Bikini Bridge, Thigh Gap & Paperchallenge – Hashtags des Wahnsinns

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Über den Trend mit den Trends hatte ich bereits vor 2 Jahren schon einmal geschrieben. Damals waren es noch der Tigerkopf von Kenzo und die toootaaaal angesagten Comic-Schriftzüge, über die ich dezent brüllend meine Meinung geäußert habe. Heute sind es diese Hashtags, die mich verfolgen, irritieren, staunen lassen und letztendlich dazu bringen, mein Unverständnis auf die Tastatur einzuhämmern. Frustabbau – ihr wisst schon.


Von der Einhorn Schokolade und der #bikinibridge

Thigh Gap – die Oberschenkellücke – müsste für jeden ein Begriff sein. Ist schließlich einer der Trends, der wirklich in allen Medien präsent war und eifrig von vielen angestrebt wurde. Die Bikini Bridge ist einer dieser neuen Viral-Trends, der mit Absicht erstellt wurde, um zu schauen, wie schnell sich so etwas im Netz verbreitet – und wie schnell Mädels diesem Magerwahnsinn folgen. Die Hüftknochen müssen im Liegen so weit hervorstechen, dass sich zwischen zwischen dem „Bauch“ und dem Stoff der Bikinihose eine Lücke bildet. Hätte es nicht ein Viral-Trend sein können, den man verkraften kann? Der nicht dazu führt, dass sich die ohnehin schon mageren Mädels noch mehr in den Magerwahnsinn stürzen? Verantwortung, Hallo? Dass die Einhorn-Schokolade schon zum (kranken) Wahn wurde, ok. Kann man verkraften. Wer sich diese wirklich für 50 Euro auf Ebay ersteigert hatte – selbst Schuld. Aber einen Trend zu kreieren, der nicht nur im übertragenen Sinne krank macht – unfassbar.


#Paperchallenge und #Fishgape

Als ich bei der Recherche nach der #Bikinibridge auf die #Paperchallenge stieß, dachte ich im ersten Moment an einen dummen Scherz. An etwas, was nicht sein kann. Traurige Realität: es geht noch schlimmer. Der Trend rund um die Paperchallenge ist für mich… mir fällt ehrlich gesagt kein Wort dazu ein. Wie denn auch, wenn es darum geht, dass ein Din A4 Blatt (hochkant!!!) vor die Taille gehalten wird und diese quasi hinter dem Blatt verschwinden muss. Dünn, dünner – und irgendwann haben sie sich zu Tode gehungert.

„Damals“ gab es wenigstens noch Trends, über die man lachen konnte. Hashtag Duckface hat sich zum Glück irgendwann selbst beerdigt – lustig waren die teilweise herrlich überzogenen Bilder aber schon. Damit es rund um die Schnute, pardon, im Gesicht, aber nicht ganz so langweilig wird, wurde schnell ein neuer Trend kreiert: der Fish Gape. Mund leicht öffnen, Zähne zeigen – dezent natürlich. Wer hier den Ausdruck der Augen nicht beherrscht, sieht schnell sehr amüsant und „fischig“ aus. Fehlen nur noch die Blubber-Geräusche – aber immerhin ein Trend, der zum Lachen ist – nicht zum Weinen.


Was uns der Trend mit dem Fish Gape sagen könnte

Es gibt noch Menschen, die haben nicht nur das Gewicht im Kopf. Die können einen Trend toll finden, der sich binnen Sekunden nachahmen lässt. Ohne Gefährdung der Gesundheit. Und zum Spaß der Allgemeinheit kann es ebenfalls beitragen. Wenn denn die Schnute zu sehr Richtung Fisch mutiert. Oder sich am alten Duckface orientiert wird. Ich hätte da übrigens ein paar Ideen, welche neuen Trends man erfinden könnte, die weder gesundheitsgefährend sind, noch zum Schönheitsideal werden könnten.

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Cool schauen, mit einem Auge zwinkern. Hashtag: #WinkingCat

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Unterkiefer so weit wie möglich verschieben. Hashtag: #GiraffenFace

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Entspannter Gesichtsausdruck und die Zunge so weit wie möglich zur Nase schieben. Hashtag: #CowTongue

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Mund so weit wie möglich aufreißen, einen Schrei simulieren. Hashtag: #ScreamingCat

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Gesicht in die Sonne halten, entspannt den Unterkiefer hängen lassen. Hashtag: #RelaxedLion

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Freudig schauen, Augen & Mund dabei weit auf. Hashtag: #HappyDogFace


Fazit

Ich mag Trends, weil ich es immer wieder erstaunlich finde, wie kreativ die Menschheit doch sein kann. Es wird nie langweilig und meist hat man bei dem ein oder anderen Trend etwas zu lachen. Ich wünsche mir nur für die Zukunft, dass diese gefährlichen Magerwahn-Trends irgendwann weniger werden. Dass die Mädels zur Vernunft kommen und nicht dem nacheifern, was gefährlich werden kann. Was für viele zu einem Leben führt, dass alles andere als Spaß bedeutet. Ein Leben, mit welchem sich keine Träume verwirklichen lassen. Ein Leben, was für manche auch im viel zu frühen Tod endet.

