Social Media – wichtiger als das echte Leben?

Social Media

Ich blogge, ich schreibe und manchmal verstehe ich kaum noch den Sinn, den andere mit gewissen Trends beabsichtigen. Den Urlaub verbringen nur mit der Suche nach dem besten Fotomotiv für die Social Media Kanäle? Das Essen kalt werden lassen, nur um es „mal eben schnell“ zu fotografieren? Unverständnis macht sich breit – und ich möchte niemals so werden. Natürlich sind die Social Media Kanäle für sehr viele wichtige Business-Instrumente. Aber sein Leben darauf auszulegen? Never…

Du musst diesen Hashtag einsetzen!

Ich muss gar nichts. Natürlich verdienen nicht wenige ihr Geld damit, aber wenn ich das oft so mitbekomme, dass für manche das Handy plus Kamera (und Speicherkarte, 10 Paar Outfits, 7 verschiedene Schuhe, die halbe Kosmetikabteilung vom DM…) das Nonplus-Ultra im Urlaub sind – oder eben auch in der Freizeit… Kopfschütteln

Das Leben durch die Linse…

In den letzten Jahren hat sich die Social Media Anhängerschaft selbst zu Fall gebracht. Und zwar so richtig. Da wird um jeden Follower gekämpft. Empfehlungen werden ausgesprochen, dass man bitte mindestens 2x am Tag Bilder posten soll – nur das bringt einen auf Dauer nach oben. Natürlich ist Twitter nicht zu verachten und Snapchat will auch bedient werden. Aber ist dass der Sinn? Ist es echt so toll, wenn man das eigene Leben nur noch durch eine Kamera oder das Handydisplay sieht? Ein Konzert nur durch die Linse verfolgt?

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden was ihm wichtig ist – oder eben auch nicht. Aber sich gegenseitig immer weiter ins virtuelle Leben zu pushen – denn etwas anderes passiert aktuell gerade nicht – sich gegenseitig immer mehr in diese Richtung zu drücken….  Merken die einzelnen Leute eigentlich, was da gerade mit ihnen passiert – und noch schlimmer – dass sie selbst auch in diese Drücker-Kolonne abdriften?

Das echte Leben und Social Media vertragen sich nicht – oder doch?

Wohin wird uns der Trend und der Wahnsinn mit den Social Media Kanälen noch führen? Mal ein Bild zu posten um andere am eigenen, schönen Leben teilhaben zu lassen – ja, das ist toll. Es als Unterstützung zum Blog zu nutzen? Auch schön! Aber ist es nicht noch viel toller zu wissen, dass das echte Leben viel schöner ist? Dass diese Person auf dem Bild tatsächlich Urlaub macht? Tatsächlich auch mal nur an sich denkt? Sind wir alle so geil auf gestellte Bilder geworden? Really????

Und was passiert, wenn die Betreiber dieser wunderbaren Social Media Kanäle plötzlich einen Cut machen? Alles auf Eis legen? Sind dann alle arbeitslos?

Hört auf, euer Leben nach dem perfekten Fotomotiv zu richten – es gibt so viel wichtigeres im Leben…

Ich für meinen Teil werde den Hype um die ganze große (ziemlich abstruse) Social Media Welt wohl nie so richtig verstehen. Mal ehrlich, der aktuelle Trend sind #nacktselfies (ups, jetzt habe ich ja doch einen Hashtag gesetzt^^). Was kommt als nächtes? Stop, ich will es eigentlich gar nicht wissen…

..ich für meinen Teil gehe jetzt mein Leben genießen. Ohne Handy, ohne Kamera…

24 Comments

  • thesun68 1. Juli 2016 at 10:26 am

    ich geb dir sowas von Recht, auf meinen besuchten Events saßen die meisten Blogger nur noch da, posteten ihre Bilder und verfassten ihren Beiträge, anstatt den Event zu genießen. ganze Gruppen starrten nur aufs Handy, während andere tatsächlich teilnahmen, Gespräche führten und später in Ruhe darüber berichteten. Ob das nun wirklich mehr Follower zieht, weiß ich nicht, aber mir ist der soziale direkte Kontakt dann doch lieber

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    • Sonja 1. Juli 2016 at 4:13 pm

      Richtig, manche merken gar nicht, wie viel sie eigentlich verpassen 🙁

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  • inesmeyrose 1. Juli 2016 at 4:37 pm

    Die Balance ist nicht immer einfach … und deshalb lege ich im August zum erstem Mal in 7 Jahren zum Beispiel eine Sommerpause im Blog ein, um bewusst mehr live zu sein.

