Minimalismus im Beautybereich – ein Luxusproblem!

Minimalismus. Ein Wort. Ein Thema. Minimalismus im Beautybereich. Minimalismus in den eigenen vier Wänden. Warum fesselt dieses Thema so viele? Ich hatte schon einmal darüber geschrieben, dass  Minimalismus für mich persönlich vor allem bedeutet, das ich durch den bewusst gehaltenen (!) Minimalismus den Spaß an meinen Sachen nicht verlieren möchte. Meine größte Leidenschaft im Beautybereich ist ganz klar und unschwer zu erkennen meine Nagellack-Sammlung. Mal wächst sie um einige Lacke, mal schrumpft sie, da ich einen Lack geleert habe. Für mich ist dieses „leeren“ mittlerweile normal – und ich weiß, dass ich vielen ein entgeistertes „das geht?“ entlocken kann 😉 Wenn man nicht viele Dinge besitzt, benutzt man sie logischerweise auch öfter und irgendwann sind sie dann einfach leer – ein völlig normaler Prozess…

Ich möchte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf jemanden zeigen, ich möchte einfach nur wieder das Bewusstsein anregen, dass „viel haben“ nicht immer automatisch glücklich macht.


Der neue Swatch – auf meinem Blog!

Ich habe oft das Gefühl, dass einige in dem Moment des Kaufes  glücklicher sind als mit der eigentlichen Nutzung eines Produktes.  Es gibt genug Blogger, die immer und immer (und immer…) wieder neue Produkte posten, die sie sich gerade gekauft haben. Bei dem hundersten Lidschatten/Lack/Blush (setzt ein, was auch immer ihr mögt) frage ich mich, ob es wirklich das Nutzen des Produktes ist, was zum Kauf angeregt hat oder vielleicht viel mehr das „zur Schau stellen“, das „Posten“…

Es gibt genug Blogger die zugeben, sich gewisse Produkte des Bloggens wegen zu Kaufen – sind wir wirklich schon so weit? Ich finde es traurig und frage mich was schlimmer ist: ein gesponserter Beitrag der nicht als solcher gekennzeichnet wird oder ein vorgestelltes Produkt, dass nur des Blogs willen gekauft wurde und nach dem Foto in einer der vielen Schubladen verschwindet.  Es ist ein echtes Luxusproblem, dass wir uns in der heutigen Zeit mit dem Thema Minimalismus beschäftigen. Es ist ein Luxusproblem, dass wir uns kaufen können worauf wir Lust haben, weil die meisten Sachen immer irgendwie bezahlbar sind – und dann überlegen, wie wir sie am schnellsten wieder loswerden. Es ist ein Luxusproblem, dass wir keine Wünsche mehr haben, weil wir uns ohnehin meist leisten können, was wir gerade möchten und dann sagen „ich weiß nicht was ich mir wünschen soll“.

Es ist schlimm genug, dass es das Wort „Luxusproblem“ überhaupt schon gibt und bereits in diesem Beitrag haben mir viele zugestimmt, dass der Hype um den Beautykonsum eigentlich echt absurd ist…


Warum mir Minimalismus im Beautybereich auf dem Herzen liegt

Ich mag mit diesem Beitrag einfach nur folgendes mit auf den Weg geben: seid euch über eure Sachen bewusst. Nutzt eure Produkte und lasst sie nicht nach einem Swatch in der Ecke vergammeln. Lackiert euch die Nägel mit dem tollen Lack und habt keine Angst davor, dass etwas leer gehen könnte. Auch wenn es diese eine besondere Farbe ist, die gerade sonst nicht auf dem Markt erhältlich ist, habt Spaß an diesem Produkt und nutzt es bis ihr keine Lust mehr darauf habt (oder es sogar leer ist) schließlich war das Nutzen dieses Produktes doch (hoffentlich!) der Sinn des Kaufes…

Das Sammeln und Horten von Beautysachen ist für viele ein Hobby und das ist auch gut so, aber sich dann gleichzeitig Gedanken um Minimalismus machen zu müssen, während im Hintergrund ein neues Produkt (für den Swatch/neuen Blogbeitrag/….) gekauft wird, ist ein trauriges Luxusproblem in der heutigen Zeit…ich hoffe, dass mir der ein oder andere zustimmt und mit diesem Gedanken ins neue Jahr geht. Mit dem Gedanken, dass man seine Beautysammlung nutzen soll, sich daran erfreuen soll, sich austoben soll – weil es Spaß macht sich Beautyprodukte  leisten zu können. Weil es Spaß macht, den neuen Lack auszuführen. Weil es Spaß macht, mit der neuen Mascara den ultimativen und verführerischen Wimpernaufschlag zu kreieren.

