Minimalismus mit der Stoppuhr – die besten Methoden im Überblick

Minimalismus mit der Stoppuhr fashionqueensdiary.de

Minimalismus mit der Stoppuhr? Ausmisten in 10 Minuten? Minimalistischer Arbeiten und in kürzerer Zeit mehr erledigt bekommen? Den Minimalismus mit der Stoppuhr gibt es schon länger. Verschiedene Methoden für verschiedene Bereiche, die jedoch am Ende alle den gleichen Effekt haben: Reduzieren – sowohl materiell als auch zeitlich. Verschiedene Methoden, so dass man sich die Methode rauspicken kann, mit der man am besten klar kommt.

Doch welche Methoden gibt es und welche Methode eignet sich für wen? Ich habe mir darüber mal so meine Gedanken gemacht und plaudere dabei ein bisschen aus dem Nähkästchen!


Warum Minimalismus mit der Stoppuhr Sinn macht

Minimalismus beginnt meist erst einmal mit dem Aufräumen. Dabei ist es unwichtig, ob es sich nur um einen kleinen Bereich in einem Zimmer handelt (der Kleiderschrank zum Beispiel) oder direkt die ganze Wohnung minimalisiert werden soll. Wer sich mit der Stoppuhr an die Aufgabe setzt, hat damit den Vorteil, sich selbst ein Zeitfenster gesetzt zu haben. Das mag durchaus nicht für jeden etwas sein, wenn die Uhr im Nacken tickt. Doch diejenigen, die grundsätzlich eigentlich so gar keine Lust auf das Minimalisieren haben „weil es doch so ewig dauert“, werden mit der Stoppuhr nur für einen kurzen, durchaus überschaubaren Moment mit der Aufgabe konfrontiert, die man sich da ja eigentlich mal vorgenommen hat. Und zehn Minuten sind beispielsweise immer zu schaffen.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das Ergebnis am Ende immer happy macht. Auch wenn die Unlust am Anfang noch so groß war und andere Dinge einfach verlockender waren (das Sofa). Sich selbst zu überwinden führt am Ende meist immer zu einer Belohnung. Und das spornt für das nächste Mal an. Wirklich!


Minimalismus mit der Stoppuhr – was 10 Minuten bewirken können

Die Eltern kündigen sich für einen Besuch an, der Vermieter muss nach der Heizung schauen oder der Steuerberater hat doch spontan Zeit und kündigt sich für einen Termin an. Manchmal muss es einfach schnell gehen und nicht immer hat man die Zeit, sich erst einmal ausführlich mit allen Bereichen in seiner Wohnung beschäftigen zu können. Wer jedoch geübt darin ist, den Minimalismus mit der Stoppuhr zu betreiben, der wird jetzt trotzdem nicht in Panik verfallen.

Grundsätzlich ist es faszinierend, wie kurz oder lang 10 Minuten sein können. Ob man nur 10 Minuten lesen will oder 10 Minuten mit Kniebeugen und Sit-ups die körperliche Fassung verbessern möchte: Das eine ist ruck-zuck vorbei, das andere zieht sich ewig.

Daher ist ein gesetzter Timer von 10 Minuten erst einmal ausreichend. Doch was soll man in diesen 10 Minuten nun tun?


10 Minuten aufräumen

Nutze diese 10 Minuten, um ausschließlich in deiner Wohnung aufzuräumen. Gehe dabei Zimmer für Zimmer durch. Sammel Wäsche ein und werfe sie (endlich) in den Wäschekorb. Räume das dreckige Geschirr zusammen und stelle es direkt in die Spülmaschine, sofern du eine besitzt. Räume die Bücher von deinem Schreibtisch weg und stelle sie wieder ins Regal. Mach das Bett. Bring den Müll weg. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich zuerst mit den großen „sichtbaren“ Flächen zu beschäftigen. Liegt irgendwas auf dem Boden? Wie sieht der Esstisch aus und stapeln sich da gerade wirklich fünf verschiedene Zeitschriften neben der leeren Kekspackung auf dem Wohnzimmertisch?

