Selbstständig machen – meine Erfahrung nach 6 Wochen

Selbstständig machen

Sich selbstständig machen ohne Kapital oder Plan B erscheint für viele unglaublich. Wie das denn überhaupt ginge. Ob das nicht schon gleich zum Scheitern verurteilt wäre. Fragen über Fragen wurden mir damals gestellt, als ich von meinen Plänen erzählte. Und nun? Nun bin ich zwar erst seit 6 Wochen selbstständig, kann aber sagen: es funktioniert! Natürlich gibt es Branchen, in denen ohne Kapital nichts läuft. Aber in Bereichen, die vor allem in den kreativen und künstlerischen Bereich fallen, ist das kein Thema.

Selbstständig machen ohne direkt zu Scheitern – das sind die Voraussetzungen

Realistisch bleiben! Wer sich selbstständig machen möchte, sollte auf den Boden der Tatsachen bleiben. Zum Beispiel, dass nach einem Monat Selbstständigkeit nicht gleich der große Urlaub drin ist (es sei denn, man hat einen Partner, der das finanziert). Dass man am Anfang mehr Arbeit investieren muss, um Früchte ernten zu können – kein Geheimnis. Und dennoch vergessen dies viele. Sich selbstständig machen heißt nicht, von Morgens bis Abends in der Sonne zu liegen. Es erfordert Disziplin. Durchsetzungvermögen. Biss.

Klein anfangen bringt großen Erfolg

Wer denkt, dass nur mit einer teuren Grundausstattung Erfolg erreicht werden kann, der irrt. Wer sich selbstständig machen möchte, hat in der Regel die erforderliche Grundausstattung dazu. Einen Laptop, einen Drucker, entsprechende Programme ect. Natürlich geht alles nochmals eine oder zwei Stufen besser, hochwertiger und luxuriöser – aber zwingend notwendig ist es nur in den seltensten Fällen. Daher kann ich nur sagen: das nutzen was man hat und damit erst einmal zufrieden sein. Wenn die ersten Millionen fließen, darf dann auch der High End Laptop einziehen^^

Sich nicht unter Wert verkaufen (lassen)

Was bringt einem die Selbstständigkeit, wenn man nicht davon leben kann? Auch ich habe in den ersten 6 Wochen schon Auftraggebern abgesagt. Für eine Arbeit, die eine knappe Stunde dauert, läppische 5 Euro zu bieten, finde ich… unverschämt? Das schlimme daran: diese Auftraggeber finden trotzdem noch Leute, welche die Arbeit für diesen Dumpingpreis machen… ohne Worte.

Auch das Thema „Rechnungen bezahlen“ ist nicht unwichtig. Nachdem ich einen Kunden nach 14 Tagen freundlich an die noch nicht geleistete Rechnungsbegleichung erinnerte, kam die Erklärung, dass er bisher noch keine Zeit für die Überweisung hatte. Ich schrieb ihm darauf hin (wieder im freundlichen Ton natürlich), dass ich dies meinem Vermieter und auch der Krankenkasse gegenüber schlecht kommunizieren kann, wenn am ersten des Monats das Geld nicht von mir überwiesen wird. 2 Tage später war das Geld auf meinem Konto^^

Realistisch sein – und dies auch von den Kunden fordern

Ich liebe meine Arbeit – und auch mein Leben. Es gibt aber Kunden, die erwarten, dass ich 24 Stunden am Tag erreichbar bin. Auch Sätze wie „Ich brauche den Text in 2 Stunden!“ sind mir schon untergekommen. Meine Reaktion darauf: nö! Als ich die Mail mit der 2 Stunden-Forderung las, kam ich gerade vom Gassi gehen heim. Die Mail lag zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 45 Minuten in meinem E-Mail Postfach (und es war bereits nach 18 Uhr!). Realistische Forderungen, realistische Preise – und ich bin gerne für euch da 🙂

Sich selbstständig machen heißt, das Leben auch zu genießen!

