schön dass es dich gibt

Schön, dass es dich gibt!

Wir wollen oft stark sein. Tough. Nach außen hin die Powerfrau präsentieren, die sich aber in ihrem stillen Kämmerlein sicherer fühlt. Wir sind clever, haben was zu sagen. Machen unseren Job gut, kümmern uns um unsere Liebsten. Wir sind die Welt.

Nach außen hin ist immer alles rosarot. Wir setzen anderen die Sonnenbrille auf, damit diese uns durch eine Brille sehen, die wir selbst kreiert haben. Die unsere Welt mit Glitzer einhüllt und ab und zu mit Einhörnern bespielt. Wir machen anderen was vor und manchmal auch uns selbst. Doch manchmal brechen wir das Schweigen um Tatsachen, die uns angreifbar machen. Die nicht mehr das Bild der Powerfrau präsentieren, sondern das Bild eines Mädchens, das verletzlich ist. Das sich selbst manchmal so klein und unbedeutend fühlt, dass es fast weh tut.

Schön, dass es dich gibt!

Wann hast du das letzte Mal diesen Satz an dich gerichtet gehört? Wann hat dir das letzte Mal jemand gesagt, dass es schön ist, dass es dich gibt? Egal wie lange es her ist, fühl dich in diesem Moment bitte von mir angesprochen.

Einen anderen Einstieg in dieses Thema habe ich nicht gefunden. Ein Thema, welches mich getroffen hat, welches zwar immer irgendwie präsent war, aber auch nie so richtig. Ein Thema, welches im Hinterkopf ist, aber doch fast immer unausgesprochen bleibt. Ich spreche von meinem Beitrag Die Zahl auf der Waage…

Das Thema geisterte lange in meinem Kopf umher und wollte einfach in geschriebene Zeilen umgewandelt werden. Irgendwann tippte ich ein Wort nach dem anderen und schob den Gedanken an den Artikel weg von mir. Ich weiß nicht, wie lange ich überlegte, ob ich ihn veröffentlichen sollte oder nicht. Schreibt man so offen? So angreifbar? So emotional, dass man selbst mit sich kämpfen muss?

Danke…

Im Nachgang muss ich sagen, dass mir eure Kommentare und E-Mails, eure persönlichen Geschichten und Gedanken, die ihr mir unter diesen Artikel getippt habt, Tränen in die Augen getrieben haben. Nicht nur die Tatsache, dass ihr mir und allen anderen Lesern eure persönlichen Erlebnisse einfach so mitgeteilt habt, sondern auch, dass ihr so offen mit einem Thema umgegangen seid, das für viele immer noch ein Tabu-Thema ist. Ihr habt mir gezeigt, dass die Zahl auf der Waage ein Thema ist, dass leider viel zu viele beschäftigt. Dass dieses Thema ein Leben belasten kann und dies vor allem auf Menschen zutrifft, von denen man es sich nicht hatte vorstellen können. Menschen, die man schätzen gelernt hat. Menschen, die sich in ihrer Freizeit mit schönen Themen beschäftigen und damit anderen eine Freude machen.

Es ist schön, dass es euch gibt!

An alle, die diesen Bericht lesen und an alle, die mit sich selbst im Kampf stehen, die sich zu dünn oder zu dick fühlen: Vergesst einfach mal für einen Moment die Zahl auf der Waage! Ihr seid es, die jeden Tag irgendeinem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ihr seid es, die jeden Tag Wunderbares leisten. Ihr seid es, die sich nicht über die Zahl auf der Waage definieren müssen. Ihr habt eure Stärken und eure Schwächen. Ihr habt eure Probleme und ihr habt eure Talente.

Steckt eure Kraft, eure Gefühle, eure Lebenszeit nicht in Gedanken, die sich mit Kalorien, Gewichtseinheiten oder Konfektionsgrößen beschäftigen. Vergesst für einen Moment das blöde Körpergewicht und denkt daran, dass es Menschen gibt, die euch so lieben, wie ihr seid. Denen es egal ist, ob ihr Kleidergröße 32 oder 46 tragt. Ihr seid toll, so wie ihr seid. Euer Charakter ist es, den andere lieben und zu schätzen wissen. Euer Humor, eure Lebensfreude – das macht euch aus – nicht die Zahl auf der Waage!


