Warum ich nicht als #Girlboss bezeichnet werden will

#girlboss

Ein #Girlboss ist tough, stark, hat Ehrgeiz. Sie beißt sich durch, kämpft und am Ende? Ja, am Ende gewinnt sie. Ein #Girlboss ist erfolgreich, hat ihr Leben fest in der Hand. Sie führt ihr eigenes Unternehmen, ist ihr eigener Boss – und das als Frau. Sie ist etwas besonderes, zeigt Charakter und Stärke.

Jeder möchte ein #Girlboss sein!

Eine Frau, die man bewundert für das, was sie erreicht hat. Die zu sich selber steht und von nichts und niemandem abhängig ist. Eine Frau, die so viel Selbstbewusstsein hat, dass es manchmal für zwei reicht und die so überaus diszipliniert ist, dass ihr die Arbeit nichts ausmacht – und die für die Augenringe mindestens 10 Gegenmittel kennt.

Ein #Girlboss ist eine Frau, die so stark ist, dass sogar die Männer Respekt vor ihr haben. Respekt vor ihrer Leistung, die sie als Frau bringt. Respekt vor der Härte, die sie so gern an den Tag legt. Geht man nach einem der Hypes, will jede Frau ein #Girlboss sein – nur ich nicht.

…lass mich Mädchen bleiben…

Ich will kein #Girlboss sein. Will keinem Trend nacheifern. Ich will einfach nur ich sein! Will ein Mädchen bleiben, dass sich ihre Träume erfüllt hat. Ein Mädchen, dass sich immer noch gern in die starken Arme eines Mannes legt und beschützt werden will. Will ein Mädchen sein, dass sich die Leichtigkeit im Alltag bewahrt und nicht als männermordende Furie bekannt ist. Ich will das Mädchen bleiben, dass sich im Winter an ihn schmiegt und sich von ihm wärmen lässt. Dass Schwäche zeigen darf und froh ist, wenn er den Kamin für sie anzündet.

An manchen Tagen will ich auch vom Mädchen zur Frau werden. Zur Frau, die sich ihrer Ausstrahlung bewusst ist und diese in Szene setzt. Zur Frau, die sich ein Business aufgebaut hat, dieses in der Hand hat, aber den Ausdruck „Boss“ nur abstoßend findet – weil es zu hart klingt – für sie, die im Herzen immer noch ein kleines Mädchen ist. Ein kleines Mädchen, dem ein Lächeln zu entnehmen ist, wenn sie am Meer sitzt und die Wellen sie an den Füßen kitzeln. Wenn der Hund seine dollen 5 Minuten hat und sie zum Lachen bringt. Wenn er ihr einen Strauß Blumen mitbringt – einfach so, weil sie sein Mädchen ist.

Warum es so viel schöner ist, kein #Girlboss zu sein

Mit den Mädels in der Runde lachen und von Disney-Filmen verzaubern lassen. Sich an einem rosanen Blumenstrauß erfreuen und ihn neben den rosa Timer stellen. Die weißen Ballerinas tragen, die ihre Bräune so schön zur Geltung bringen. Sich lebendig fühlen, weil sie nicht hart sein muss, nur weil andere es von ihr verlangen. Unbeschwert durchs Leben gehen, weil man nicht von ihr erwartet, dass sie immer und überall im Business-Dress auftaucht. Keine harten Worte, keine kühle Ausstrahlung, kein Militär-Ton, keine Kommandos oder Zwänge…

Kein #Girlboss sein und trotzdem den selbst erarbeiteten Erfolg genießen – als Mädchen – ist so viel schöner!

Foto: Lothar Franz

21 Comments

  • 4urday 30. Juli 2016 at 10:28 am

    Ein sehr schöner Artikel =) Ich finde eine Frau sollte Frau bleiben. Man kann ja beides miteinander kombinieren. In manchen Situationen ist es vielleicht erforderlich ein Girlboss zu sein und in anderen kann man dann wieder das Mädchen sein.