Dies ist für mich der wichtigste Grund überhaupt! Ich habe mich selbstständig machen wollen, ohne weiteren Zwängen unterliegen zu müssen. Bin mein eigener Chef, bestimme meinen Tages-Rhytmus selbst, bin für alles, was ich tue oder was passiert, zu 100% selbst verantwortlich – und das ist ein verdammt geiles Gefühl!

Ich kann nicht meckern oder mich beschweren, weil ich das tue, was ich liebe – und lebe davon. Läuft es nicht rund, bin ich selbst Schuld und muss meine eigenen Fehler analysieren – nicht die, der anderen!

Der Blick auf die Finanzen

Natürlich geht es ohne diesen Punkt nicht. Die Miete will bezahlt werden, die Unkosten im Haushalt, die Krankenkasse, Versicherungen, Steuern, Auto, Hobbys (Hallo mein liebes Pferdchen!)… das muss laufen. Da mache ich mir und euch nichts vor. Dass ich jetzt zu Beginn 5x überlege was ich mir kaufe, ist ebenfalls klar. Ein neuer Jumpsuit? Wird mein Geburtstag-Geschenk einer lieben Person (ist ja bald soweit^^). Natürlich mache ich im Gegensatz zu vorher Abstriche. Das interessante daran: es fällt mir kaum auf. Ich nutze ein Programm, um meine Finanzen im Überblick zu haben und habe seit dem 01.07. so viel weniger als die ganzen Monate vorher ausgegeben – ohne dies groß bemerkt zu haben (ignorieren wir mal die Tierarzt-Rechnungen, die seit Juli über 200 Euro gefressen haben…) .

Ich kann schon jetzt von meiner Selbstständigkeit leben. Und dennoch bin ich ein Sicherheitsfanatiker und werde ab ca. Oktober den Winter über auf Minijob-Basis in meiner alten Firma aushelfen. Finanziell müsste ich es nicht, aber ein Polster zu haben finde ich nie verkehrt (außerdem vermisse ich meine alten Kollegen, obwohl wir uns hin und wieder sehen).

Selbstständig machen – ich würde es immer wieder tun!

Natürlich ist dies der Ist-Zustand. Wie es in 3 Monaten oder gar 3 Jahren aussieht, weiß ich nicht. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich nur sagen: ich bin glücklich und genieße mein Leben in vollen Zügen!

Es gibt sehr viele Vorurteile gegen die Selbstständigkeit. Kritische Stimmen und auch Neider. Aber ich kann nur von mir behaupten: mit ein wenig (mehr) Disziplin, dem Willen es zu schaffen, mit Durchsetzungsvermögen und auch dem Mut, sich einem möglichen Kampf zu stellen (gegen sich selber und gegen das knallharte Business) kann man alles schaffen!

Ich lebe meinen Traum – und ihr?

16 Comments

  • shadownlight 16. August 2016 at 6:36 pm

    hey, ich finde es toll, dass du deinen traum lebst und alles so fantastisch klappt. weiter so!
    liebe grüße!

    Reply
    • Sonja 16. August 2016 at 9:24 pm

      Das ist lieb, Danke dir <3

      Reply
  • Tabea 16. August 2016 at 7:46 pm

    Also sich ohne Kapital einfach selbstständig zu machen, finde ich schon mutig! Meinen Respekt hast du! Ich glaube, ich würde mich nicht mal mit Geld in der Hinterhand selbstständig machen, weil ich Angst hätte, zu scheitern und dann keinen Job mehr zu haben. Arbeitslosigkeit ist mein größter Albtraum und ich habe immer Angst, dass ich irgendwann mal keinen Job mehr finden werde, wenn der jetzige mal weg sein sollte.

    Ich glaube, deine Tipps hier sind Gold wert! Sich unter Wert zu verkaufen und jeden (frechen) Wunsch zu erfüllen, kann wirklich keine Lösung sein – Selbstständigkeit soll doch auch glücklich machen und nicht nur Stress verursachen.

    Sich den Tag selbst einzuteilen, ist auch einer meiner Träume. Mal sehen, ob ich das später auch mit Arbeitgeber hinbekomme 😉
    Und ich gebe gerade auch weniger aus als sonst, da ich nicht weiß, wie viel Geld man so zum Leben braucht, da ich ja erst seit diesem Monat arbeite und nicht mehr bei Mama wohne. Sobald man Ausgaben aufschreibt, spart man automatisch, oder?