Seid euch bewusst was ihr habt und was ihr braucht. Minimalismus hat nichts mit Verzicht zu tun!Hört auf zu kaufen, nur weil eure Leser vielleicht gerade nach dem Swatch des neuen gehypten Blushes suchen..und habt im Hinterkopf, dass das Wort „Luxusproblem“ nicht zu einer neuen Volkskrankheit mutieren sollte, die wir selber erfunden haben…

20 Comments

  • Zimtschnute 1. Januar 2016 at 12:08 pm

    Am Anfang war ich genau so, wie du es beschrieben hast – kaufen für die Leser, aber weniger für mich. Mittlerweile lassen mich LEs kalt. Brauche ich das wirklich? Hast du nicht genug Blushes, what ever? Im letzten Jahr bin ich viel bewusster einkaufen gegangen, bin in Sachen LEs so gar nicht mehr auf dem laufenden, weil ich nicht mehr die erste sein muss/will, die am ersten Tag des Erscheinens der LE sein Zelt vor dm oder Rossmann aufschlagen will. Ich hatte noch nie viel von etwas gehabt uns empfand zehn Nagellacke schon als Ballast in meinem Bad, da ich die Hälfte der Lacke eh nicht tragen werde (sie waren schließlich nur für den Blog gekauft worden). Ich konnte, und kann es heute noch nicht nachvollziehen, warum man zehn Blushes und zwanzig MAC-Lippenstifte besitzen muss. Ich bin froh, daß ich auch irgendwann zu dieser Einsicht gekommen bin.

    Frohes neues Jahr und lieben Gruß, Sabine

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    • FashionqueensDiary 1. Januar 2016 at 12:20 pm

      Ich finde es super, dass du diese Einsicht mittlerweile hast (auch offen darüber zu schreiben 😉 !!! Wünsche auch dir ein ganz tolles neues Jahr!!!
      LG

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  • Lila 1. Januar 2016 at 6:57 pm

    Deine Einschätzung, dass die meisten Personen im Moment des Kaufes am Glücklichsten sind teile ich voll und ganz. Zum Glück ist dieses Gefühl bei mir nicht mehr so stark ausgeprägt, seit ich die Ausmaße meiner Sammlung kenne. Es ist in Ordnung, wenn man sich hin und wieder neeus bzw. etwas Abwechslung gönnt, aber man darf nicht vergessen, wie viel Produkte man besitzt, die es alle noch tun. Trotzdem fällt es mir schwer, meine Lieblingsprodukte ausgiebig zu nutzen. Gerade bei selteneren / besonderen Farben habe ich Angst, dass sie leer gehen, weil man sie nicht ohne Weiteres kriegt. Manchen Produkten jage ich sogar schon ewig hinterher. Mir hilft es nur, sich ab und zu vorzustellen, dass die Sachen schneller kippen als ich sie nutzen kann. Das gehe dann zwei, drei Wochen gut und dann hab ich wieder Hemmungen es zu leeren. Bei Produkten, die man relativ schnell wieder findet und problemlos ersetzen kann (z.B. Mascara) hab ich das Problem nicht.

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    • FashionqueensDiary 1. Januar 2016 at 11:35 pm

      Nicht falsch verstehen: ich habe null Problem damit, wenn jemand z.B. 150 Lidschatten/Lacke ect. hat und diese gern nutzt, 10 rote Farbnuancen auf den Nägeln braucht oder sich 365 Tage im Jahr mit einem anderen Lidschatten schminken will (was auch immer^^). Mich ärgert es bloß, wenn jemand sich etwas kauft, was er/sie eigentlich gar nicht wirklich haben mag und es nur des Blog willens (oder weil es gehypt wurde und es nun mal gut aussieht, wenn man es hat) kauft 😉

      Bei den Lieblingsprodukten sehe ich es ein klein wenig anders wie du. Klar „trauere“ auch ich Sachen nach, die leer sind und es nicht mehr zu kaufen gibt (wie z.B. der Lack „bloggers choice“ von P2 🙁 ), aber ich habe gemerkt, dass ich dafür neue Lieblinge entdeckt habe und diese nun genauso gern nutze, Neues dadurch ausprobiert habe und nun total begeistert bin (z.B. die Tatsache, dass ich den orangen Lack von essie auf meinen Nägeln liebe und mir diesen vermutlich sonst nie gekauft hätte^^).

      Aber da ist ja (zum Glück^^) jeder anders, sonst wären die Kosmetikhersteller irgendwann pleite, wenn jeder gleich denken würde 😉

      LG

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      • Lila 2. Januar 2016 at 4:34 pm

        Keine Sorge, das war mir schon klar 🙂 Auf die Blogger, die die Dinge nur für ihre Leser testen / kaufen bin ich in meinem Kommentar gar nicht eingegangen, weil du meine Meinung dazu kennst.
        Vielleicht sollte ich meine Einstellung bzgl. Lieblingsprodukten etwas überdenken. Im Grunde genommen hast du Recht… Irgendwann findet man etwas anderes was man mindestens genauso liebt. LG zurück

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        • FashionqueensDiary 2. Januar 2016 at 6:53 pm

          Ich hätte einfach nur Angst, dass ich so lange mit meinen Lieblingen rumgeize, bis sie kaputt sind. Dann wäre das nämlich defintiv kontraproduktiv 😉
          Zudem habe ich gemerkt, dass sich auch Geschmäcker (zumindest bei mir) verändern. Wenn mal ein toller Lack leer ist, habe ich die Chance nach neuen tollen Lacken zu schauen (und dadurch wächst die Sammlung nicht so brutal an^^).

