Spartipps für Selbstständige – Kosten senken bei niedriger Auftragslage

Spartipps für Selbstständige

Als Fempreneur Kosten senken zu können ist nicht nur für den Geldbeutel wichtig. Auch wenn die Auftragslage mal weniger gut aussieht, können weniger Ausgaben dazu beitragen, dass das Business dennoch nicht aufgegeben werden muss. In diesem Beitrag verrate ich dir, wie du als Fempreneur Kosten senken kannst und wie du auch für schlechte Zeiten vorbeugst!


Kosten senken – jeder Euro zählt

Es ist tatsächlich oft so, dass bei „Kleinkram“ nicht so genau auf den Preis geschaut wird. Hier ein Ordner für 3 Euro, dort die Packung Kulis für 2 Euro und ach, Briefumschläge für 3 Euro braucht man ja auch noch! Mal eben 8 Euro für Kleinkram, doch wie lange arbeitest du für dieses Geld? Vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit zählt jeder Euro, so dass man sich als Fempreneur Gedanken machen sollte, ob man dieses oder jenes wirklich braucht.

Und seien wir mal ehrlich: Büromaterial haben wir fast alle zur Genüge. Mit dem Werbekuli lassen sich Notizen genauso machen wie mit einem Kuli ohne Werbebeschriftung. Auch wenn es am Anfang reizt, sich „seine Büroausstattung“ komplett neu kaufen zu können, sollte man dies nicht tun. Wenn die Auftragslage bombastisch gut aussieht und man Geld übrig hat (hat man das als Fempreneur jemals?), dann kann man immer noch in tolle Büro-Accessoires investieren.


Kosten senken mit Hilfe eines Steuerberaters

„Aber für einen Beratungstermin beim Steuerberater zahle ich doch erst einmal Geld!“ Wenn du das denkst, liegst du damit absolut richtig. Was du vergisst: Ein guter Steuerberater informiert dich über die richtige Rechtsform, kann Tipps geben, welche Kosten und Ausgaben beim Finanzamt geltend gemacht werden können und holt vermutlich aufgrund seiner Erfahrung mit der jährlichen Steuererklärung mehr für dich raus, als du selbst es je könntest. Daher lasse dir vor allem zu Beginn von einem Profi helfen. Machst du selbst nämlich Fehler, können diese richtig teuer werden.

Übrigens ist es so, dass viele Selbstständige dann in finanzielle Not geraten, wenn der erste Steuerbescheid mit einer Nachzahlung im vierstelligen Bereich ins Haus flattert. Um dies zu verhindern, hilft dir dein Steuerberater.

Mein Tipp: Wenn du keine vierteljährlichen Vorauszahlungen leisten musst, dann frage deinen Steuerberater, welche Summe (prozentual von deinen Einnahmen) du dir monatlich für die Steuererklärung bzw. Forderung auf die Seite legen sollst. So bist du auf der sicheren Seite, wenn das Finanzamt Geld von dir will!

Info: Da ich kein Experte im Steuerwesen bin, gibt es in diesem Beitrag auch keine weiteren steuerlichen Tipps. Hier solltest du dich von einem Profi beraten lassen, der dich spezialisiert auf dein Business berät !


Kosten senken durch einen guten Strom- und Telefontarif

Wenn du von zu Hause aus arbeitest, wird es nicht nur dein Business betreffen. Vergleiche die Strompreise von unterschiedlichen Anbietern, um auch in diesem Bereich die Kosten senken zu können. Gleiches gilt für deinen Telefon- und Handyanbieter. Oft bleiben wir aus purer Bequemlichkeit einem Anbieter treu – und zahlen jahrelang einen Haufen Geld dafür. Ich selbst habe vor meiner freiberuflichen Tätigkeit jeden Monat rund 25 Euro für meinen Handytarif gezahlt. Nach einem ausführlichen Vergleich zahle ich jetzt 8 Euro im Monat und habe keinerlei Einschränkungen! Vorher also 300 Euro im Jahr und nun 96 Euro = ganze 204 Euro weniger!

Du darfst zudem nicht vergessen: Wenn du im privaten Bereich Kosten senken kannst, musst du im Umkehrschluss auch weniger verdienen!


Wie viel zahlst du für dein Konto?

Auch bei den Konten gibt es einen massiven Unterschied an monatlichen Kosten. Von der Kontoführungsgebühr über Gebühren für einzelne Überweisungen oder die Kreditkarte. Vergleiche auch hier die Angebote der Banken, um Geld sparen zu können. Falls du dich davor scheust, weil du denkst, dass eine Menge Arbeit auf dich zukommt, wenn du einen Kontowechsel vornimmst, kann ich dich beruhigen: Seit dem 18.September 2016 müssen sich die alte Bank und die neue Bank auf Wunsch des Kunden austauschen. Welche Infos übermittelt werden, kann man als Kunde selbst festlegen. In der Praxis genügt dann theoretisch nur eine Unterschrift und die Banken kümmern sich darum, dass ein reibungsloser Wechsel stattfindet – ohne Arbeit für den Kunden!