    Ich wünsche dir noch viel Spaß mit deinem Job – meine Ausbildung (duales Studium) liebe ich aber auch!

    Liebe Grüße

    Reply
    • Sonja 16. August 2016 at 9:26 pm

      Mutig? Vielleicht ein bisschen, aber ohne Mut wäre das Leben doch langweilig 😉
      Oh ja, da kann ich dir nur zustimmen: wenn man sich wirklich aufschreibt, wofür man im Monat das Geld ausgibt, macht einem dies deutlich, wohin das Geld fließt, dass man am Monatsende vermisst 😉

      Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg und gaaaaaanz viel Erfolg beim Träume verwirklichen 🙂

      Reply
      • Tabea 17. August 2016 at 7:33 pm

        Mh, ja ganz ohne Mut wäre das Leben langweilig, das stimmt! Aber ich mag es lieber, in anderen Bereichen ein wenig Mut zu haben, aber bei der Arbeit auf Sicherheit zu setzten – ich mag nämlich nicht von irgendwem als Geldgeber abhängig werden, falls was schief läuft. Das ist für mich der allergrößte Albtraum 😉

        Liebe Grüße

        Reply
        • Sonja 17. August 2016 at 7:37 pm

          Glaub mir, das wäre auch für mich der größte Albtraum – noch viel schlimmer finde ich es aber, bis zum Rentenalter an einen Job gefesselt zu sein und meinen Tag von einem anderen Menschen bestimmen zu lassen (der sich dann Chef nennt^^) 😉
          LG

          Reply
  • Lila 16. August 2016 at 8:58 pm

    Ich drücke dir die Daumen, dass du dein Vorhaben auch nach Jahren nicht bereuen wirst 🙂 Ich finds aber richitg, dass du dich nicht unter Wert verkaufen lässt und dir ein festes Arbeitspensum gesetzt hast. Bin leider noch weit davon entfernt meinen Traum zu leben aber ich arbeite dran…

    Reply
    • Sonja 16. August 2016 at 9:30 pm

      Danke, ich mir auch 😀 Die Tage fragte mich ein guter Freund, ob ich mir mein Leben so vorgestellt habe (aktuelle Phase seit Sonntag-Abend: ich weiß nicht wo mir der Kopf steht vor lauter Arbeit). Ich sagte nur, dass ich trotz allem glücklich bin. Seine Antwort: „Dann hast du doch alles richtig gemacht!“ Auch wenn es sich komisch anhört, tat es gut, dies mal von einer „halbwegs neutralen“ Person zu hören.

      Ich weiß dass du daran arbeitest und es erinnert mich (mit einem leichten Schamgefühl) daran, dass ich dir immer noch nicht auf deine letzte Mail geantwortet habe 🙁 Wird in den nächsten Tagen nachgeholt, aber „mal eben zwischendurch halbherzig ne Mail beantworten“ mag ich nicht: VERSPROCHEN!!!!

      Reply
    • Lila 16. August 2016 at 9:53 pm

      Wenn neutrale Außenstehende deine Änderung positiv bewerten hast du alles richtig gemacht 🙂
      Mach dir bitte keinen Stress mit dem Mailen 😉 Ich steck selbst Hals über Kopf im Unistress und komm zu gar nichts mehr…
      P.S. Das Kommentieren über WP klappt irgendwie immer noch nicht… Keine Ahnung wieso der hängt sich bei mir total auf. Komisches Jetpack Teil.

      Reply
      • Sonja 17. August 2016 at 12:20 pm

        Das mit dem Kommentieren kann ich mir auch nicht erklären.. Zumal ich in den Einstellungen nichts aktiviert habe, dass man sich mit E-Mail o.ä. verifizieren muss zum Kommentieren ??? :-/

        Reply
  • Laura 17. August 2016 at 10:58 am

    Hi liebe Sonja,

    ich verfolge deine „Selbstständig-Reihe“ aufgeregt mit. Ich freue mich so sehr für Dich! Als Du das mit dem Gassi gehen geschrieben hast, dachte ich so: Was für ein Geiwnn, tagsüber einfach mal mit dem treuen Vierbeiner raus zu können und ihm auch zwischendurch vielmehr Aufmerksamkeit schenken zu können!

