Teurer Lifestyle und Minimalismus

 

Minimalismus und teurer Lifestyle – geht das überhaupt? Ganz eindeutig: ja! Was viele mit dem Wort Minimalismus verbinden ist nicht nur die Sache mit dem Reduzieren seiner Produkte und Gegenstände, sondern vor allem auch, dass man, wenn man denn Minimalismus betreiben möchte, bitte auch weniger Geld auszugeben hat – so ein Quatsch!!!

Natürlich ist jeder Mensch anders. Hat seine eigenen Ansichten und Einstellungen. Für mich bedeutet der Minimalismus vor allem das Ausgrenzen von unnötigen Dingen im Leben, die mich mehr belasten als erfreuen.

Es gab eine Zeit (ja, vor diesem Blog^^), da hatte ich es, gelinde gesagt, übertrieben. Hätte ein Fremder meinen Badezimmerschrank geöffnet, wäre er vielleicht auf den Gedanken gekommen, ich hätte einen DM überfallen. Duschgels, Bodylotions, Handcremes – alles nett im zweistelligen Bereich. Was es mir gebracht hat? Beim Kaufen und ersten Nutzen Freude – anschließend nur Frust, das „Zeug“ da stehen zu haben und genau zu wissen, dass ich gefühlt ewig brauchen werde, um die Masse da in meinem Schrank zu vercremen, zu verseifen und zu shampoonieren. Es frustrierte mich tatsächlich jeden Morgen zu überlegen, welches Produkt ich nun am besten nutzen sollte, damit ich die Massen in den Griff bekam – bescheuert, aber leider traurige Tatsache…


Der Anfang…

Ich begann kosequent mit dem Aufbrauchen der Dinge und auch wenn es mich echt Überwindung und eine Menge Durchhaltevermögen gekostet hat, so habe ich es geschafft und kann seitdem sagen, dass ich mich nie wieder in diesen Sumpf habe ziehen lassen, „alles“ haben zu wollen.

Was ich damit sagen will ist, dass zu viel Zeug (ja, ich benutze bewusst dieses Wort!) mehr belastet als Freude schenkt. Aus genau diesem Grund habe ich damals angefangen mich mehr mit dem Thema Minimalismus auseinander zu setzen.

Mir ging es nie darum, bewusst weniger Geld auszugeben. Mir ging es immer darum, die Sachen, die ich mir kaufte, zu schätzen. Zu lieben. Sie gern zu benutzen und nicht in einer Masse verschwinden zu lassen, die mich auf Dauer wieder frustrieren würde.

Daher ist es für mich kein Ausschluss, wenn ich behaupte, in vielen Dingen minimalistisch zu leben und dennoch Geld für Dinge auszugeben, die mir wichtig sind. Für mich ist es kein Widerspruch, wenn jemand behauptet, minimalistisch leben zu wollen, aber nur Produkte von Chanel/Dior (was auch immer^^) daheim hat. Wenn jedes dieser Produkte genutzt und geliebt wird, ist es doch egal ob ein Nagellack 2 Euro oder 20 Euro kostet (und außerdem bleibt es doch jedem selbst überlassen, wie viel Geld man für etwas ausgibt). Es geht um die Masse, nicht um die Qualität oder gar die Zahl auf dem Preisschild!


Auch beim Minimalismus betreiben gibt es Unterschiede!

Für mich ist es ein riesen Unterschied, ob jemand etwas kauft, weil er es wirklich (!!!) unbedingt haben möchte oder ob jemand etwas kauft, nur weil es gerade gehypt wird und es eigentlich schon fast zum guten Ton gehört, es ebenfalls zu besitzen.

Somit kann ich aktuell in vielen Bereichen von mir behaupten, einen tollen und dennoch minimalistischen Lifestyle zu leben. Ich habe (u.a.) echt teure Klamotten im Schrank und trage und liebe aber jedes Teil davon. Der Wert meiner (Reit-) Sportklamotten übersteigt den Wert meines Autos (ja, mein Auto ist noch im vierstelligen Bereich vom Wert^^) – aber ich liebe z.B. meine Echtlederstiefel, die ich mir damals von 3 (!!!) Azubigehältern habe maßschneidern lassen und heute noch trage (also seit knapp 10 Jahren). Ja, ich habe viel Geld für gewisse Dinge ausgegeben, kann aber sagen, daran (je nach Gegenstand) jahrelang Freude zu haben. Kann behaupten, mir nicht Neues kaufen zu müssen, weil ich lieber einmal und dafür richtig investiere, dann aber jahrelangen Nutzen davon habe. Stichwort: Nachhaltigkeit 😉

Was sind eure Ansichten zu dem Thema?