Home Office oder externes Büro?

Je nach Job und familiärer Situation ist das Arbeiten von zu Hause aus nur beschränkt möglich. Doch dann gleich ein eigenes Büro zu mieten, ist oft finanziell nicht möglich. Hier sind günstige Coworking-Plätze eine gute Alternative und beugen einsamen Stunden am Schreibtisch vor. Man kann dabei nicht nur Networking betreiben, sondern sich auch manchmal einfach untereinander helfen. Da es vor allem in ländlichen Regionen bisher nur sehr wenig Angebote im Coworking-Bereich gibt, kann es sich lohnen, sich einen oder zwei Partner zu suchen, die ebenfalls ein externes Büro benötigen. Wenn man sich zusammentut, kann man sich im besten Fall die Büro-Miete teilen oder findet doch einen externen Platz für kleines Geld.

Wer wegen den Kindern von Zuhause aus arbeiten muss, sollte sich eine kleine Ecke als Arbeitsplatz einrichten. Fehlt hierfür ein separates Zimmer, ist ein Sekretär-Schreibtisch ideal. Dieser lässt sich optisch in nahezu jedem Raum einfügen (die Ecke im Schlafzimmer?), es sieht immer ordentlich aus, wenn der Sekretär geschlossen ist und man hat als Fempreneur immer alles an einem Platz!

Spartipps für Selbstständige Fempreneur


Muss es wirklich Programm X oder Y sein?

Ich will jetzt kein Programm schlecht reden. Das wäre unfair. Aber ich möchte in diesem Beitrag meine eigenen Erfahrungen im Bereich Spartipps für Selbstständige weitergeben und dieser Punkt ist eben einer der Punkte, auf welchen ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit fast (finanziell) reingefallen wäre. Es gibt unzählige Programme für Selbstständige, mit denen man online seine Rechnungen schreiben kann, mit denen sich Geldeingänge verwalten lassen und über die bequem Mahnungen verschickt werden können. Nochmal: Es gibt diese Programme nicht ohne Grund und mich selbst haben schon viele gereizt, weil sie mir „so unendlich weniger Arbeit“ versprochen haben, aber: Braucht man diese kostenpflichtige Programme wirklich UNBEDINGT?

Gegen einen monatlichen Beitrag kann man sich in seinen Account einloggen und sein ganzes Business-Leben verwalten. Oder man spart sich die monatlichen Gebühren und nutzt ganz klassisch das, was einem ohnehin kostenlos zur Verfügung steht. Für meine Rechnungen und Mahnungen (die ich zum Glück super selten schreiben muss), nutze ich: Excel. Für die Verwaltung meiner Kunden nutze ich: Excel. Das war es. Es muss nicht immer ein teures Programm sein. Wenn man Geld sparen möchte, kann es sich durchaus lohnen, sich die (wenn überhaupt) 2 Minuten mehr Arbeit zu machen und beispielsweise eine Adresszeile selbst von Hand zu ändern.


Habe deine Finanzen im Auge – immer

Weißt du immer, was auf deinem Konto gerade so los ist? Dass man in der Selbstständigkeit seine Finanzen im Auge haben sollte, ist ein ganz wichtiger Punkt, der tatsächlich gern unterschätzt wird. Sind alle Abbuchungen korrekt? Haben alle Kunden bereits gezahlt und vor allem den richtigen Betrag? Weißt du, welcher Freibetrag in diesem Jahr gilt (wenn du nebenberuflich selbstständig bist) und ob du vielleicht bald an der Grenze kratzt, obwohl du diesen Betrag nicht übersteigen wolltest, weil Steuern sparen?

Auch ein Haushaltsbuch kann unheimlich helfen und ist einer der für mich wichtigsten Spartipps für Selbstständige. Hier 50 Euro fürs Tanken, dort 10 Euro fürs Frühstück, da einen Coffee to go für 3,50 Euro und so weiter..


Geld sparen durch Rücklagen

Auch Rücklagen sind nicht unwichtig, aber wieso lässt sich mit Rücklagen Geld sparen? Ganz einfach: Wenn du dringend Geld benötigst, aber keines hast, musst du dir welches leihen – und dies läuft fast immer auf einen Kredit bei der Bank hinaus, für welchen du (teure) Zinsen zahlen musst. Wer sich demnach in guten Zeiten ein paar Euro zur Seite legt, muss in schlechten Zeiten nicht auf externe und teure Geldgeber oder beispielsweise den Dispo zugreifen.

Was ich gern mache: Wenn ich Sachen verkaufe (wie zuletzt meine Bücher) lege ich mir dieses Geld auf die Seite. Ich hätte es ja ohnehin nicht gebraucht und so kommen immer mal wieder ein paar Euro extra aufs Sparkonto.


