Warum sich manche zu Tode hypen

Es gibt den Healthy-Hype, den Lifestyle-Hype, den Sport-Hype, den Beauty-Hype, den Fashion-Hype und noch eine ganze Menge mehr – leider. Denn irgendwann haben sich die Leute zu Tode gehypt mit ihrem Wahn, jeden Hype mitzumachen und am besten selbst noch eine Hype auszulösen (so, das war jetzt oft genug „Hype“ in einem Satz^^).

Der Hype schon am Frühstückstisch

Mir wird es langsam unheimlich. Ehrlich! Mal ganz abgesehen davon, dass ich die ganzen „Schaut euch meinen Frühstückstisch mit dem super gesunden Bio-Obst aus dem Bioladen um die Ecke und dem Brot vom Bäcker, der das Getreide aus dem Nachbarort frisch vom Feld geholt hat…“, (ihr wisst was ich meine) Bilder nicht mehr sehen kann, kommt man zu alle dem noch ins Grübeln, wenn man nicht genauso lebt wie sie (lebe ich richtig oder mache ich wirklich alles falsch?). Wenn man nicht jeden Morgen einen frischen Blumenstrauß auf dem Schreibtisch stehen hat, neben sich eine angesagte Tasse mit seinen Initialien (oder noch besser: einen Starbucksbecher Karamell-Macchiato mit Vanillesirup, mit aufgeschäumter Soja-Milch und Milchschaum, Espresso und Karamell-Streuseln – gibt es den überhaupt? Ich bin einfach kein Starbucks-Mädchen^^) und im Hintergund baumelt ganz unschuldig die Louis Vuitton Tasche. Wenn man nicht den neuen Mac Lippenstift, den Dior Nagellack und das Chanel Puder zeigt, mit dem man sich gerade ein wenig „aufgepimpt“ hat. Wenn man an sich runterschaut und feststellt, dass diese Bloggerin da eine mega coole Lederröhre zu einem Kashmirpulli trägt und ich nur in Sportklamotten dasitze, weil die einfach so bequem sind. Während sie an einem Detoxtee nippt und ich nur meinen mega kalorienreichen Stracciatella Cappuccino (den dritten für heute!) leere. Während sie an ein paar Weintrauben knabbert, habe ich schon die halbe Packung Milka Pralinés geleert. Während ihre Haare in weichen Locken um die Schultern fallen, sind meine zu einem undefinierbaren Etwas zusammen geknuddelt . Während sie sich zum Mittagessen mit einer Freundin in der Stadt trifft, wärme ich die Nudeln vom Vortag auf. Während sie ihre 10km Laufrunde absolviert, bin ich nach 4 km schon stolz, überhaupt laufen gewesen zu sein.

Was ist an Fake so toll?

Versteht mich nicht falsch. Ich finde es absolut in Ordnung und auch richtig, wenn manche sich den Luxus leisten, teure Taschen/Klamotten/Wohnungseinrichtungen oder eben jeden Tag einen Kaffee to go zu haben. Schließlich geht auch jeder für sein Geld arbeiten.
Das zur Schau zu stellen, finde ich auch nicht schlimm. Schlimm finde ich nur, wenn extra für ein „GEFAKTES“ Bild Blumen arrangiert werden die normalerweise nie da sind. Wenn im Internet auf „mega healthy“ gemacht wird, während sich diese Person gerade einen total ungesunden, aber für die Seele leckeren Schokoriegel einverleibt. Wenn man ein Outfit postet, dass man so nie, nie, nie in der Öffentlichkeit anziehen würde.
Warum diese Getue? Dieses Gepose? Sind wir wirklich so weit, dass man ohne all dies nicht mehr auskommt? Dass man ein Leben vorspielen muss, das man eigentlich gar nicht führt? Geht es nur noch um Konkurrenzkampf in Sachen „wie lebe ich und wie lebst du?“
P.S. Keine Sorge, ich komme nicht wirklich ins Grübeln ob ich falsch lebe, denn ich lebe so wie ich leben mag – mit Stracciatella-Cappuccino, Sportklamotten und ganz viel Schokolade! Ach ja! Und das mit dem Blumenstrauß kriege ich vielleicht auch einmal im Jahr am Valentinstag hin 😉