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    • Sonja 1. Juli 2016 at 6:52 pm

      Oh ja, dass muss auch mal sein ☺

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  • westendbirds 1. Juli 2016 at 10:25 pm

    Absolut deiner Meinung. Es gibt Tage oder Momente, an denen habe ich einfach gar kein Verlagen nach Instagram und Co.
    Zeit alleine, ohne dass die ganze Welt daran teilnimmt, muss schließlich auch mal sein um eine ausgeglichene Work-Life Balance beizubehalten.
    Liebe Grüße, Julia
    http://www.westendbirds.com

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    • Sonja 3. Juli 2016 at 9:52 pm

      Work-Life-Balance..ich bin mir sicher, die haben nur ganz wenige…leider

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  • Charli 3. Juli 2016 at 3:47 pm

    Oh, ja ich finde das auch erschreckend, denn gerade bei Kids in meinem Alter wird da so oft ein falsches Bild vermitteln und wer es nicht durchschaut, kommt sich entweder zu dick, zu häßlich, zu arm, oder sonst etwas vor. Dabei könnte das alles ja auch richtig Spaß machen. Ich versuche ihn mir trotzdem zu erhalten und schaue diese ewig gleich aussehenden und durchgestylten Accounts gar nicht mehr an.

    Schön, dass du es genauso siehst und jetzt geh ich raus in den Garten, ins wirkliche Leben. Ohne Handy! 😉

    LG von Charli

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    • Sonja 3. Juli 2016 at 9:53 pm

      Ohne Handy in den Garten? Jawoll, so lobe ich mir das doch 😀

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  • Ela 3. Juli 2016 at 6:33 pm

    Ich bin zwar sehr gern mal auf den Social Kanälen unterwegs, aber immer nur, wenn Zeit dafür ist, wenn das Essen deswegen nicht kalt wird oder ich sowieso ein Foto machen würde. Weil Fotos sind für mich einfach auch schöne Erinnerungen. Ist mal Stress und es freut mich einfach nicht ein Handy oder eine Kamera bei zu haben dann gibt es auch mal länger nix zu sehen. Obwohl man natürlich in diesem nichts auch echt viel erlebt normalerweise 😉
    Liebe Grüße Ela

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    • Sonja 3. Juli 2016 at 9:54 pm

      Dein letzter Satz trifft es zu 1000% auf den Punkt! Daumen hoch 🙂

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  • Andrea 4. Juli 2016 at 10:37 am

    Mich schreckt vieles nur noch ab. Diese Haltung „ICH MUSS ÜBERALL VERTRETEN SEIN, WEIL MAN DAS EBEN SO MACHT“ unterstütze ich nicht. Es muss auch selbst Freude machen und nur um Trends und Klischees zu bedienen, werde ich sicher keinen neuen FB-Account oder gar Twitter, was ich noch nie genutzt habe, verwenden.

    Ich halte diese ganze Entwicklung für fast schon tragisch, da vielen wohl die Werte im realen Leben verloren gehen. Spätestens, wenn man sein Essen kalt werden lässt, weil ein Insta-Foto mit 5000 Likes wichtiger ist, sollte sich jemand in Behandlung begeben, sowas ist in meinen Augen krank. Dieser krampfhafte Schrei nach Aufmerksamkeit und Anerkennung ist richtig schlimm geworden! Liebe Grüße

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    • Sonja 5. Juli 2016 at 9:00 am

      Ja leider – und das schlimmste ist, dass die wenigsten es für „unnormal“ halten 🙁 Gerade jetzt die „Jungen“ wachsen ja schon damit auf…

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  • stillesleben 4. Juli 2016 at 11:53 am

    Liebe Sonja,

    du hast ja so recht. Deswegen gab es die letzten Tage auch kein Handy. Davon abgesehen, dass wir gerade im Ausland und Urlaub sind und die Gebühren für Telefonate und Datennetz dafür unnötig hoch sind, braucht es am Strand kein Handy.

    Wir sind seit Donnerstag Nacht hier, seit gestern Abend haben wir durch Zufall erfahren, dass es hier freies WLAN gibt. Bislang ging es ohne (mit ist trotzdem ganz schön, vor allem, wenn man Mutti mit Urlaubsbildern neidisch machen kann 😉 ).

    Wir haben hier eine Familie mit Tochter (vermutlich um die 17/18). Beide (Mutter und Tochter) sitzen sowohl beim Frühstück als auch Abendessen immer mit Handy da und tippen wie wild darauf rum.
    Konnte ich auch bei ganz Vielen beobachten. Gruselig.
    Ich hab meins auch immer mit, allerdings a) in der Tasche und b) aufgrund fehlender Armbanduhr als Zeitmesser. Und jetzt für Urlaubsbilder, wenn wir die große Kamera nicht mit haben.