Wenn sich wirklich Besuch ankündigt, dann setze Prioritäten und beginne dort, wo sich dein Besuch mit dir aufhalten wird. Das Schlafzimmer ist dann vermutlich nicht der Ort, an dem du mit dem Aufräumen beginnen solltest^^

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Ich selbst wende diese Methode übrigens grundsätzlich gern an, wenn ich mir denke: Och, 10 Minuten kann ich doch noch was machen. Ehrlich gesagt überkommt mich dieser Gedanke meistens in der Mittagspause. Wenn ich mit den Hunden bereits eine Stunde unterwegs war und eine Kleinigkeit gegessen habe, muss ich oft mit der Mittags-Müdigkeit kämpfen. Dann aber bewusst 10 Minuten etwas zu tun, kurbelt den Kreislauf bei mir wieder an und holt mich aus dem Mittagstief heraus. Ich brauche in der Regel die 10 Minuten gar nicht für das Aufräumen, weil ich  mich tatsächlich selbst so getrimmt habe, ständig dafür zu sorgen, dass alles an seinem Platz liegt. Die 10 Minuten fülle ich dann mit dem folgenden Punkt auf…


10 Minuten Putzen

Wenn die Flächen in der Wohnung frei sind, dann ist es echt erstaunlich, wie viel man in 10 Minuten putzen kann. Staubwischen geht ruck zuck – vor allem wenn die Regale nicht mit hundert verschiedenen Deko-Teilen bestückt sind. Mit dem Staubsauger hat man in 10 Minuten mindestens den gröbsten Dreck beseitigt (wer Hunde hat, der weiß was ich meine) und wenigstens das Treppenhaus oder zwei, drei Räume kann man in 10 Minuten ebenfalls durchputzen, sofern man nicht vorher noch aufräumen muss. Wer sich nur ein klein wenig an den Minimalismus begibt, hat den Vorteil, dadurch in sehr kurzer Zeit seine Wohnung ordentlich zu bekommen! Und jeden Tag 10 Minuten sorgen tatsächlich dafür, dass es immer ordentlich und sauber aussieht!

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Auch ich habe Deko in der Wohnung – keine Frage. Aber ich habe mir durch den Minimalismus angewöhnt, tatsächlich nur noch Lieblinge als Dekoration zu besitzen. Auf dem Regal stehen nie mehr als zwei bis drei ausgewählte Stücke (inklusive Pflanzen!). Auf der Fensterbank in meinem Büro steht beispielsweise eine (!) Glasschale, auf der ich Teelichter platziert habe. Möchte ich nun die Fensterbank abwischen, muss ich nur die Glasschale anheben. Außerdem bleibt der Fokus dort hängen. Für mich hat diese Schale eine Bedeutung. Außerdem ist es für mich in der heutigen Zeit so wichtig, daheim ein wenig Entschleunigung zu finden. In der „Welt da draußen“ geht es so bunt und überladen zu, da will ich nicht auch noch die Wohnung wie ein Schaufenster dekorieren. Was ich damit eigentlich sagen möchte: Man muss sich von Lieblingen nicht trennen, sondern sollte sie gezielt in Szene setzen. So bleiben Lieblingsstücke etwas besonderes und vereinfachen ganz nebenbei die Hausarbeit!


10 Minuten aussortieren

10 Minuten aussortieren ist vor allem dann extrem effektiv, wenn man sich gerade erst mit dem Thema Minimalismus beschäftigt. Wenn du glaubst, dass du dich von gar keinem einzelnen Teil aus deiner Wohnung trennen kannst, dann empfehle ich dir meine Checkliste zum Aussortieren!

Möchtest du nun ein bisschen mehr Platz in deiner Wohnung schaffen, dafür sorgen, dass die Schubladen nicht überfüllt sind und du zudem auch endlich mal wieder einen Überblick über deinen Besitz hast, dann ist der Minimalismus mit der Stoppuhr perfekt. Stelle den Timer auf 10 Minuten und nimm dir einen Bereich vor. Nur einen! Sortiere nur zehn Minuten lang deinen Kleiderschrank aus. Nimm dir zehn Minuten die oberste Schublade vom Schreibtisch vor oder das Fach in deinem Wohnzimmerschrank. Fakt ist: Wenn du in dieser kurzen Zeit eine Entscheidung fällen kannst, dass dich dieses oder jenes Teil nicht wirklich happy macht oder du es ohnehin nicht wirklich magst, brauchst oder überhaupt je genutzt hast, dann kann es auch definitiv weg! Und denke immer daran: Lieber ein unnützes Teil in der Woche entsorgen, als gar keines!