23 Comments

  • muddelchen 11. Januar 2015 at 8:22 pm

    Ich liebe Starbucks, aber die Tassen finde ich potthässlich und würde ich mir niemals kaufen 🙂 Und warum das Getue, das Gehype usw.? Weil manche so arm sind, keinen eigenen Stil haben und sich einfach nur irgendwo dranhängen. Letztlich auch mit Sicherheit aus Gründen des Zugehörigkeitsgefühls, arme Welt kann ich da nur sagen. Ich war noch nie ein Mensch, der überall mitgezogen hat, ganz davon abgesehen, dass gewisse Dinge auch nicht in meine Preisklasse fallen oder mir schlichtweg nicht gefallen. Wieso muss ich eine Michael Kors-Uhr haben, die mir nicht mal gefällt. Klar soll sich jeder das kaufen, was ihm gefällt und wenn man einen Geschmack hat, den 80 Prozent andere Menschen auch haben, absolut in Ordnung, aber man sollte ihn nur haben, weil es den eigenen Vorstellungen entspricht, und da habe ich oft so meine Zweifel, ganz ehrlich. Mich langweilen mittlerweile auch Blogs, die alle die gleichen Trendprodukte vorstellen. Kaum hat ein High End Blog Hour Glass entdeckt, dauert es nicht lange und alle anderen ziehen nach (ist nur ein Beispiel gerade). Diese blöde Gehype lässt sich beliebig fortsetzen, im realen Leben ja genauso. Mir fehlt nichts, wenn ich mich dem nicht anschließe oder besser gesagt: Aussetze 🙂 Liebe Grüße

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  • irgendwieblog 11. Januar 2015 at 9:13 pm

    Guter Artikel. Ich habe darüber auch schon oft nachgedacht und finde es echt erstaunlich wie manche Dinge gehypt werden und vor allem, dass es auch noch funktioniert! Plötzlich finden alle z.B. diesen Marmoreffekt toll. Ich finde es wirklich interessant wie das dann so die Runde macht. Ich beobachte das gerne und versuche mich da aber nicht zu sehr reinziehen zu lassen. Und auch wenn ich dann dasitze und denke ‚Ach ja das sieht eigentlich ziemlich gut aus‘, will ich eigentlich auch nicht so rumlaufen wie jeder zweite oder eingerichtet sein wie es gerade in ist. Ich kann mich echt nicht komplett ausnehmen, kaufe auch mal den gehypten Lippenstift. Diese ganze Entwicklung ist schon ein paar Gedanken wert. Man muss sich bewusst sein, dass vieles Schein und Selbstdarstellung ist.

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    • FashionqueensDiary 11. Januar 2015 at 10:28 pm

      Danke :-)Ich sehe es so wie du: klar kann man bei „Sachen“ die einem gefallen, mitmachen und sie kaufen – ohne Frage. Man sollte nur dabei sich und seinem Geschmack treu bleiben und sich nicht dem Geschmack anderer anpassen 😉

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  • Lila 11. Januar 2015 at 9:58 pm

    Du sprichst mir grad aus der Seele *hype* Viele Fashion und Beautyblogger scheinen mehr Wert auf ihren Status bzw. das Erscheinungsbild zu legen als auf das was sie wikrlich sind. Ich finds dämlich wenn jeder das tolle, luxoriöse Leben vorspielt, das bestenfalls 5% aller Blogger tatsächlich haben.
    Ich kauf mir die Sachen die mir gefallen. Hin und wieder ist ein Hype Produkt darunter aber ich kaufe es nicht wegen dem Hype sondern einfach so, weil ich es mag. Michael Kors Taschen und Starbucks gehören übrigens nicht dazu. Sie sind einfach nicht mein Geschmack und ich hab eine besser Verarbeitung für den Preis gesehen.

    Sag mal weißt du eigentlich was Blogger Boots sind?! Dieser Begriff taucht ja immer öfter auf. Ist das der Inbegriff des Hypens?!

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    • FashionqueensDiary 11. Januar 2015 at 10:30 pm

      Blogger Boots? Noch nie gehört! Ich weiß zwar, dass auf viele Blogs Boots gerade der Renner sind (hab zwar auch welche, aber nicht erst seit dem Hype^^), aber was man sich unter Blogger Boots vorzustellen hat…keinen Plan 😀

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  • Michelle 30. Januar 2015 at 5:53 pm

    Ein sehr guter Artikel! Es fällt so schwer, sich nicht von den perfekten Bildern verführen zu lassen und sich selbst als hinterher, weniger fancy, weniger perfekt zu betrachten .. Ist aber viel Show dabei. Ich habe inzwischen Instagram deinstalliert, da es mich nur unglücklich macht.

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    • FashionqueensDiary 30. Januar 2015 at 6:55 pm

      Merci 🙂 Die Kunst ist tatsächlich einfach mal hinter die Fassade zu blicken um dann festzustellen, dass vieles nur gefakt ist…

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  • Kati 31. Januar 2015 at 1:33 pm

    Super Post!
    Selbstdarstellungszwang halt. Aber bitte, wers braucht… am Ende seines Lebens kann man dann auf ein wunderhübsches, gefaktes Instagram-Fotoalbum zurückblicken 😀 – das wiegt sicher schwerer als Authentizität sich selbst oder seiner Follower-Gemeinde gegenüber 😀

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    • FashionqueensDiary 31. Januar 2015 at 2:02 pm

      Dankeschön! Genau, wenn man alt ist, blickt man auf ein Leben zurück, welches man für ANDERE gefakt hat…traurig, aber wahr :-/

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  • jennasklrz 25. Februar 2015 at 12:02 am

    Soo wahr!! Toll geschrieben du triffst es echt auf den Punkt!:) Dasselbe denke ich auch wenn ich entsprechende Profile zB auf Instagram sehe..

