bodyshaming

Warum mir euer #Bodyshaming auf den Zeiger geht…

Bodyshaming - egal wo man hinschaut, dieses Wort dominiert. Und es geht mit gewaltig auf den Zeiger - im Netz als auch in der Realität.

"Ist es für dich ok, wenn sie mal mit zum Training kommt?"

"Ja klar, warum denn nicht?"

"Sie hat so ein bisschen Bedenken wegen ihrer Figur, nachdem ich ihr erzählt habe, dass du groß und schlank bist..."

Wenn andere ein Problem mich sich und ihrem Body haben - bitte. Jedem das seine und klar darf jeder offen darüber reden. Aber irgendwann nervt es auch. Wenn andere, die sonst kein Problem mit ihrem Äußeren haben, nur noch hören wollen, was sie doch für eine tolle Figur haben, dass sie sich keine Gedanken machen müssen, dass sie einfach toll aussehen...

Kurz: Bodyshaming hat so ein wenig was von: Ich brauche Bestätigung und Lob - JETZT!

Was interessiert mich denn deine Konfektionsgröße? Macht sie dich sympathischer? Lustiger? Interessanter? Zu einem besseren Menschen?

Eben...

bodyshaming

Es gibt immer noch Menschen, die sich wirklich darum Gedanken machen, was andere von einem denken könnten. Als sie dann mit zum Training kam, musste ich unweigerlich an die ganzen Bodyshaming Beiträge im Netz denken. Warum hat sie Scheu vor mir? Sie ist kleiner als ich, ja.

Sie trägt vielleicht ´ne 38 oder 40. Und weiter? Interessiert mich das wirklich? Mir geht es um den Spaß beim Training. Da interessiert es mich doch nicht, ob ihre Cellulite delliger ist oder sie vielleicht mehr Bauch und Po hat... Diejenigen, die wirklich ein Problem mit sich haben, sind die einen. Ich rede von denen, die sonst auch jedem in der Welt zeigen, dass sie vor Selbstbewusstsein strotzen. Die ihr Leben (im Bikini) sonst auch problemlos auf Instargram ausbreiten...

Wer sagt jetzt, was richtig ist?

Diejenigen, die sich selbst als übergewichtig sehen, lassen sich im Netz feiern wie Stars - weil sie zu ihrem Übergewicht stehen. Müssen sich deshalb auch diejenigen feiern lassen, die untergewichtig sind? Wer bestimmt überhaupt noch, welche Proportionen richtig sind? Und welche falsch?

Müssen wir nun nach den Konfektionsgrößen geiern, die uns das Fernsehen vorgibt oder können wir uns doch entspannt zurücklehnen, so wie es in vielen Frauen-Zeitschriften suggeriert wird?

bodyshaming

Bodyshaming ist das neue Size Zero!

Doch auch dieser "Trend" wird irgendwann vorbei sein.

Und dann kommt der nächste absurde Versuch, etwas zu feiern, was nicht gefeiert werden muss...

So ist es immer...

Sag mir, warum...

Warum muss ein Topmodel Size Zero oder Plus Size tragen?

Warum darf ein Topmodel nicht eine Größe tragen, die irgendwo dazwischen liegt? Die laut Ärzten als gesund bezeichnet wird? Ist das vielleicht zu langweilig in einer Welt, in der es nur noch ums Angeben geht?

Warum gibt es Mode-Labels ausschließlich für große Größen oder nur ganz schmalen Hüften? Kommt das Thema vielleicht sogar von den Modeketten? Von den Designern? Von denen, die nur die Extremen feiern?

 

Bodyshaming ist ein Trend

Je mehr man an sich zu bemängeln hat, desto sympathischer finden die Follower einen. Bodyshaming wirkt menschlich. Jeder hat seine persönlichen Problemzonen, jeder darf darüber Jammern - das ist auch gut so. Vergessen sollte man nur nicht, dass es die wenigsten interessiert, ob man eine Hose in 34 oder 40 anhat. Es geht um uns Menschen, unsere Persönlichkeit - nur sie macht uns aus. Nicht unsere Konfektionsgröße.

Sich selbst zu kritisieren ist okay, manchmal auch gut, wenn dadurch die Gesundheit verbessert werden kann.

Weniger gut ist der Trend, der sich daraus entwickelt. Aber Schweigen ist irgendwie auch der falsche Weg, oder?

Was denkt ihr zu diesem Thema?

8 Comments

  • shadownlight 1. Juni 2017 at 6:52 pm

    Hey, ich gebe dir absolut Recht. Es geht nicht um die Größe und mich nervt das alles auch sehr. Vor allem aber die magersüchtig Aussehenden- das ist ein sehr gefährlicher Trend.
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 3. Juni 2017 at 5:37 pm

      Und leider sind schon viel zu viele daran gestorben. Das ist auch so ein Punkt, den ich vor allem in der heutigen Zeit nicht verstehen kann. Überall wird nach Aufklärung geschrien, aber die, die es hören müssten, denen man es regelrecht eintrichtern müsste, schaffen den Absprung aus der Krankheit dennoch meist nicht mehr…

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  • bknicole 3. Juni 2017 at 3:55 pm

    Mir ist die Kleidergröße, die jemand trägt auch absolut egal, denn jeder muss sich so mögen wie er ist und mit seinem Körper zufrieden sein. Der Rest sollte einen nicht stören. Ich kann aber auch verstehen, wenn man im Internet darüber seine Gedanken teilt, gerade dann, wenn man im echten Leben angegriffen wird oder dumme Sprüche ertragen muss. Warum sollte man sich dann nicht auch zu Wort melden dürfen? Und andere darauf hinweisen, dass sie einen verletzten bzw. was solche Aussagen bei anderen anrichten? Viel zu oft vergessen menschen, dass sie mit ihren Aussagen genau das tun und das alles was man sagt auch Konsequenzen nach sich zieht.

