Vom Hype um den Beautykonsum

Fast jeder tut es und entweder man spricht offen und ehrlich darüber oder man liest stillschweigend und manchmal auch mitfühlend bei denen, die davon betroffen sind. Die dem Konsum nicht mehr standhalten wollen. Die ihn nicht mehr verheimlichen können. Die Betroffenen. Die Suchtis. Die Beauty-Junkies. Die, die nur noch konsumieren, aber nicht mehr nutzen. Die, die mehr kaufen, als sie jemals aufbrauchen können.


Die Beauty-Junkies

Auf der einen Seite: ich kann sie verstehen: die Beauty-Junkies. Es ist wie eine Sucht. Es macht Spaß. Neue Farben, neue Produkte, neue Möglichkeiten, neue Entdeckungen. Ausprobieren, swatchen, sich begeistern lassen, neue Lieblinge entdecken. Das ist es, was sie verführt. Was sie immer wieder in die Drogerie schlendern lässt. Immer wieder die Karte zum Glühen bringt und den Geldbeutel in die Verzweiflung treibt.

Auf der anderen Seite: es gibt auch Grenzen. Grenzen, die viele, viel zu viele, viel zu oft überschreiten. Sich ausprobieren ist das eine, etwas zu kaufen, nur um es „zu besitzen“ das andere. Es gibt z.B. Mädels da draußen, die schimpfen Tiraden auf nicht-Naturkosmetik-Produkte, schimpfen über böse Inhaltsstoffe, wie umweltschädigend es doch sei, wie viele Tiere leiden. Aber diese Mädels sind auch nicht immer besser als die anderen.


Die Moral-Aposteln

Denn genau unter diesen Moral-Aposteln gibt es auch Mädels, die ihren eigenen Konsum genauso wenig im Griff haben. Die ihre Sachen genauso schlecht werden lassen, diese ungenutzt entsorgen. Die kein Gefühl mehr davon haben, wann genug ist und dass der Vorrat an Bodylotion oder Haarshampoo für die nächsten 5 Jahre reicht. Ist das wegschmeißen eines Naturkosmetik-Produktes besser als das eines Konventionellen?

Es gibt sie in allen Varianten, in allen Formen. Verurteilen ist nicht richtig, es besser machen, dass ist es was zählt. Daher appelliere ich an alle Beautys da draußen: keiner verteufelt euch für eure hundert Nagellacke. Für die 10 Bodylotions. Für die 20 Duschgele. Die 50 Lidschatten. Ihr habt sie gekauft. Ihr habt diese Dinge gekauft, weil ihr Gefallen daran hattet. Es hat euch Spaß gemacht, es ins Körbchen hüpfen zu lassen. Ihr wart neugierig auf dieses Produkt, auf die außergewöhnliche Farbe, den betörenden Duft. Also tut das, was ihr damit tun wolltet: nutzt es.


Der Hype um den Beautykonsum wird immer da sein

Der Hype um gewisse Produkte ist immer da. Wenn ihr euch vom Hype anstecken lasst, dann tut es. Aber aus Überzeugung. Und dann nutzt es. Und liebt es – oder verschenkt es. Aber lasst euch nicht vom Hype anstecken um Geld auszugeben, einen Swatch zu posten und dann das Produkt auf nimmer Wiedersehen für die nächsten 3 Jahre in der Schublade verschwinden zu lassen.

Hört auf, nach Sachen zu geiern, die ihr eigentlich gar nicht braucht. Ihr müsst nicht auch noch die 11 Bodylotion kaufen, nur weil die einen so tollen Duft hat. Das haben die 10, die ihr schon daheim habt, nämlich auch. Nutzt die Sachen, habt Spaß daran und verschenkt euer Geld nicht, nur weil ihr mal wieder einem Hype unterlegen seid.


