Vom Träumen und Schreiben

Sie sitzt vor ihrem Laptop und starrt auf den blinkenden Cursor, der neue Wörter, Ideen und Gedanken von ihr fordert. In ihrem Kopf eine gähnende Leere. Gedankenlosigkeit. Nichts zum Greifen, nichts, das in Worte verfasst werden könnte.

Es gibt diese Situationen, die meist mit einer bleiernen Müdigkeit kombiniert sind. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich die ungelesenen Zeitschriften der letzten Wochen. Dafür war noch keine Zeit.

Einen Gang zurück schalten wäre mal wieder angesagt. Aber eigentlich will sie das gar nicht. Sie hat in den letzten Monaten mehr erreicht als sie sich hat vorstellen können. War mit durchgedrücktem Gaspedal durchs Leben gefahren. Einen Gang zurückschalten? Bremsen? Das Risiko eingehen, überholt zu werden? Nein, das ist nichts für sie. Dafür hat sie bisher zu hart gekämpft. Also macht sie das, was sie immer tut wenn nichts mehr zu gehen scheint: sie schnappt sich ihre Kopfhörer und dreht die Musik auf, laut auf. Meist ist schon nach 30 Sekunden alles anders. Sie ist wieder da. Wieder wach. Wieder voller Elan und Euphorie. Das, was ein Energie Drink nicht zu pushen vermag, macht die Musik in Sekundenschnelle.

Und dann, ganz plötzlich, sind die Ideen da. Verwandeln sich vor ihr in Wörter. Und nach wenigen Minuten ist die Leere in ihrem Kopf gänzlich verschwunden.
Sich selber pushen können, sich selbst zu motivieren und immer wieder neu anzutreiben. Sich zu trauen, auch mal ein Risiko einzugehen. Lange Zeit war ihr das alles fremd, unbekannt. Schien in viel zu weiter Ferne und nur was für andere zu sein. Für die, die sie immer bewundert hatte. Für die, die irgendwie immer Vollgas gaben. Für die, die aber auch den Erfolg verbuchen konnten.

Es gab Momente, da war es ihr lieber, wenn alles um sie herum still war. Wenn sie sich von der Welt abkapseln konnte und nur für sich alleine sein konnte. Den Spagat zwischen diesen ruhigen Momenten für sich und dem Druck, den sie sich selber macht, schaffte sie nur selten in den letzten Monaten. Aber es war ihr bewusst, das zählte. Und so stellte sie sich ihren Wecker. Noch 30 Minuten. Nur noch diese halbe Stunde würde sie arbeiten, sich dann die oberste Zeitschrift vom Stapel schnappen und damit im Bett den Tag ausklingen lassen.

Jeder hat sein Leben selbst in der Hand. Kann Entscheidungen treffen und seinen Lifestyle, seinen Erfolg und seine Träume selbst steuern. Man muss sich dessen nur bewusst sein…

27 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.