    Liebe Grüße,
    Hannah

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    • Sonja 30. Juli 2016 at 10:29 am

      Das ist richtig, ich finde es nur immer schade, dass Frauen, die tough und stark sind, oftmals nicht mehr als Frau wahrgenommen werden 🙁 Und das man als Frau immer noch ein Mädchen sein kann, dass sich am Leben erferut – und nicht nur ein Boss hinter dem Schreibtisch ist^^

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  • marieminimalisiert 30. Juli 2016 at 11:14 am

    Selbstbewusst, stark und erfolgreich sein hat nichts damit zu tun, seine Attraktivität zu verlieren und keine Freude mehr zu haben. Das Problem ist nicht, dass diese Personen dann kalt und nur noch aufs Arbeiten fixiert wären. Das Problem ist, dass – wie du selbst sagst in deinem Kommentar- eine starke Frau nicht mehr als Frau wahrgenommen wird, sondern als Mann.
    Denn Frauen sind ja bestenfalls ‚Mädchen‘, die beschützt werden müssen und deren oberste Priorität es zu sein hat, Männern zu gefallen und deren Ego zu unterstützen, während sie sich von ihnen abhängig machen. Frauen sollen eben nicht die privilegierte Stellung des Mannes einnehmen.

    Wenn du doch erkannt hast, dass dies so wahrgenommen wird – wieso unterstützt du dann dieses Bild? Wieso schreibst du, du willst kein ‚Girlboss‘ sein, sondern ein ‚Mädchen‘ und teilst ganz klar in 2 Kategorien, die von unreflektierten Klischees nur so sprudeln?

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    • Sonja 30. Juli 2016 at 11:24 am

      Ich weiß ja nicht ob ich mich so falsch ausgedrückt habe oder du mich einfach falsch verstanden hast… Dass selbstbewusst und erfolgreich sein nichts damit zu tun hat, seine Freunde zu verlieren oder weniger attraktiv zu sein…habe ich so nicht geschrieben.
      Mir ging es nur darum, dass ich es schade finde, dass viele bei einer erfolgreichen Frau nicht mehr sehen, dass sie auch eine andere Seite hat. Eine, die eben nur die eines typischen Mädchens ist. Die auch Romantik mag, schöne Kleider – und nicht nur knallharte Businessgespräche im Kopf hat. Es ist eben ein Klischee, dass harte Businessfrauen keine weibliche Seite mehr an sich haben, das habe ich damit ausdrücken wollen – mehr nicht 🙂 Ich finde daher nicht, dass ich ein falsches Bild unterstütze – aber ist natürlich ganz klar Ansichtssache 🙂

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      • marieminimalisiert 3. August 2016 at 11:49 am

        Hallo nochmal 🙂
        Sorry für die verspätete Antwort! Aber ich möchte hier gerne nochmal anknüpfen. Meine ersten Sätze des Kommentars waren keine Zitate, sondern allgemeine Thesen.
        Ich finde eben, dass es schade ist, dass du nicht schreibst: Auch ein ‚Girlboss‘, die typischerweise für toughes Auftreten und Stärke bekannt ist, hat sanfte Seiten und das ist absolut vereinbar.
        Sondern du schreibst: Ich bin kein Girlboss. Ich bin ein Mädchen. Ich will in den Armen eines Mannes liegen, beschützt werden usw. Damit wird ganz klar markiert – die ‚Girlboss‘-Fraktion: streng, kalt, kein Spaß, ‚männermordende Furie‘, ‚Militär-Ton‘ – und die andere Seite – Mädchen: Träumen, Spaß, Freude, usw.
        Das suggeriert, dass das ‚Girlboss‘-Sein träumen, Spaß, Liebe und Freude ausschließen würde und andersherum, dass das Mädchensein Selbstständigkeit und beruflichen Erfolg ausschließe.
        Ich denke du stimmst mir auch darin zu, dass dies einfach nicht so ist. Und wie bereits erwähnt, sind beide Seiten hier mit Klischees überladen.