Was wirklich zählt beim Beauytkonsum

Jeder hat seine Schwächen. Jeder darf zu seinen Schwächen stehen und wenn man sich seine Schwäche eingesteht, ist dies meist schon ein Anfang. Meine Sucht sind Nagellacke. Ich habe aktuell 14,  liebe und trage jeden einzelnen davon. Die, die ich irgendwann leid war, habe ich verschenkt. Ich habe daraus gelernt und überlege mir heute meist 5x, ob ich wirklich genau diesen einen Lack haben möchte. Manchmal erliege jedoch auch ich meiner Sucht und greife spontan nach dem tollen Gelb oder dem unwiderstehlichen Orange. Ich liebe meinen „bloggers choice“ und lackiere ihn nun schon den dritten Sommer – diesen wird er wohl nicht überleben. Aber ich habe Spaß an dem was ich habe. Nur das ist es, was zählt…

19 Comments

  • goodshots.ch - pure photography 6. Juni 2015 at 10:28 am

    Sehr schön geschrieben! Ich staune immer wieder über das Konsumverhalten in der heutigen Zeit.

    Reply
  • Ourlittlelifestyle 6. Juni 2015 at 11:04 am

    Wirklich toll geschrieben, ich habe da die gleiche meinung wie du 🙂

    Reply
  • purefashionaddiction 6. Juni 2015 at 1:01 pm

    Ich finde deinen Text richtig treffend geschirieben. Ich sehe mir auf Youtube gerne diese DM- oder Rossmann Hauls an, aber ich frage mich jedes Mal, warum denn schon wieder vier Duschgele dabei sind. Der dreißigste Lidschatten dabei ist – nur weil es aus einer LE war?
    Ich liebe es zu sehen wie mein eines Duschgel leerer wird und ich mir bald ein neues kaufen kann 🙂 Und nicht zwanzig im Regal stehen zu haben.
    Es sollte ein Umdenken stattfinden! 🙂

    Liebe Grüße
    Tine

    http://fairytaleoflife.wordpress.com/

    Reply
    • FashionqueensDiary 7. Juni 2015 at 7:54 am

      Ich lese Hauls und Aufgebraucht Post´s auch total gern, einfach weil man bei beiden oftmals lesen kann, warum ein Produkt gekauft wurde oder wie die Kurzreview nach dem Aufbrauchen ist. Aber einige übertreiben es tatsächlich leider. Umdenken – genau, du schreibst es!
      LG

      Reply
  • Lila 6. Juni 2015 at 3:10 pm

    Ich mag es wenn Blogger und Vlogger ihre gebrauchten Beautyprodukte zeigen. Leider etabliert sich sehr Jahren die Unsitte immer mehr zu kaufen, einmal freudestrahlend vorzustellen und die dann im Schrank vergammeln zu lassen. Das ist bei nahezu unverderblichen Sachen wie Puder, Rouge und Lidschatten zum Glück nicht ganz so schlimm, aber sobald ich eine Farbe mehr als zweimal besitze, sehe ich es absolut nicht ein, wieso sie mir noch ein drittes, viertes oder fünftes Mal kaufen soll. Nur weil die Verpackung so schön ist oder weil es reduziert war?! Totaler Schwachsinn >.<

    Ich bin immer noch daran alle meine Nagellacke (ca. 100 Stück) durchzutesten. Laut Rechnung werd ich dieses Jahr fertig werden, es sind "nur" noch 15 Stück. Bei der Aktion hab ich über 20 Nagellacke ausgemistet, verschenkt, verkauft und gegen andere schöne getauscht. Wenn ich im Herbst damit durch bin kann ich mir sicher sein dass ich alles mindestesn 1x getragen habe und dass ich nur noch Exemplare besitze, die ich vor dem Vergammeln oft genug tragen werde.
    Ich liebte schon immer Nagellack, sehe aber ein, dass ich nicht mehr als 30 Stück brauche um alle Farben abzudecken, die ich wirklich gerne trage. Bis auf ein paar Basisfarben, die ich immer im Haus haben muss, werde ich mich dazu zwingen müssen, leer gegangene oder gekippte Lieblingsfarben nicht sofort zu ersetzen. Ansonsten wird der Bestand niemals kleiner. Andererseits möchte ich meinen (derzeit noch) großen Bestand so oft und ausgiebig nutzen wie ich möchte!