    Wenn man natürlich nur Aufmerksamkeit möchte, dann ist es was anderes. Aber ich glaube man merkt sehr gut an den Beiträgen, welche auf Aufmerksamkeit ausgelegt sind und welche nicht.

    Der Trend zu immer kleineren Konfektionsgröße wird definitiv von den Medien und der Modeindustrie geschürt, aber auch in vielen Modeläden habe ich das Gefühl, dass Hosen und Röcke immer kleiner und enger geschnitten werden. Ich frage mich dann immer, wer da noch reinpassen soll? Aber gerade in Zeiten, wo es angesagt ist, die kleinste Konfektionsgröße zu haben, sollte man diese nicht noch kleiner machen, als sie eh schon sind. Das ist ebenfalls gefährlich. Zumal es auch mir dann manchmal so geht, dass ich mich dick fühle, wenn ich mal wieder zu einer größeren Größe greifen musste und meine Standardgröße zu klein ist. Man fragt sich dann immer selbst, ob man zugenommen hat, zu dick ist, obwohl das quatsch ist. Sie ist halt nur anders geschnitten. Aber wenn ich damit schon Probleme habe, wie geht es dann jungen Mädchen, die noch unsicher mit sich selbst und ihrem Körper sind?

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    • Sonja 3. Juni 2017 at 5:41 pm

      Lieben Dank dir für deine ausführliche Sicht deiner Gedanken! Ja, du hast definitv Recht mit dem, was du schreibst. Einigen merkt man es bewusst an, andere springen nur auf den Zug auf und wollen auch ein paar „liebe und aufmunternde“ Worte erhaschen. Es wird da immer zwei Seiten geben, wie wohl bei jedem Thema.

      Zu deinem letzten Absatz habe ich vor kurzem im Fernsehen auch einen Bericht gesehen. Eine Modefirma hat ganz klar gesagt, dass sie bewusst nur kleine Größen produzieren, weil ihre Klamotten an dünnen Menschen einfach besser präsentiert werden würden. Zudem ist die Firma der Meinung, dass es dann für die „Dickeren“ ein Ansporn sein könnte, selbst ein wenig mehr auf die Figur zu achten… Da blieben mir echt die Worte weg.

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  • Tabea 3. Juni 2017 at 8:38 pm

    Also auch wenn ich deine Texte sonst nur unterstützen kann, muss ich hier doch mal widersprechen: Nicht jeder, der sich für seinen Körper schämt, sucht Bestätigung. Es gibt sooo viele Leute, die nicht nur jammern, sondern wirklich glauben, sie seien nicht okay. Ich kenne jemanden, der sich nicht mehr zum Schwimmen traut, weil er etwas kräftiger ist und viele Pickel-Narben hat. Der tut mir so leid… Und auch ich selbst dachte immer WIRKLICH, ich wäre zu dick… bis ich sichtbar abgemagert war. Sowas ist echt belastend und sollte daher nicht so pauschalisiert werden.

    Klar, geschwiegen werden sollte nicht – und ich finde es gut, dass du nicht für mehr dickere oder dünnere Menschen plädierst, sondern für mehr „normal“. Mir persönlich ist die Figur meiner Mitmenschen nämlich auch herzlich egal, und ich finde es schade, wenn sie selbst sich nicht wohlfühlen können.

    Liebe Grüße

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    • Sonja 3. Juni 2017 at 9:32 pm

      Das habe ich damit auch nicht sagen wollen. Natürlich gibt es genug, die wirklich Probleme mit sich haben. Ich habe in meinem Text ausschließlich die gemeint, die sich bewusst diesem aktuellen „Hashtag-Trend“ anschließen, um im Gespräch zu sein, ein wenig Lob einheimsen zu können und Bestätigung für sich suchen – welche sie jedoch nicht wirklich brauchen, weil ihnen in jedem Beitrag und unter jedem Foto gesagt wird, wie toll sie doch sind…

      Diejenigen, die ernsthaft ein Problem mit sich haben, habe ich nicht angesprochen. Sorry, falls das falsch rüberkam im Text :/

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  • Susanne 7. Juni 2017 at 11:18 am

    Hallo Sonja,
    mein Körper ist für mich Privatsache und mir käme es nicht in den Sinn, öffentlich Fotos darüber zu posten und mich darüber auszulassen was nicht passt. Ich kann deinen Unmut darüber verstehen und konsumiere deshalb auch die Soical Medias und Blogs sehr bewusst. Liebe Grüße, Susanne

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    • Sonja 7. Juni 2017 at 2:12 pm

      Hallo Susanne,

      lieben Dank für deine Worte! Im Grunde ist es mir „meistens“ egal ob jemand über sich mal jammert und schimpft – solche Phasen haben wir alle mal^^ Aber dieses ständige „Oh, ein neuer Hashtag! Da muss ich doch gleich mitmachen!“ – Das geht für mich gar nicht 😀

      Liebe Grüße an dich und eine schöne Restwoche 🙂

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