        Es ist einfach kein realistisches Frauenbild.
        Die Beschreibungen von Mädchen und Girlboss, die du widergibst, sind seltsame Stereotypen, die vorallem von einer männlichen Perspektive so geprägt wurden.

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        • Sonja 6. August 2016 at 9:33 am

          Der Satz „…Zur Frau, die sich ihrer Ausstrahlung bewusst ist und diese in Szene setzt. Zur Frau, die sich ein Business aufgebaut hat, dieses in der Hand hat, aber den Ausdruck „Boss“ nur abstoßend findet – weil es zu hart klingt – für sie, die im Herzen immer noch ein kleines Mädchen ist.“ sagt doch aber all das aus – dass sich eben das eine durch das andere nicht ausschließen muss 😉

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  • shadownlight 31. Juli 2016 at 8:50 am

    hey, wenn du girlboss so beschreibst, dann kann ich sagen, dass ich das auf meiner arbeit sogar sein muss, sonst gehe ich zwischen all den jugendlichen, die ich betreue, unter. aber in meiner freizeit bin ich auch lieber das mädchen :).
    liebe sonntagsgrüße!

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    • Sonja 1. August 2016 at 9:06 am

      Aber es gibt immer noch einen Unterschied ob man es in einem Moment sein muss oder ob andere einen den ganzen Tag dazu machen 😉

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  • Lila 31. Juli 2016 at 3:23 pm

    Ich höre diese Bezeichnung zum ersten Mal, aber so wie du sie schilderst, will ich auch nicht so genannt werden xD Wir teilen uns da wohl die gleiche Einstellung. Ich bin zwar auch gerne ein was-zu-sagen-haber, aber den ganzen Laden alleine schmeißen, schwere Sachen heben und pausenlos herumkommandieren ist auch nicht so ganz meins… Wenn mir aber jemand mit Sprüchen a la „Frauen und Technik“ ankommt, dann werde ich ruckzuck zum Biest.

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    • Sonja 1. August 2016 at 9:07 am

      Echt? Und dabei geistert der Begriff doch schon seit Monaten durchs Netz 😀 Aber glaub mir: hast nichts verpasst 😉
      Hihi, du bist ja auch Technikbegabt – bei mir würde der Spruch durchaus passen 😀

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  • borstigesflauschi 1. August 2016 at 8:00 pm

    Vorab: Ich liebe dein Bild. Dein Blick ist so intensiv, wäre ich ein Kerl (und etwas oberflächlich) ich hätte mich jetzt ein bisschen verliebt.

    Zu deinem Beitrag:
    Der Typ Frau erinnert mich ein wenig an diese Antagonistenfrauen aus Frauenliteraturen; jene die Ende 50 sind, total verbiestert und den kleinen Praktikantinnen das leben schwer machen. Oder an diese eine Hellhaarige aus einer Sendung die ich hier nicht nennen will, hat etwas mit 4 Personen zu tun vor denen kleine Unbedarfte Niemande ihre Erfindung präsentieren können und entweder gefördert werden oder nicht. Verbiestert, unfreundlich, patzig, aber immer in den besten Klamotten, beste Schminke und immer die Zahlen im Blick und was für sie dabei herausspringt.
    War das beabsichtigt? Ich hoffe nicht 😀

    Ich möchte nämlich auch kein Girlboss sein. Ich brauche meine Zeit zum Träumen, Fehler um daraus zu lernen und jemandem den ich zu arbeiten kann. Girlboss heißt nämlich vorallem eines: 100% Verantwortlich für alles sein.
    Ich gönne das jedem der damit zurecht kommt und am Ende des Tages mit einer leeren To-Do Liste und einem Lächeln nach Hause geht.
    ich kenne aber leider so einige die das nicht tun, die am Ende verbiestert sind und ihre Umgebung hassen.
    So möchte ich nicht enden.
    Tough und selbstbewusst auch mal den Mund aufmachen können: Gerne ja
    Das Machoweib markieren, dass sich über alle stellt: danke… nein

