne bis Silvester - was du vor dem Jahreswechsel noch tun solltest 15. September 2017 at 5:44 pm

    […] Wenn du Zweifel hast, welche Pläne und Ideen wichtig sind und welche du vielleicht auf Eis legen so… […]

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