    Insofern kann ich deine Worte komplett unterschreiben. Nutzt die Sammlung – Egal wie groß sie ist. Ich hab zwar auch noch ein paar Back Ups von Produkten, die ich wirklich gerne mag und von relativ speziellen Farben die man echt selten findet, aber sie stapeln sich nicht. Meine Käufe werden immer seltener und sind gut überlegt. Vom Hype lass ich mich äußerst selten bis gar nicht mehr anstecken. Zum Glück ^^

    Reply
    • FashionqueensDiary 7. Juni 2015 at 7:53 am

      Genau das meine ich ja: etwas zu besitzen (unabhängig von der Menge) ist vollkommen ok – solange man die Sachen auch nutzt 😉 Für viele sind die Kosmetiksachen ja auch wirklich ein intensives Hobby, so dass es total verständlich ist, wenn man „mehr“ als andere hat – solange die Produkte nicht im Schrank vor sich hin gammeln 😉

      Reply
  • borstigesflauschi 7. Juni 2015 at 11:31 am

    Ich gehöre auch der Sorte Mensch, die abgesehen von Seife, Duschgel, Make-up und Puder niemals in ihrem Leben wieder losziehen müssten. Lidschatten waren schon immer eine Schwäche von mir und zusammengefasst mit mono, duo, Trios, quattros und Paletten dürfte ich mittlerweile an die 1200 Farben haben.
    Einige habe ich angefangen zum zeichnen zu nutzen, da ich meine Lidschatten ungerne hergeben möchte.
    Kajale nutze ich mittlerweile auch zum zeichnen, genauso wie Lippenstifte.
    Und ja auch ich gehöre zu den menschen die einige Farben haben und nie wirklich benutzt haben; weil die Farbe so schön ist und nie wieder kommt, weil da sMuster auf dem Lidschatten zu hübsch ist um angedatschert zu werden, weil dies weil das…
    Aber es ist im Grunde total dämlich.
    Daher habe ich ich mir was das angeht ein System überlegt. Denn ganz ohne Konsum geht es bei mir auch nicht.
    Ich sammel aber mittlerweile und bei 15 geleerten Sachen darf ich mir erst was neues kaufen.
    außer es sind so Sachen wie Deo, Puder, Shampoo oder Seife.
    Denn sowas ist für mich einfach ein Musthave.
    Fashion Hauls und produkte Hauls schaue ich aber nicht mehr. Mich nervt es so.
    „Hier die Creme ist super, kostst 150e pro 30ml, ich habe sie zum testen bekommen aber müüüüüüsst ihr kaufen, die ist soooo super“ blablabla.
    Besonders wenn diese Aussage von 19jährigen Mädchen kommt find eich das unglaublich fragwürdig.
    Tatsächlich gucke ich nur noch Aufgegebraucht-Videos, Nagellacktutorials und Lidschattentricks, da ich der Meinung bin da noch einiges lernen zu können.

    Reply
    • FashionqueensDiary 7. Juni 2015 at 11:43 am

      Oh ja, das mit den „jungen“ Mädels denke ich mir auch so oft. Auch in Momenten, wo sie ihre neue Prada/Gucci/Luis Vuitton (what ever) Tasche in die Kamera halten und nur drei Seiten vorher ist was vom Studentenleben zu lesen. Steht alles in keinem Verhältnis.
      Zu deinen Lidschatten: unabhängig davon wie viele du hast, unterstreicht es dennoch das, was ich aussagen wollte: du nutzt deine Lidschatten, das ist was zählt, dann ist auch die Anzahl unrelevant 😉
      Das mit den 15 leeren bevor was neues gekauft wird ist auch nicht schlecht bzw. auch eine Variante, das ganze „irgendwie und irgendwo“ im Rahmen zu halten!