Das Pareto-Prinzip beim Minimalismus

Das Pareto-Prinzip ist perfekt, wenn es um zeitlichen Minimalismus geht. Man kann nämlich auch durchaus seine Aufgaben vom zeitlichen Aufwand her minimalisieren – wirklich!
Beim Pareto-Prinzip geht es darum, dass man quasi mit 20% des Aufwands 80% des Ergebnisses erreichen kann. Beispiel?

Stell dir vor, du musst eine Präsentation vorbereiten. Hast du nun 80 Minuten dafür Zeit, fängst du natürlich mit der Arbeit an. Du gehst ins Detail, nimmst mit Sicherheit auch Infos auf, die vielleicht nicht so mega dringend überlebenswichtig sind und hast demnach in 80 Minuten eine bestimmt gute Präsentation auf die Beine gestellt.

Minimalismus mit der Stoppuhr fashionqueens diary blog

Nun stell dir vor, du musst diese Präsentation in 20 Minuten erstellen. Was machst du? Du filterst die allerwichtigsten Infos raus und schreibst diese auf. Du verzichtest auf Details. Auf Ausschmückungen, vielleicht sogar auf eine optisch ansprechende Präsentation.

Aber das Ergebnis ist? Richtig, in etwa ähnlich. Letztendlich geht es bei vielen Dingen darum, dass wir die wichtigsten Infos oder Aufgaben filtern und bearbeiten. Für Perfektionisten nicht denkbar, keine Frage. Aber dieses Beispiel zeigt, dass man tatsächlich mit 20% ein durchaus brauchbares Ergebnis liefern kann – und dafür nicht 80% der Zeit nutzen muss. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man sich ohnehin meist in unwichtigen Details verliert – Zeit, die man auch sinnvoller hätte verbringen können…

Auch beim Minimalisieren ist es ähnlich. Fokussiere dich auf die wichtigen Dinge und lass den Kleinkram erst einmal weg. Minimalisiere erst einmal die Oberflächen in der Wohnung bevor du dich an die Aufgabe machst, nun endlich das alte Federmäppchen mit den hundert Kulis auszumisten!


Mit der Pomodoro-Technik aussortieren?

Auch die Pomodoro-Technik (hier die wichtigsten Infos bei Wikipedia) lässt sich wunderbar auf den Minimalismus umsetzen. Beim Minimalismus mit der Stoppuhr ist die Pomodoro-Technik perfekt für alle, denen es schwer fällt, sich auf eine Sache zu fokussieren.

Die Pomodoro-Technik basiert auf dem Prinzip, sich 25 Minuten intensiv und ausschließlich mit einer Sache zu beschäftigen. Nach den 25 Minuten klingelt der Wecker und läutet eine Pause von 5 Minuten ein. 25 Minuten sind je nach Aufgabengebiet nicht wirklich lang. Sich aber hingegen 25 Minuten auf eine Arbeit zu konzentrieren kann durchaus einen sehr großen Effekt erzielen. Ob man diese 25 und 5-Minuten-Phase 2x oder 3x hintereinander absolviert, bleibt jedem selbst überlassen.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: An Tagen, an denen ich so total unmotiviert bin und viel lieber draußen mit den Hunden oder im Stall wäre, wende ich die Pomodoro-Technik an. Die Arbeit muss ja erledigt werden, da hilft alles nichts. Nicht selten passiert es dann, dass ich nach den 25 Minuten so im Flow bin, dass ich den Wecker einfach ausschalte und weiterarbeite. Letztendlich zählt bekanntlich nur das Ergebnis und nicht der Weg dorthin 😉


Minimalismus mit der Stoppuhr: Mein Fazit

Wer sich mit der Uhr beschäftigt, um seine Zeit nicht mit nervigen oder wenig erfüllenden Aufgaben verbringen möchte, für den kann der Minimalismus mit der Stoppuhr durchaus sinnvoll sein. Sich für einen kurzen Zeitraum auf Sachen zu fokussieren, macht die Erledigung der jeweiligen Aufgabe viel effizienter. Prioritäten setzen im Leben. Das ist wichtig!