    Nochmal zum Thema:
    Ich entfolge mittlerweile auch Blogs und Accounts, die meiner Meinung nach zu viel durchgestyltes „Leben“ haben. Ich habe auch gerade auf Facebook alles an Benachrichtigungen ausgeschalten, die ich finden konnte. Auch Meldungen von Freunden waren darunter, so dass ich wenn überhaupt nur das angezeigt bekomme, wwas ich will. Ist auch ganz entspannt, Facebookverliert dann seinen Reiz. Wobei ich dabei auch festgestellt habe, dass man viel aus dem Real-Life nicht mitbekommt. Es gehen zu viele Menschen davon aus, das man dieses und jenes weiß/gelesen hat, weil man ist ja bei (füge variabel ein Social Network ein). Das finde ich sogar fast schon trauriger.

    Liebe Grüße,
    Claudi

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  • strawberrymouse 4. Juli 2016 at 11:44 pm

    Gerade wenn ich mich mit Bloggerfreundinnen treffe, mache ich mich darüber lustig, dass wir mal wieder nicht unser Essen fotografiert haben…Klar, ich bin gern in den Sozialen Medien unterwegs, aber meine Zeit verbringe ich doch lieber privat und genieße die Zeit statt Bilder zu machen oder zu filmen…

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    • Sonja 5. Juli 2016 at 9:03 am

      Richtig, Zeit genießen….das vergessen die meisten tatsächlich beim „Bilder knipsen“…

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  • Lila 10. Juli 2016 at 4:34 pm

    Warum muss ich grad an eine Dr Who Episode denken, wo alle Menschen den Weltuntergang mit der Kamera filmen und der Doktor (sinngemäß) sagt „Und so sterben die Menschen mit den Augen hinter der Linse!“´. Ich hab mich einfach so gebrezelt ^^

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    • Claudia 10. Juli 2016 at 7:41 pm

      Ich musste gerade so lachen, weil ich gleich das Bild aus dieser Szene im Kopf hatte. 😀

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  • Meike/ Durch grüne Augen 12. Juli 2016 at 1:17 pm

    Ich mag einige soziale Kanäle wie Instagram sehr gern, einfach weil ich gern schöne Bilder ansehe und mich darüber freue. Andere Kanäle nutze ich sehr sparsam (wie Twitter), andere überhaupt nicht (wie Snapchat).
    Obwohl ich gern bei Instagram unterwegs bin, verweigere ich mich dem „höher, schneller, weiter“-Wahn und poste auch schon mal mehr als eine Woche gar nichts. Warum? Weil ich manchmal eben einfach nichts zu erzählen/zeigen habe und keine Lust auf so gestellten Kram habe. Ich finde es auch eher anstrengend, wenn Leute meinen Feed mit 5,6 Posts am Tag so zuknallen, ehrlich gesagt…..
    Jeder muss sehen, wie er/sie glücklich und zufrieden wird und ich mag niemanden verurteilen, würde selbst mein Essen aber nie kalt werden lassen….;-)
    Danke für den schönen Post!
    LG
    Meike

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    • Sonja 12. Juli 2016 at 3:26 pm

      Und ich danke dir für dein ausführliches Kommentar 🙂 Ich mag es aber auch nicht, wenn eine Person mehrere Bilder am Tag auf Insta postet – da komme ich dann teilweise echt nicht mehr mit, weil ich auch an manchen Tagen gar nicht reinschaue und dann mit einer Bilderflut erschlagen werde^^

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  • shadownlight 22. Juli 2016 at 8:33 pm

    hey, das hast du schön geschrieben und ich gebe dir absolut recht! auch ich erwische mich, wie ich nach einem guten foto hasche…, versuche mich jedoch immer erneut zu ermahnen mein leben zu leben und nicht voll und ganz den sozialen netzwerken zu verfallen.
    hab ein schönes wochenende!

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    • Sonja 22. Juli 2016 at 9:17 pm

      Danke dir, das wünsche ich dir auch!

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  • Katharina 15. August 2016 at 9:03 pm

    sehr schönes Bild 🙂 Liebste Grüße

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    • Sonja 15. August 2016 at 10:03 pm

      Pixabay machts möglich 😉

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  • Warum weniger manchmal eben doch mehr ist - und wie es den Alltag vereinfacht 29. April 2017 at 7:41 am

    […] Weniger Social Media: Mehr Zeit für das echte Leben, für reale Freunde, für Erlebnisse, die nicht nur online, sondern tatsächlich auch offline passieren können. […]

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