Spartipps für Selbstständige – erst denken, dann handeln

Wenn du als Selbstständige Geld sparen möchtest, weil du im Umkehrschluss so auch weniger verdienen musst, dann durchleuchte wirklich alle Bereiche in deinem Leben. Natürlich ist es oft utopisch zu sagen „Dann ziehe doch in eine kleinere und günstigere Wohnung!“. Klar, kann man machen, macht aber kaum einer – verständlicherweise. Dennoch schaue dir alle deine Versicherungen an. Lässt sich hier vielleicht eine Menge Geld sparen, wenn du auf einen neuen (und oft besseren) Tarif umsteigst, der aber günstiger ist? Kannst du Geld sparen, wenn du deine Selbstbeteiligung (im für dich möglichen Rahmen) hochsetzt? Prüfe auch sämtliche Verträge die du irgendwann mal abgeschlossen hast und überlege, ob alle Mitgliedschaften, Zeitungs-Abos oder ähnliches wirklich von Nutzen für dich sind. Keiner verlangt, dass du deinen geliebten Netflix-Account kündigen musst, wenn du täglich schaust. Aber lohnt sich das Monatsticket für die Bahn wirklich für dich? Wann hast du das letzte Mal das Fitness-Studio besucht, für welches du monatlich Geld bezahlst? Ist die monatliche Beauty-Box im Abo wirklich wichtig für dich oder würdest du unterm Strich mehr Geld sparen, wenn du dir die Produkte, die du wirklich magst und haben willst, einfach direkt selbst kaufst? Ich selbst habe im vorletzten Jahr ein Zeitschriften-Abo gekündigt, dass ich über einige Jahre lang hatte. Ganz ehrlich? Ich habe die Zeitschrift bisher nicht einmal vermisst oder mir als Einzelmagazin nachgekauft…

Überdenke auch deine Käufe in der Zukunft. Muss es wirklich der zehnte schwarze Pullover sein? Die fünfte Röhrenjeans? Ich persönlich kann aus Erfahrung sagen, dass ich durch den Minimalismus eine Menge Geld eingespart habe in den letzten Jahren. Ich verzichte auf nichts, was ich wirklich brauche, aber die „spontanen Will-haben-Käufe“ sind seitdem ausgeblieben.

Wie man mit Minimalismus Geld sparen kann, wenn man es richtig macht, könnt ihr auch in diesem Beitrag nochmals nachlesen!

Welche Bereiche sind eurer Meinung nach noch wichtig, an die man unbedingt denken muss, wenn man in der Selbstständigkeit Geld sparen möchte?

5 Comments

  • Hallo Sonja,
    schön von dir zu lesen!
    Ich finde, seine Finanzen im Auge zu haben, grundsätzlich sehr wichtig. Ich führe ein Haushaltsbuch und trage jede Kleinigkeit ein, auch den Capuccino in der Stadt. Das habe ich von meiner Mama übernommen und das hilft mir enorm, einen Überblick zu behalten.
    Ich liebe mein Home Office. Ich habe keine Fahrtkosten, keine Miete, bin da, wenn die Kinder mal krank sind und auch zu Essen muss ich mir nix mitnehmen. ABER: ich brauche eine Menge Disziplin, weil ich doch jemand bin, der sich schnell mal ablenken lässt.
    Vielen Dank für deine Tipps!
    Liebe Grüße,
    Susanne

    • Danke dir liebe Susanne! Oh ja, das mit der Disziplin kenne ich (vor allem jetzt bei dem schönen Wetter^^). Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir momentan auch die Freiheit nehme, nach Lust und Laune zu entscheiden. Vormittags arbeite in der Regel, am Nachmittag bin ich draußen. Klappt ganz gut und nur an wenigen Tagen muss ich auch noch am Abend arbeiten, um eventuell liegen gebliebenes zu schaffen… Früh aufstehen hilft da bei mir ungemein 😉

  • Finde es toll, dass du das Thema mal in einem Beitag aufgreifst, denn über solche Themen liest man dann doch eher selten auf anderen Blogs. Ich blogge ja mittlerweile nur noch Hobbymäßig und muss mir darum zwar keine Gedanken machen, aber man weiß ja nie was in der Zukunft kommt. Den Punkt Rücklagen finde ich generell wichtig, egal ob man jetzt irgendwo festangestellt oder selbstständig ist, denn man weiß nie was im Leben kommt und da ein kleines Polster zu haben, mit dem man schlechte Zeiten überbrücken kann oder ungeplante Kosten abdecken kann ist nie verkehrt. Das haben mir meine Eltern aber zum Glück auch früh beigebracht.

    Von Beautyboxen bin ich ja eh kein Fan, weil das doch ins Geld gehen kann und oftmals braucht man die Hälfte der Produkte auch nicht. Da kaufe ich das was ich benötige lieber selbst.

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