Mein Tipp: Wenn du keine 10 oder gar 25 Minuten für bestimmte Aufgaben anwenden magst, habe ich in diesem Beitrag Tipps, was du alles in nur 5 Minuten erledigen kannst!

Und jetzt bin ich gespannt, ob und in welchen Bereichen du vielleicht mit der Stoppuhr arbeitest! Magst auch du aus dem Nähkästchen plaudern?

8 Comments

  • Shadownlight 30. November 2017 at 7:17 pm

    Hey, sehr sehr interessant- die 10 Minuten Methode sollte ich glatt mal probieren!
    Liebe Grüße!

    Reply
    • Sonja 30. November 2017 at 7:45 pm

      Kann ich nur empfehlen 🙂

      Reply
  • Lila 1. Dezember 2017 at 9:35 am

    Ich hab noch nie mit ner Stoppuhr gearbeitet. Vielleicht sollte ich das mal in Erwägung ziehen weil ich oft dazu neige so-lala-Sachen und Dinge, an denen Erinnerungen hängen, „schönzureden“ und dann nicht mehr auszumisten. Wenn ich wütend oder gelangweiot bin miste ich freiwillig aus. Es hilft mir wunderbar, mich abzulenken und dabei etwas sinnvolles zu tun. Zur Zeit häuft sich alles nur noch an weil ich schlichtweg überlastet bin.

    Reply
    • Sonja 1. Dezember 2017 at 10:43 am

      Ich kann es echt nur empfehlen. Vor allem verliert man sich dann nicht so in Details oder unwichtigen Sachen 🙂 Aber hey, ausmisten oder putzen um Frust abzubauen kann ich auch gut 😀

      Reply
  • Janine 3. Dezember 2017 at 5:13 pm

    Liebe Sonja, ich muss erstmal sage, dass Du für mich ein grosses Vorbild bist. Wie Du möchte ich freiberufliche Texterin sein bzw will es werden.
    Die Pomodoro Technik habe ich für mich zum Lernen entdeckt. Ich nutze sie bei den Fächern wie Mathe, die ich einfach hasse. So fokussiert man sich für gewisse Zeit, sieht aber einen Endpunkt ;D
    Mit Minimalismus habe ich es nicht so, ich sammle zu viel Krimskrams und entsprechend schaut auch unsere Wohnung aus. Dennoch finde ich es ein spannendes Prinzip und bin auch der Meinung, dass 10 Minuten Putzen oder aufräumen super wirksam sind.
    Liebste Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.ch/

    Reply
    • Sonja 3. Dezember 2017 at 5:30 pm

      Liebe Janine, das freut mich sehr zu lesen. Lieben Dank! Dann wünsche ich dir ganz viel Erfolg auf deinem Weg! Das Wichtigste ist (wie bei allem vermutlich) durchhalten. Dann klappt das schon!
      Das 10-Minuten-Prinzip lohnt sich echt. Kann ich jedem nur empfehlen, der sich vor einem großen Berg an Aufgaben sieht und nicht weiß, wie man diesen am besten bezwingen soll 🙂
      Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche, Sonja

      Reply
  • Vivian 3. Dezember 2017 at 9:27 pm

    „Sich selbst zu überwinden führt am Ende meist immer zu einer Belohnung.“ – toller Satz, den ich mir öfter mal zum Vorbild nehmen sollte… 10 Minuten sollten schon drin sein 🙂
    Danke für den Beitrag!

    Viele Grüße

    Vivian – https://sound-closet.com

    Reply
    • Sonja 4. Dezember 2017 at 7:55 am

      Sehr gern und ich danke Dir für deine lieben Worte <3

      Reply

Leave a Comment