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  • Der Hype um Detox, Cleaning und Minimalismus | 25. März 2015 at 10:58 am

    […] ich gemerkt habe, dass euch das Thema “Warum sich manche zu Tode hypen” interessiert hat, möchte ich mich heute nochmals diesem Thema zuwenden. Ein wenig anders […]

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  • Wenn Frauen schreiben… #14 (oder: Bloggerwahnsinn 1.0) | 13. September 2015 at 9:30 pm

    […] Warum sich manche zu Tode hypen, könnt ihr übrigens hier nachlesen […]

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  • Bloggerhype und Beautykonsum | 4. Oktober 2015 at 11:20 am

    […] Platz 1: Warum sich manche zu Tode hypen […]

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  • nantia's 8. Oktober 2015 at 12:17 pm

    wie wunderbar geschreiben.! ich musste diesen gleich auf meine FB-Seite teilen… dieses Worte müssen hinaus…. vielen lieben Dank ! ich grinse noch immer…

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  • Ida Mieke 8. Oktober 2015 at 9:40 pm

    Ein super Artikel und ja leider auch so wahr. Vor nicht all zu langer Zeit habe ich auch diesen ganzen Hopes nachgehangen, aber mittlerweile nervt es einfach nur noch und ich mache mir selber auch Gedanken, ob es diesen Leuten überhaupt Freude macht, was sie da machen oder anhaben etc. Ich finde es einfach toll einen Menschen anzusehen und zu merken, dass derjenige seinen eigenen Stil hat und einfach seinen eigenen Weg geht. Das sind einfach alles diese Normbilder die im Umlauf sind… einfach nur traurig, wie ich finde

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  • Jahresrückblick 2015 – von Blogger Hypes und Hashtag-Nutzern | 27. Dezember 2015 at 1:07 pm

    […] “Warum sich manche zu Tode hypen” war nicht nur im Januar der beliebteste Beitrag, sondern hat es auch in die Top 10 der meistgelesenen Beiträge auf meinem Blog geschafft. Ich hatte meinen Blog erst Ende 2014 gestartet und schon so meine Bedenken, gleich “am Anfang” mit so einem Tabu-Thema loszulegen, aber die Resonanz auf den Beitrag war für mich unerwartet gut und hat mir als kleiner Wegweiser durchs Jahr gedient, weil ich gemerkt habe: ich darf ehrlich sein. Ich darf schreiben was ich denke und nur die wenigsten nehmen es mir übel 😉 […]

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  • Blogger Hypes und Hashtag Nutzer-Jahresrückblick Teil 2 21. Mai 2016 at 11:02 am

    […] „Warum sich manche zu Tode hypen“ war nicht nur im Januar der beliebteste Beitrag, sondern hat es auch in die Top 10 der meistgelesenen Beiträge auf meinem Blog geschafft. Ich hatte meinen Blog erst Ende 2014 gestartet und schon so meine Bedenken, gleich „am Anfang“ mit so einem Tabu-Thema loszulegen, aber die Resonanz auf den Beitrag war für mich unerwartet gut und hat mir als kleiner Wegweiser durchs Jahr gedient, weil ich gemerkt habe: ich darf ehrlich sein. Ich darf schreiben was ich denke und nur die wenigsten nehmen es mir übel […]

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  • Blogger-Hype,Minimalismus & Hashtag Nutzer-Jahresrückblick Teil 2 22. Mai 2016 at 8:14 pm

    […] „Warum sich manche zu Tode hypen“ war nicht nur im Januar der beliebteste Beitrag, sondern hat es auch in die Top 10 der meistgelesenen Beiträge auf meinem Blog geschafft. Ich hatte meinen Blog erst Ende 2014 gestartet und schon so meine Bedenken, gleich „am Anfang“ mit so einem Tabu-Thema loszulegen, aber die Resonanz auf den Beitrag war für mich unerwartet gut und hat mir als kleiner Wegweiser durchs Jahr gedient, weil ich gemerkt habe: ich darf ehrlich sein. Ich darf schreiben was ich denke und nur die wenigsten nehmen es mir übel […]

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  • Social Media - wichtiger als das echte Leben? 5. Juli 2016 at 9:10 pm

    […] für meinen Teil werde den Hype um die ganze große (ziemlich abstruse) Social Media Welt wohl nie so richtig verstehen. Mal […]

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  • Bloggerhype und Beautykonsum - eure liebsten Beiträge 28. August 2016 at 4:56 pm

    […] Platz 1: Warum sich manche zu Tode hypen […]

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  • Der Hype um Detox, Cleaning und Minimalismus 10. September 2016 at 8:52 am

    […] ich gemerkt habe, dass euch das Thema „Warum sich manche zu Tode hypen“ interessiert hat, möchte ich mich heute nochmals diesem Thema zuwenden. Ein wenig anders […]

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  • Wenn Frauen schreiben... #14 (oder: Bloggerwahnsinn 1.0) 23. November 2017 at 11:52 am

    […] Warum sich manche zu Tode hypen, könnt ihr übrigens hier nachlesen […]

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