21 Comments

  • Stella 15. Dezember 2015 at 12:04 pm

    Da hast Du mir jetzt aus dem Herzen gesprochen! Die Zeiten des sinnlosen Konsumierens liegen schon länger hinter mir. Ich gebe gerne Geld aus für Dinge, an denen ich lange Freude habe – Klasse statt Masse würde ich mein Kaufverhalten heute beschreiben.

    Alles Liebe!
    Stella

    http://www.mindfulstella.com

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  • borstigesflauschi 15. Dezember 2015 at 8:00 pm

    Ich bin auch der Meinung das das geht. Minimalismus ungleich sparen.
    Es kommt auf das WIE an.
    Kaufe ich mir nun für 200e Klamotten von Primark die ich maximal ein jahr anziehe oder für 200€ eine Hose die mich dafür aber auch 10 Jahre lang begleiten wird?
    Investiere ich einmal in eine richtig gute Handtasche die mich mein Leben lang begleitet oder kaufe ich mir jetzt diese pinke Kugeltasche die im Grunde überhaupt nicht zu mir passt, die aber bei X&M für gerade mal 70e zu haben ist, zu 1005 aus Polyester besteht und die gerade in sämtlichen Medien, von sämtlichen Youtubern und weiblichen D-Promis total in den Himmelgelobt wird, nur um dann 2 Monate festzustellen, dass der Henkel einreißt und sie im Grunde total unpraktisch ist?
    Minimalismus bedeutet für mich: Sachen haben die man wirklich mag und benutzt. Und wenn die Sachen hochwertig sind, um so besser, solange die Qualität auch stimmt.
    Ich bin noch weit entfernt davon Minimalistisch zu leben, mit 30 Kilos zuviel, 400 ungelesenen Bücher und einer Schminksammlung mit der ich eine ganze Drogerie alleine führen könnte.
    Aber ich kaufe auch nichts mehr (abgesehen von einem schwarzen Eyeliner, weil ich hier bei meinem Freund keinen hatte)
    auf einer Skala von 0 bis 100 bin ich was Minimalismus angeht sicher erst bei einer 4. Ich kann mich aber auch nicht trennen.
    Ich werde das aber ganz langsam angehen und dann irgendwann behaupten zu können auf dem Richtigen weg zu sein.

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    • Kati 18. Dezember 2015 at 11:55 pm

      Leider kann man auch bei einer teuren Hose nicht davon ausgehen, dass sie zehn Jahre hält. Im September habe ich mir eine Jeans für etwa 150 Euro von G-Star gekauft. Drei Monate später sind beide Knie und der Stoff an der Innenseite der Oberschenkel komplett eingerissen. Eine vor über zwei Jahren für zwanzig Euro bei New Yorker gekaufte Hose ist aber bis heute komplett in Ordnung – obwohl sie seitdem konstant mindestens zwei Mal pro Woche getragen wird. Preis und Qualität steigen also leider nicht zwingend gleichzeitig.

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      • borstigesflauschi 19. Dezember 2015 at 3:51 pm

        Natürlich nicht.
        Eine Freundin von mir hat sich auch mal eine Levy’s für knapp 120€ gekauft. Nach 3 Monaten sind die Nähte gerissen.
        Aber meine Mutter hat vor knapp 10 Jahren in einem kleinen Laden einen Mantel gekauft der weit über 100€ kostete. Erst trug ihn meine Ma, dann meine Schwester, jetzt ich. Und bis auf das Innenfutter ist der Mantel total in Ordnung.
        Pech haben kannst du überall. Ich selber habe auch ein Paar Sneaker besessen von Paul Green, die nicht wirklich günstig waren und knapp ein halbes Jahr später waren sie kaputt. Meine Schuhe von Deichmann dagegen haben fast 3 Jahre gehalten.
        Marke ist nicht immer Qualität und Qualität ist nicht immer preisabhängig und so meinte ich das auch nicht.
        Manchmal sind es auch die Nonamemarken die einen überraschen. Ich selber habe mir einen Rock geholt von keiner Markenfirma, und noch knapp 8 Jahre später ist der Tiptop und ich liebe ihn wie am ersten Tag. Sowas meine ich mit Qualität. Und mit Liebe.

