Kolumne: Von To Do Listen und Motivationstipps

Ich hasse es, wenn ich mich in Dinge verrenne und es zu spät merke. Ich kam von der Arbeit nach Hause und war motiviert. So richtig motiviert, nun etwas Produktives zu erledigen. Ich hatte schließlich so einiges auf meiner To-Do-Liste was nur darauf wartete endlich erledigt zu werden. Aber erst einmal musste ich mich stärken. Also schnell ein Käsebrot gemacht und ab auf die Couch. Nachrichten beim Essen gucken ist ja schließlich etwas, was als „bildend“ bezeichnet werden könnte. Danach war die anfängliche Euphorie, meine Liste abzuarbeiten, jedoch hinfällig. Aber Motivation ist bekanntlich das Zauberwort des Tages und so lenkte ich mich erst einmal mit unzähligen Social Media Kanälen ab. Ist ja auch zu interessant. Und die Motivation käme bestimmt von alleine. Irgendwann landete ich auf einem Blog – und da waren sie: unzählige Tipps zur Motivation. Tipps, wie man sich quasi selbst in den Hintern treten konnte um auch daheim etwas zu tun, was man anschließend als produktiv bezeichnen könnte. Und so klickte ich mich durch den Blog. Post um Post. Beitrag um Beitrag.

Ignoriere die Zeit – und dann die To Do Listen

Irgendwann beschloss ich dann mir einen Tee zu machen und ging in die Küche. Während der Wasserkocher vor sich hin brodelte, fiel mein Blick auf die Uhr. Es war halb 9. Ich war seit über 3 Stunden daheim und hatte nichts, aber auch gar nichts geschafft. Ich war sauer. Sauer auf mich selbst, weil ich genau wusste, dass ich die nächsten 2 Abende nicht so früh daheim sein würde und somit keine Zeit hätte, etwas zu erledigen.

Und dann ging alles ganz schnell. Eine Duftkerze wurde angezündet. Der Tee hatte nun ein wenig Zeit zum Ziehen, während ich mir das Gesicht wusch und es anschließend mit Öl behandelte. Zurück am Schreibtisch schnappte ich mir meine To-Do-Liste und überprüfte, welche Aufgabe ich zuerst erledigen konnte. Nun, was soll ich sagen? Die meisten Punkte fielen weg. Ich musste dafür entweder das Haus verlassen oder hatte gewisse Unterlagen nicht zur Hand und so machte sich schnell Frust breit.

Als ich eine halbe Stunde später immer noch frustriert am Schreibtisch saß und meine E-Mails checkte, merkte ich, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte. Ich hatte den ganzen Abend Zeit gehabt und habe nicht eine Zeile meines Buches überarbeitet. Und genau das werde ich jetzt tun. Es ist zwar schon spät und mein Wecker klingelt morgen früh um 6 Uhr, aber ein wenig an meinem Buch werde ich jetzt noch arbeiten. Wofür habe ich schließlich die ganzen Motivationstipps gelesen?

8 Comments

  • absolutpia 31. Januar 2015 at 11:14 am

    Ach Gott, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut!!! Den inneren Schweinehund zu überwinden ist nicht immer ganz einfach 🙂

    Reply
  • tinteundpapier 31. Januar 2015 at 4:57 pm

    Schreiben und übers Schreiben lesen sind leider zwei völlig verschiedene Dinge und meistens klaut das Letztere dem Ersten die Zeit – das hab ich leider auch schon gemerkt! Respekt, dass du dich trotz so später Stunde noch ans Arbeiten gemacht hast!

    Reply
  • nordicwannabe 31. Januar 2015 at 11:23 pm

    hehe 😉

    Reply
  • Die To Do Liste als Motivationshelfer | 1. Juli 2015 at 10:04 pm

    […] meinem letzten Beitrag zu diesem Thema (Klick) hat sich einiges verändert. Ich ziehe es jetzt tatsächlich konsequent durch. Ich bearbeite meine […]

    Reply
  • Wenn Frauen schreiben… #14 (oder: Bloggerwahnsinn 1.0) | 13. September 2015 at 9:29 pm

    […] sich zu viel vor, halsen sich zu viel auf und wundern sich, wenn am Ende nur ein Bruchteil der To Do Liste geschafft wurde. Frauen die schreiben, sind oftmals auch Blogger. Und die machen sich manchmal zu […]

    Reply
  • Die To Do Liste als Motivationshelfer 10. September 2016 at 10:46 am

    […] meinem letzten Beitrag zu diesem Thema hat sich einiges verändert. Ich ziehe es jetzt tatsächlich konsequent durch. Ich bearbeite meine […]

    Reply

Leave a Comment