      Reply
  • moteens 2. Juli 2015 at 3:48 pm

    Eine Banane schmeißt man weg, wenn sie braun ist. Blöd nur, dass man bei den meisten Schminksachen gar nicht merkt, dass sie nicht mehr haltbar sind. Ich selbst rufe mir viel zu selten ins Gedächtnis, dass Schminke auch abläuft…
    LG https://moteens.wordpress.com/

    Reply
  • Zwischen Irrsinn und Naturkosmetik… | 6. September 2015 at 3:27 pm

    […] mal wieder rege ich mich darüber auf, wie verschwenderisch manche mit ihren Sachen umgehen (z.B. hier und hier). Wie unnötig manche Käufe sind, nur um damit einen Swatch zu posten. Um zur Riege […]

    Reply
  • Wenn Frauen schreiben… #14 (oder: Bloggerwahnsinn 1.0) | 13. September 2015 at 9:30 pm

    […] Prada Heels (für die man höllisch das Konto überzogen hat) in der Tür, wird einem der ganze Hype auch schon wieder zu viel (und vor allem zu teuer^^) und man verabschiedet sich für einen gewissen […]

    Reply
  • Bloggerhype und Beautykonsum | 4. Oktober 2015 at 11:20 am

    […] Platz 5: Vom Hype um den Beautykonsum […]

    Reply
  • Teurer Lifestyle und Minimalismus – geht das überhaupt? | 15. Dezember 2015 at 10:19 am

    […] weil er es wirklich (!!!) unbedingt haben möchte oder ob jemand etwas kauft, nur weil es gerade gehypt wird und es eigentlich schon fast zum guten Ton gehört, es ebenfalls zu […]

    Reply
  • Jahresrückblick 2015 – von Blogger Hypes und Hashtag-Nutzern | 27. Dezember 2015 at 1:07 pm

    […] “Vom Hype um den Beautykonsum“. Der Beitrag, wo es um Moral-Aposteln, Suchtis und um Beauty-Junkies ging..der Beitrag, mit dem ich deutlich machen wollte, dass man Beautyprodukte doch bitte nutzen soll, weil sie Spaß machen – und nicht, weil sie gehypt werden…auch ein Top 10 Beitrag in diesem Jahr! […]

    Reply
  • Minimalismus im Beautybereich- ein Luxusproblem! | 1. Januar 2016 at 11:27 am

    […] ist schlimm genug, dass es das Wort “Luxusproblem” überhaupt schon gibt und bereits in diesem Beitrag haben mir viele zugestimmt, dass der Hype um den Beautykonsum eigentlich echt absurd […]

    Reply
  • How to do: Minimalisieren für den Wohlfühlfaktor | FashionqueensDiary 26. März 2016 at 11:15 am

    […] Vom Hype um den Beautykonusm […]

    Reply
  • Blogger-Hype,Minimalismus & Hashtag Nutzer-Jahresrückblick Teil 2 21. August 2016 at 10:23 pm

    […] „Vom Hype um den Beautykonsum„. Der Beitrag, wo es um Moral-Aposteln, Suchtis, Minimalismus und um Beauty-Junkies ging..der Beitrag, mit dem ich deutlich machen wollte, dass man Beautyprodukte doch bitte nutzen soll, weil sie Spaß machen – und nicht, weil sie gehypt werden…auch ein Top 10 Beitrag in diesem Jahr! […]

    Reply
  • Minimalismus im Beautybereich - ein Luxusproblem 29. Dezember 2016 at 6:32 pm

    […] ist schlimm genug, dass es das Wort „Luxusproblem“ überhaupt schon gibt und bereits in diesem Beitrag haben mir viele zugestimmt, dass der Hype um den Beautykonsum eigentlich echt absurd […]

    Reply

Leave a Comment