Und mal ganz nebenbei: ist ein gesunder Körper nicht ohnehin viel schöner? Ist ein natürliches Lächeln nicht viel magischer, als ein gestellter Gesichtsausdruck? In meinen Augen schon…

15 Comments

  • Janine 10. Dezember 2016 at 8:50 am

    Puh, der Text hat es ganz schön in sich! Ich finde es super, wie Du die teilweise lächerlichen Trends auf die Schippe nimmst und gleichzeitig habe ich mich ganz schön dumm gefühlt, da ich bei den Magertrends ebenfalls dabei war und nun ja, fast draufging. Jetzt, im Nachhinein zu meiner Krankheit, stimme ich Dir zu, ein gesunder Körper ist schöner und nur so kann man seine Träume verwirklichen. 🙂
    Und der Trend mit CowTongue fände ich super!! Obwohl es sicher Leute geben würde, die auch diesen Trend krankhaft gestalten würde – das schaffen sie ja leider oft..
    Bin ein Fan von Deinem Beitrag!!
    Liebe Grüsse
    Janine
    http://www.yourstellacadente.com/

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    • Sonja 10. Dezember 2016 at 9:07 am

      Hallo liebe Janine,
      vielen lieben Dank für deine ehrlichen und offenen Worte. Ich denke es ist normal, dass jeder mal irgendeinen Trend mitgemacht hat – egal welchen. Wichtig ist doch nur, dass du jetzt weißt, wie toll ein gesunder Körper ist und dass du gesund bist und dich wohlfühlst 🙂
      Ich wünsche dir ein ganz tolles Wochenende, eine schöne Adventszeit und – das wichtigste – Gesundheit 🙂
      LG

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  • nelsonamour 10. Dezember 2016 at 11:32 am

    Ein schöner und (leider?) sehr wahrer Beitrag… Es ist wirklich schade wie fixiert die jungen Leute auf diese – teilweise lebensgefährlichen – Trends sind. Liebe Grüße

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    • Sonja 10. Dezember 2016 at 1:10 pm

      Leider, leider ist zu viel wahres dran 🙁 Liebe Grüße auch an dich!

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  • borstigesflauschi 10. Dezember 2016 at 2:46 pm

    Ich als bekennender Youtubejunkie der zwar zu 90% Let’s Plays schaut und nur 10% Beauty und da meistens Nageltutorials oder Frisuren stolper nur noch selten über Hashtags. Ich bin recht froh darüber. Trotzdem bin ich auch über den Thigh Gap (was ich im übrigen nicht mag), Fishface oder Modellchallenge gestolpert.
    Wirklich meine Welt ist das aber nicht.
    Welchen Trend ich jedoch absolut dämlich fand war „Warum ich keinen BH mehr trage“ #nobra
    Moinyamina hatte Videos über Sommerkleidung hochgeladen, darunter einige Jumpsuits die einen BH einfach nicht zuließen, sie meinte sie trägt keinen BH mehr.
    Darauf hin fingen aufeinmal alle anderen an ebenfalls keinen BH zu tragen. In erster Linie jedoch so Frauen die einen BH sowieso nicht nötig hätten. Da wird dann von Brustschädigung geredet, plötzlich ist jede Frau Brustexpertin und es wird nur noch Sport getrieben um das Bindegewebe am Busen zu straffen.
    Da pack ich mir ein wenig an den Kopf, denn BHs wurden ja nicht umsonst erfunden.
    Ich zum Beispiel mit meinen 95D benötige einen BH, sonst hängt alles.
    Da fühle ich mich Mensch mit viel Oberweite ein wenig nicht ernst genommen, denn nicht jede Frau kann ohne BH herumrennen ohne dass ihr die Brüste um den Körper schleudert und man soviel Fliehkraft entwickelt dass man als lebendiger Tornado, angetrieben durch die Schleuderkraft seiner eigenen rotierenden Hupen, durch das Leben geht.