Nachtrag

Ich musste abbrechen, als ich den obigen Text geschrieben hatte. Die Emotionen waren auf dem höchsten Punkt und auch wenn es selten vorkommt: Ich wusste nicht mehr, was ich noch schreiben sollte. Es war irgendwie alles gesagt und dennoch würde es niemals genug sein. Letztendlich wünsche ich mir, dass diejenigen, die in der gleichen Phase sind, wie viele es von uns gewesen waren oder immer noch sind, dass sie diese Zeilen lesen und wissen, dass sie nicht allein sind. Ich weiß nicht, ob es mir damals geholfen hätte, wenn ich den Zuspruch von anderen bekommen hätte, dass ich vollkommen gut bin, so wie ich damals war. Niemand sollte sich über sein Körpergewicht definieren. Ich weiß das selbst und tue es dennoch in manchen Momenten. Aber ich sehe mittlerweile klarer, kann über vieles lächeln und bin mir bewusst darüber, dass ich „eigentlich“ gut so bin, wie ich es bin. Dass ich meinen Job gut mache, weil ich es kann und nicht, weil die Waage 60 kg anzeigt.

Am Ende unseres Lebens sollten wir von einem schönen und erfüllten Leben erzählen können. Geschichten erzählen, die uns geprägt haben. In Erinnerungen schwelgen an die schönen Momente des Lebens, an besondere Menschen die wir getroffen haben und Abenteuer, die wir erlebt haben. Am Ende unseres Lebens sollten wir von einem gelebten Leben sprechen – und nicht von der Zahl auf Waage…

 

4 Comments

  • shadownlight 30. April 2017 at 2:23 pm

    Schön, dass es dich gibt :)!
    (Das reicht doch als Antwort oder?) 🙂
    Liebste Grüße!

    Reply
    • Sonja 30. April 2017 at 8:48 pm

      Das ist lieb von dir, Danke!!!

      Reply
  • Tabea 30. April 2017 at 9:36 pm

    Ach Sonja… eigentlich will ich gar nicht so stark wirken und überspiele anderen gegenüber meine Probleme nur, um sie nicht ständig selbst im Kopf zu haben. Denn sobald ich jemandem von Problemen erzähle, will er mir helfen oder fragt zumindest immer mal wieder nach, ob es sich anderwertig gelöst hat – und dann werde ich ja wieder daran erinnert, auch wenn ich gerade abgelenkt war. Das schlägt mir dann doch zusätzlich aufs Gemüt 🙁
    Meine rosa-Scheinwelt ist also eher ein Selbstschutz.

    Es freut mich sehr, dass das Fedback auf deinen Post so positiv ausgefallen ist – aber ich hatte es auch kaum anders erwartet. Denn wenn wir mal ehrlich sind, dann treiben sich hier auf unseren Blogs doch nur nette Menschen rum und wir sind alle ein kleines Bisschen Freunde, oder? So sehe ich das zumindest immer. Und übrigens: Es ist auch schön, dass es dich gibt!!!

    Dass weder Figur noch Gewicht entscheiden, wer man ist, ist wohl eine sehr wichtige Sache. Und ich glaube, langsam habe ich diesen Punkt erreicht, an dem ich weiß, dass mein Charakter das Wichtige ist und bin auch stolz auf diesen und meine Andersartigkeit 😉

    Ich finde, dieser Text hier braucht auch gar nicht mehr Wörter – er ist gut so. Er sagt das Wichtige und gibt uns Raum, selbst den Rest der Gedanken zu füllen und für uns selbst einen Weg weg von der Waage und hin zur eigenen Wertschätzung zu finden 🙂

    Liebe Grüße

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    • Sonja 1. Mai 2017 at 8:11 am

      Dass hast du toll ausgedrückt und ich sehe es genauso: Das, was wir hier alle durch unsere Blogs erschaffen haben, ist mehr als nur „Leser und Blogger“, sondern viel mehr eine Freundschaft untereinander und das finde ich großartig!!!

      Lieben Dank dir für deine Worte!

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