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        • FashionqueensDiary 19. Dezember 2015 at 7:32 pm

          Ich kann dem nur zustimmen. Es kommt nicht auf die Marke drauf an, Qualität (gute Qualität) gibt es auch bei günstigeren Labels..

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  • Marentestet 15. Dezember 2015 at 8:45 pm

    Brillanter Text! Wie wahr es doch einfach ist, dass diese endlose Konsumieren letztlich keinen Nutzen bringt. Weder für deine Zufriedenheit, noch dein „Ansehen“.
    Ich merke es ja schon allein an den zahlreichen Beautyboxen die man immer mal wieder kauft. Zwischenzeitlich lagen stolze 5 Handcremes bei mir herum- UNBENUTZT! Kompletter Irrsinn. Bemerkt man dies, versucht man krampfhaft, wie du es so schön beschrieben hast, eine Handcreme aufzubrauchen um dann die nächste benutzen zu können. Freude verspürt man dabei bestimmt nicht.

    Du hast es mal wieder echt auf den Kopf getroffen

    Ganz liebe Grüße
    Maren

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  • Lila 15. Dezember 2015 at 10:19 pm

    Dein Gedanke erinnert mich so ein wenig an meinen Post, wo ich über die Minimalismus-Typen nachgedacht habe. Ich bin mittlerweile auch der Meinung, dass man teuer und minimalistisch kombinieren kann und gehe mit meinen Einkäufen auch ein wenig in diese Richtung. Ich hab nämlich die Schnauze voll von instabilen Lidschattenverpackungen, chemisch riechenden Parfüms und Kleidung, die nach einer Saison kaputt sind.
    Leider gestaltet sich die Umstellung schwerer als erwartet, weil ich erstmal Platz schaffen muss (akuter Zeitmangel bis Semesterende), ich manche Sachen gar nicht finde oder manche teuren Artikel letztendlich dann doch nicht sooo langwierig waren. Beispielsweise passen mir meine Winterschuhe von Gabor perfekt, aber ich muss sie nach dem Winter zum Schuster bringen, weil der komplette Filz nach einem Winter schon abgetragen war. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man die Sachen absichtlich so konstruiert, dass sie schnell kaputt gehen und nicht reparierbar sind. Das verleitet einen schnell dazu, doch wieder günstiger einzukaufen >.<
    Meine Beautyprodukte werden gegen Jahresende ein Nullsummenspiel. Es ist mir aber gelungen, fast alle ungeliebten Produkte gegen geliebte auszutauschen. Ich finde es gut, dass meine Sammlung wieder Spaß macht, auch wenn es immer noch von allem zu viel ist. Was die Klamotten betrifft, bin ich auf der ewigen Suche nach etwas hochwertigen, aber bezahlbaren Sachen die meinem Geschmack entsprechen. Besonders schwer tue ich mich mit der Farbauswahl. Es scheint weit und breit nur noch Pastellfarben und klassische Farben (schwarz, weiß, grau, dunkelblau) zu geben, die an mir einfach nicht so toll sind. Ich hab deswegen nur sehr wenig Teile gekauft. Nächstes Jahr lege ich mir mehr Geld bei Seite und hoffe, dass ich ein paar Teile in Boutiquen finde.

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  • muddelchen 16. Dezember 2015 at 9:36 am

    Richtig! So sehe ich das auch. Nur, weil man edle, teurere Sachen bevorzugt und dann lieber weniger davon hat, heißt das ja nicht, dass man nicht minimalistisch sein kann. Wenn man 2-3 sehr edle und teure Puder, Lippenstifte, was weiß ich hat, ist das wahrscheinlich sogar viel befriedigender als Massen von Zeug im Bad und im Schminktisch. Ich habe leider meine alten Vorräte im Bad immer noch nicht aufgebraucht. Ich bin auch sehr konsequent, aber ich lasse mich gerade bei Duschgel zu gerne verführen von neuen Sorten. Die Gefahr liegt immer darin, wenn die Sachen günstig sind, dass man denkt, ach, nimmste mit, frisst ja kein Brot weg, so ungefähr und zack, wieder ein neues Teil. Ich habe mich aber sehr zurückgehalten in diesem Jahr, da kommt auch noch ein Jahresrückblick in nächster Zeit auf meinem Blog zu.