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    • Sonja 10. Dezember 2016 at 5:33 pm

      Der #nobra ist komplett an mir vorbei gegangen *Glück gehabt* 😀

      Dein letzter Absatz „…denn nicht jede Frau kann ohne BH herumrennen ohne dass ihr die Brüste um den Körper schleudert und man soviel Fliehkraft entwickelt dass man als lebendiger Tornado, angetrieben durch die Schleuderkraft seiner eigenen rotierenden Hupen, durch das Leben geht.“ Ich musste soooo lachen als ich das gelesen habe 😀 Zu geil, vielen Dank für diese Beschreibung!!!
      Aber um ernst zu bleiben: natürlich hat ein BH seinen Grund. Dazu hatte ich sogar mal einen Post geschrieben (http://fashionqueensdiary.de/da-wackelt-nix-beim-sport-der-passende-sport-bh/). Aber du, wenn die dann in noch jungen Jahren über hängende Brüste reden, wird wahrscheinlich auch das zum Trend – für unmöglich halte ich nichts mehr 😉

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  • shadownlight 10. Dezember 2016 at 4:38 pm

    Hey, also die Einhorn Schoki und der Wahn ist mir absolut unverständlich!
    Abgemagerte Models ebenfalls! Ich finde das wirklich schlimm, wenn nicht gar schon grausam, was sich junge Mädchen bewusst antun.
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 10. Dezember 2016 at 5:39 pm

      Ich finde die Einhorn Schoki lustig und würde sie kaufen, wenn ich sie zufällig irgendwo sehen würde. Aber dann hört auch meine Einhornliebe schon auf…
      Naja, junge Mädchen sind labil und wenn der eine Trend bei den „großen Vorbildern“ funktioniert, dann muss da was dran sein. Hoffen wir einfach mal, dass die Mädels der Zukunft innerlich stärker werden und erst nachdenken, bevor sie einem kranken Wahn nacheifern….

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  • Tabea 10. Dezember 2016 at 8:32 pm

    Hach – Hashtags. Die sind so was, was ich irgendwie „verpasst“ habe – alle haben sie überall schon verwendet, als ich noch nicht mal wusste, wozu die gut sein sollen. Und viele verstehe ich heute noch nicht… so musste ich heute morgen auch fragen, was der fffriday ist, als mich jemand neben diesem Hashtag erwähnte…

    Krank machende Trends wie die Thight Gap und auch diese Bikinibridge finde ich ebenso grausam wie du! Aus diesem Bereich fällt mir dann nur noch das Zeug mit den Schlüsselbeinknochen und Münzen ein, was mich damals sehr schockierte. Aber auch dieses Papierblatt – warum ist unsere Gesellschaft nur so auf das Dünn sein fixiert??? Das ist doch traurig!!!

    Die Trends von „damals“, die ich wohl verpasst habe, sind da doch um einiges sympathischer gewesen… zum Affen kann man sich ja mal machen, da schadet ja niemandem. Vielleicht sollten wir als Gegenbewegung einfach mal einen Haufen witziger Hashtags zum Leben erwecken? Es muss nur noch ein Haufen zündender Ideen vom Himmel fallen 😉 Aber die Tier-Dinger, die du rausgesucht hast, sind auch schon cool. Wo findest du sowas?

    Liebe Grüße

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  • Lila 11. Dezember 2016 at 2:49 pm

    Made my day xD

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  • Lila 11. Dezember 2016 at 2:51 pm

    Ich muss ehrlich zugeben dass ich davon kaum etwas mitbekommen habe. Vielleicht ist es auch besser so, denn Mädels die sich tothungern um einen total bescheuertem Ideal nachzuäffen, möchte ich definitiv nicht unterstützen.

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  • Monatsrückblick November und Dezember - Habutschu! 31. Dezember 2016 at 8:10 pm

    […] Sonja geht damit kritisch ins Gericht und spricht sich gegen Tighgap, Bikini Bridge und Co […]

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  • Vom Shoefie und den Nodels - Hashtags erobern die Welt 10. Mai 2017 at 5:47 am

    […] Wenn du noch ein richtig cooles Hashtag für den nächsten Post suchst, dann schau doch mal hier vorbei! #ScreamingCat und #CowTongue sind noch nicht so oft im Netz zu finden – deine Chance […]

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  • Und? Wie gehts dir? Jammern auf hohem Niveau als Kampfansage... 8. November 2017 at 2:30 pm

    […] es uns gut gehen darf? Dass es uns gut gehen darf, wenn wir ein normales Leben führen, fernab der Glitzer- und Glamourwelt und den Millionen auf dem Konto, dafür aber mit einem gesunden Körper? Haben wir verlernt, dass […]

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