    Ich habe auch das Ziel mich in einiger Zeit Selbstständig zu machen. So in einem jahr circa würde ich gerne schon auf 60 oder 70 % Arbeitszeit runter, um mehr Zeit für meine Blogs zu haben. Weil es auch in meinen Augen ein absoluter Traum ist, sich seine Zeit selbst einteilen zu können.

    Jetzt habe ich noch eine Frage, die mich brennend interessiert: Was genau machst Du? Also was genau arbeitest Du? Es tut mir sehr Leid, wenn das schon zu privat ist die Frage, oder wenn ich es in den anderen Beiträgen nicht richtig gelesen habe. Da ich nur selbst noch überlege, mit was ich am Besten los lege, würde mich das sehr interessieren.

    Ganz liebe Grüße und ich bin so gespannt, was Du weiterhin berichtest,

    Laura

    Reply
    • Sonja 17. August 2016 at 12:19 pm

      Hallo Laura,

      lieben Dank für deine Worte! Ja, das war eines der Ziele, dass ich durch die Selbstständigkeit auch mal spontan sein und (mit Hund^^) das Wetter genießen kann!

      Was ich genau mache? Ich schreibe 😉 Aber mich inspiriert deine Frage gerade dazu, dieser (ausführlichen) Antwort einen Beitrag zu widmen 😉 Mal schauen, wenn ich es schaffe, dann noch diese Woche. Ich denke aber eher, dass es nächste Woche werden wird, weil ich aktuell ziemlich viel zu tun habe und am Wochenende unterwegs bin.

      Ich kann dir nur empfehlen: beginne mit etwas, was dir ohnehin liegt! Sich dem Schreiben (z.B.) zu widmen, wenn es nicht zu 1000% deins ist, verursacht über kurz oder lang nur Frust. Zudem gibt es in fast allen Bereichen ohnehin so viele Menschen die von diesem einen Job leben wollen, dass man wirklich verdammt gut sein muss, um sich da durchzukämpfen. Dann etwas zu machen, was einem nur „so halb“ liegt, ist da vermutlich kontraproduktiv…

      LG und dir einen schönen, sonnigen Tag 🙂

      Reply
  • Andrea 22. August 2016 at 12:43 pm

    Ich bin davon überzeugt, dass Du das Ganze mit den richtigen Grundgedanken angehst. Sicher unter Wert zu verkaufen ist sicher ein Fehler vieler, die diesen Schritt wagen und dann muss man aufpassen, dass man nicht irgendwann auf dem Abstellgleis landet, denn unter Wert verkaufen heißt im Klartext, dass man selbst von seinem Marktwert nicht überzeugt ist und sich jede Chance bietet, die einem angeboten wird. Sicher ist die Balance zwischen allem nicht immer so einfach, aber, nur so geht es. Ich wünsche Dir weiterhin viel, viel Erfolg und mit Deiner realistischen, bodenständigen Art liegst Du genau richtig! Liebe Grüße

    Reply
    • Sonja 23. August 2016 at 10:23 am

      Vielen lieben Dank dir <3

      Reply
  • Diary of the last weeks - Lifestyle, Beauty, Freelance 28. Februar 2017 at 9:47 am

    […] die Bremse gezogen und ein Fazit zu meiner Selbstständigkeit gezogen. Ein erstes Fazit konntet ihr hier schon einmal nachlesen. Ich bin nach wie vor happy, muss nur irgendwas ändern, weil es nicht sein […]

    Reply
  • Alles über meine Einnahmen als Freiberufler (Blogparade) 10. Juli 2017 at 5:14 pm

    […] ein Nebeneinkommen erziele ist für mich ein schöner Nebeneffekt. Da ich ja nun seit Juli 2016 komplett als Freiberufler arbeite und somit kein monatlich geregeltes Einkommen mehr habe, ist es mir mittlerweile schon wichtig, […]

    Reply

Leave a Comment