    Ich bewundere das immer, wenn Leute nur erlesene, aber WENIGE Teile haben…ich habe ja so gut wie keine HighEnd Kosmetik, aber ich glaube, hätte ich nur wenig Zeug, hätte ich längst Too Faced, Tarte und was mir alles gefällt, von jedem so ein Highlight und das reicht doch eh bis ans Ende dieser Tage, gerade so Lidschattenpaletten. 2-3 und gut ist, ein paar hübsche Monos, 2-3 Lippenstifte, ein paar wenige Lacke in nur den absoluten Lieblingsfarben. Vor allem würde das sogar alles auf den Schminktisch passen, ein Traum 🙂 LG

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    • FashionqueensDiary 16. Dezember 2015 at 9:53 am

      Ja, das mit dem Gedanken „das ist günstig, das tut nicht weh!“ ist leider richtig. Man darf nur nicht vergessen, dass Minimalismus (in Zahlen ausgedrückt) für jeden einen anderen Wert hat. Solange man sich wohlfühlt und behaupten kann, dass man überwiegend Lieblingsprodukte hat, die man auch wirklich alle (gern) nutzt, ist das doch im Prinzip viel wichtiger als behaupten zu können, dass man nur 2 Lippenstifte hat. Jeder muss sich seine eigene Wohlfühlgrenze festlegen – es soll ja nicht in Stress ausarten 😀
      LG

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  • Nissi Mendes 16. Dezember 2015 at 11:10 am

    JA!! Es geht auf jeden Fall!!
    Ein wirklich cooler Post!!
    ♥ Nissi
    http://www.nissimendes.ch

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  • porzellanteint 17. Dezember 2015 at 11:16 am

    Ein sehr guter Beitrag! Ich bin genau der gleichen Meinung wie du, dass Minimalismus nichts mit billigen Produkten zu tun hat. Und bei mir ist es sogar eher umgekehrt, denn günstige Produkte verführen einen dann ja doch zu schnell, sich mehr von etwas zu kaufen, als man eigentlich benötigt. Die Produkte, die ehrlich gesagt eher teuer waren, die verwende ich auch mit Herzen, denn die hat man sich ja irgendwie erarbeitet und sich auch genau überlegt, warum man sie kauft. Ich kaufe mir sehr gerne Schminksachen und Pflegeprodukte, aber nur, wenn ich weiß, dass ich sie wirklich verwenden werde. Es gibt zB so viele Nagellackfarben, die einfach unglaublich schön aussehen, jedoch weiß ich ganz genau, dass ich nie grüne Nägel tragen werde, auch wenn das Grün an sich bezaubernd ist.

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  • borstigesflauschi 17. Dezember 2015 at 8:35 pm

    Vielleicht auch noch mehr, ich hab ehrlich gesagt den Überblick total verloren

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  • Jahresrückblick 2015 – von der Spezies Blogger und ihren Macken | 29. Dezember 2015 at 8:24 am

    […] “Teurer Lifestyle und Minimalismus – geht das überhaupt?“. Ihr habt mir zugestimmt – das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun und minimalistisch darf man notfalls auch mit einr Prada-Tasche sein 🙂 […]

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  • Charlotte 31. Dezember 2015 at 4:06 pm

    Du hast echt Recht! Ich habe mich noch nie mit dem Thema so wirklich auseinander gesetzt, aber ich stimme dir vollkommen zu:)

    Guten Rutsch
    Charlotte

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  • How to do: Minimalisieren für den Wohlfühlfaktor | FashionqueensDiary 26. März 2016 at 11:15 am

    […] Teurer Lifestyle und Minimalismus – geht das überhaupt? […]

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  • Von der Spezies Blogger und ihren Macken - der Jahresrückblick 21. Mai 2016 at 10:58 am

    […] „Teurer Lifestyle und Minimalismus – geht das überhaupt?„. Ihr habt mir zugestimmt – das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun und minimalistisch darf man notfalls auch mit einr Prada-Tasche sein […]

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  • How to do: Minimalisieren - Fashionqueens Diary 10. September 2016 at 10:41 am

    […] Teurer Lifestyle und Minimalismus – geht das überhaupt? […]

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