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    • Sonja 2. August 2016 at 9:53 am

      Ui, vielen lieben Dank für das Kimpliment 🙂

      Glaub mir, ich weiß tatsächlich nicht, welche Sendung du meinst 😀 Ich glaube, ich schaue einfach zu wenig Fernsehen 😀 😀 😀

      Wenn ich deine Zeilen so lese, bestätigt dass meinen allgemeinen Eindruck aber. Irgendwie will das keiner so wirklich sein, aber der Hype als damals das Buch rauskam, war riesen groß (wahrscheinlich weil es ein Hype war, dem sich jeder des Image wegen anschließen wollte – keine Ahnung^^)…

      LG und dir eine schöne Woche!

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  • drnessy 3. August 2016 at 9:40 am

    Gefällt mir gut, wie Du Deinen Artikel hast. Ich kannte diesen Begriff bis dato noch gar nicht! Sind Happinessygirls ,,Girlbosse“? Ich würde mal sagen – kommt darauf an… Alles Liebe, Nessy von den happinessygirls.com

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  • Christina 7. August 2016 at 9:11 am

    Ich kann dir da nur zustimmen! Mit dem gehypten Begriff Girlboss kann ich persönlich auch nur wenig anfangen.
    Liebe Grüße,
    Christina ♥ https://caliope-couture.com

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    • Sonja 7. August 2016 at 12:53 pm

      Merci und dir einen schönen Sonntag!

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  • smajlispassion 15. August 2016 at 10:12 pm

    Super süßer Beitrag,
    ich bin zwar ein Fan des Begriffs, finde aber deine Ansicht auch sehr schön !
    Liebst Mel

    smajlispassion.wordpress.com

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    • Sonja 15. August 2016 at 10:15 pm

      Dankeschön! Ja, ich denke, dass man in diesem Sinne wohl jedem Begriff mehrere Definitionen zuordnen kann 😉
      LG

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  • tinainthemiddle 24. August 2016 at 6:50 pm

    Das finde ich wirklich interessant. Wir haben eines gemeinsam – wir mögen diesen Hashtag nicht. Aber aus ganz unterschiedlichen Gründen, ja sogar gegensetzlichen Gründen. Du interpretierst in diesen Begriff etwas hartes, toughes und eine Frau mit kühler Ausstrahlung. Ich hingegen interpretiere druch das Wort Girl in diesen Hashtag eine Verniedlichung der eigenen Leistungen. Sehr interessant, wie unterschiedlich man diesen Begriff auffassen kann. Wie auch immer, die perfekte Mischung macht’s natürlich – tough, zielstrebig und durchsetzungsfähig (nicht herrisch) im Beruf und dann mit den Freundinnen treffen und einfach locker drauf sein. Biestig kann jeder werden, wenn er überfordert ist, egal ob selbstständige Geschäftsfrau oder halbtagsarbeitende Angestellte. Man muss eben seine ideale Work Life Balance finden, dann passt das 😉

    Alles Liebe,
    Tina

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    • Sonja 25. August 2016 at 4:53 pm

      Danke für dein Kommentar, aus deiner Sichtweise habe ich es tatsächlich noch nie betrachtet, finde sie aber gut!!!

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  • Was das Wort Girlboss für mich aussagt 30. August 2016 at 2:22 pm

    […] meiner Recherche zu diesem Thema, bin ich auf sehr interessante Posts gestoßen. Fashion Queens Diary schreibt zB. Warum sie nicht als #Girlboss bezeichnet werden möchte. Das wir diesen Begriff nicht […]

    Reply
  • Warum ich als Freiberuflerin auf passive Einnahmequellen setzen möchte 9. September 2017 at 10:39 am

    […] eigenen Regeln halten muss. Mein eigener Boss sein darf. Nicht zu verwechseln mit dem typischen Girlboss-Geplapper…Fakt ist: Ich möchte auch dann Geld verdienen, wenn ich mal nicht aktiv dafür am Schreibtisch […]

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