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  • porzellanteint 1. Januar 2016 at 7:28 pm

    Ein sehr gelungener Beitrag! Ich bin da voll und ganz deiner Meinung. Das Leeren von Produkten macht mich auch schon irgendwie glücklich, weil ich dann weiß, dass das Geld gut investiert war und ich das Produkt auch wirklich genutzt habe.

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    • FashionqueensDiary 1. Januar 2016 at 11:28 pm

      Ich bin eigentlich nur dann happy, wenn ein Produkt leer ist, was ich nicht soooo mochte. Das kann ein Lack sein der schlecht in der Qualität war oder mal eine Creme, die ich nicht so mochte/vertragen hab. Ansonsten sehe ich es wie du: wenn mir das Produkt gefallen hat, war das Geld gut investiert und auch wenn sich das komisch anhört, ärgert es mich auch bei einem Lack von 3 Euro, wenn jemand so etwas in die Tonne tritt…

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  • andysparkles 3. Januar 2016 at 12:14 pm

    Da hast du wirklich recht, guter Beitrag! Frohes neues Jahr

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  • purefashionaddiction 5. Januar 2016 at 1:39 pm

    Ich bin wahrscheinlich eine der wenigen, die wirklich nur Beauty-Produkte haben, die ich auch brauche. Ich benutze immer die gleiche Reinigung und immer die gleiche Creme. Nach dem ich endlich das passende Make up gefunden habe, werde ich kein anderes kaufen, außer es gibt es irgendwann nicht mehr.
    Außer bei Lacken habe ich eine Schwäche…. Aber ich versuche sie auch zu leeren.
    Vorsatz für dieses Jahr: Sparen und keine unnötigen Sachen kaufen. Gilt für mich eher im Fashionbereich, aber ich bin guter Dinge! 😉
    Danke für deinen tollen Artikel!

    Liebe Grüße
    Tine

    http://fairytaleoflife.com/

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  • All about Bib 15. Januar 2016 at 9:23 am

    Ein toller Beitrag, sehr interessant geschrieben an dem wirklich viel Wahres dran ist;)
    Ich probiere zwar auch immer wieder gerne neue Produkte aus, aber auch wirklich nur die, die mich persönlich auch reizen und absolut neugierig machen. Mittlerweile schätze ich es beim Einkaufen auch sehr gut ab, was ich wirklich brauche und was ich auch wirklich haben will. Früher habe ich oft ungezielter gekauft und da sind auch viele Teile nach dem Kauf erst mal in der Schublade verschwunden.
    Ich will gar nicht minimalistisch leben, dafür liebe ich Kosmetik und auch den Reiz des Neuen zu sehr. Aber durch ein reflektierteres Kaufverhalten, was ja auch erst mal wieder erlernt werden will, da man sich heute ja wirklich vieles selbst ermöglichen und kaufen kann (Stichwort Luxusproblem), habe ich auch meinen Spaß an der Benutzung von den einzelnen Dingen wiedergefunden und das macht mir mehr Freude, als von den Massen an Kosmetik erschlagen zu werden.
    Herzliche Grüße, Bib

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    • FashionqueensDiary 15. Januar 2016 at 11:55 am

      Das ist das wichtigste wenn du wieder Spaß an deinen Sachen hast!

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  • Anja 30. Januar 2016 at 10:09 pm

    Sehr schön gesagt und absolut richtig!

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  • How to do: Minimalisieren für den Wohlfühlfaktor | FashionqueensDiary 26. März 2016 at 11:15 am

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  • The best of… vom Minimalismus und der Spezies Blogger | FashionqueensDiary 14. Mai 2016 at 7:10 am

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  • Vom Minimalismus und der Spezies Blogger - Rückblick 30. Juli 2016 at 10:23 am

    […] Minimalismus im Beautybereich – ein Luxusproblem […]

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  • Meine besten Minimalismus Tipps aus 2016 23. April 2017 at 7:35 am

    […] und wieder was zugeschickt, klar will man unbedingt diesen einen Nagellack haben und logisch, dass die Versuchung bei den Limited Editions groß ist – aber dies ist auch in Ordnung! Wichtig ist nur, dass man seine Sachen dann auch […]

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  • Pläne bis Silvester - was du vor dem Jahreswechsel noch tun solltest 28. Oktober 2017 at 8:22 pm

    […] Beautybereich versteht sich das Aufbrauchen und Aussortieren von selbst. Denkt auch immer an eure Gesundheit. […]

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