Minimalismus für mehr Lebensqualität

Minimalismus im Leben

Minimalismus im Leben ist für viele nicht nur eine Einstellung, sondern wird regelrecht wie eine Religion zelebriert. Die einen lieben das Thema, die anderen denken nicht drüber nach und eine kleine Randgruppe findet es albern. Doch mich hat dieses Thema schnell fasziniert: der Minimalismus im Leben. Das sanfte Reduzieren. Was ich anders mache wie früher und wie dies meine Lebensqulität gesteigert hat, erzähle ich euch heute:


Sanftes Minimieren durch Aufbrauchen

Je weniger man besitzt, desto weniger muss man suchen. Den Minimalismus in meinem Leben einzuführen ist nicht nur mit dem Ziel erfolgt, dass ich meinen Besitz reduzieren wollte. Ich wollte vor allem auch mehr Übersicht über meine Sachen haben. Dinge, die leer gingen, wurden teilweise nicht ersetzt, weil ich einfach noch genug anderes zum „Ausweichen“ hatte.  Es ging mir darum, meine Ressourcen zu nutzen – ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern spart auch den ein oder anderen Euro. Der schöne Nebeneffekt: man reduziert dadurch automatisch ganz langsam seine Sachen, ohne dass es groß auffällt! Mittlerweile kann ich sagen: ich habe die Übersicht die ich haben wollte, verzichte auf nichts und fühle mich mit den Dingen, die ich besitze, mehr als wohl!


Finanzielle Einsparungen mit dem Minimalismus im Leben

Wie bereits im Punkt zurvor genannt, lernt man mit der Zeit, mit dem auszukommen was man hat – und ich garantiere euch: ich habe bisher nichts vermisst!

Als ich kürzlich gefragt wurde, was ich denn für finanzielle Ausgaben gehabt hätte, als es darum ging, mein Büro einzurichten, musste ich echt überlegen. Ich hatte nämlich keine! Mein Drucker ist mittlerweile über 10 Jahre alt, tut aber was er soll: nämlich drucken. Mein Laptop ist nun 6 Jahre alt und wird hoffentlich noch ein paar Jahre durchhalten. Schreibkram habe ich noch jede Menge. Kulis, Fineliner, Blöcke – solche Sachen verbrauchen sich einfach langsam (zumindest bei mir, da ich mir ca. 90% aller Dinge digital notiere) und drucken muss ich auch nur selten. Denkanstoß: wie viele Monate/Jahre müsstest ihr keine „Schreibgeräte“ kaufen, wenn ihr alles erst einmal nutzen würdet, was ihr zu Hause habt?

Ihr merkt worauf ich hinaus will: man braucht meist viel weniger als man im ersten Moment denkt und hat meist ewig was von seinen Sachen!


Bessere Organisation

Als ich im letzten Jahr anfing mich nebenberuflich selbstständig zu machen, war ich verrückt nach den ganzen Tipps und Tricks derer, die mir vormachten, wie einfach doch alles sein kann, wenn man App X und Programm Y benutzt. Logisch, dass ich das auch versuchen musste.

Ich kann nur sagen, nach knapp einem Jahr: vergesst all die tollen Programme und konzentriert euch auf 2 oder 3, mit denen ihr wirklich effektiv arbeiten und planen könnt! Ich habe alles deinstalliert (sowohl auf dem Handy als auch dem Laptop) und verwende nun nur noch die Programme, die mir wirklich helfen. Ein Kalender, der auf Handy und Laptop synchronisiert ist und mein Din A5 Ordner, in dem ich alles schriftlich festhalte, was mir wichtig erscheint und in dem ich meine Deadlines für die Arbeit notiere. Außerdem finden sich hier hin und wieder Blog-Ideen oder sonstige Notizen – das wars! Mehr brauche ich nicht, es ist super übersichtlich weil ich nicht mit 5 verschiedenen Programmen gleichzeitig arbeite und ich weiß sofort wo ich schauen muss. Wenn ich dann doch mal Projekte o.ä. festhalten will, nehme ich ganz klassisch Excel. Vielleicht spießig, aber für mich einfach übersichtlich!


Minimalismus für mehr Lebensqualität

„Die haben tolle neue Schuhe!“ (Meine Mutter) „Ich brauche aktuell keine!“ (Ich)

Zugegeben, es gab eine Zeit, da wäre mir so eine Aussage nicht über die Lippen gekommen. Einfach schon aus dem Grund, weil es Spaß macht, shoppen zu gehen. Aber irgendwann hat es dann den berühmten „Klick“ gegeben und ich gemerkt, dass ich zu 90% eh nur die gleichen Dinge anziehe. Warum? Weil ich zufrieden mit den Sachen bin, die ich habe. Natürlich ist es toll, hin und wieder Neues zu shoppen, aber ich habe in den letzten 2 Jahren viel seltener das Bedürfnis, Neues haben zu wollen. Es wiederholt sich zum einen alles in der Mode & Beautybranche, man hat seinen Stil gefunden und wenn man nicht gerade Fashionblogger ist und ständig neue Klamotten präsentieren „muss“, warum dann in Neues investieren, wenn man mit den Sachen, die man hat, doch zufrieden ist? Ich mag diese Reizüberflutung nicht mehr. Egal ob in den Schaufenstern oder bei Instagram – dieses ständige „du musst das haben um cool zu sein!“ nervt mich nur noch…

Ich bin zufrieden mit dem was ich habe. Und seitdem ich die Einstellung habe, dass ich nicht zwingend etwas Neues haben muss um zufrieden zu sein, bin ich deutlich entspannter und freue mich über die Sachen, die ich kaufe, umso mehr!


Sich auf das Wesentliche konzentrieren…

Ich mache mir viel seltener Gedanken ob ich etwas brauche, weil ich weiß, was ich habe (und entsprechend, was nicht). Ich gebe tatsächlich weniger Geld aus und allein dafür hat es sich schon gelohnt. Das Thema „Kaufen und Besitzen“ hat für mich einen anderen Stellenwert bekommen und mir sind andere Dinge wichtiger geworden. Wohlfühlen mit den Dingen die ich besitze und zu merken, dass ich auch mit diesen wenigen Sachen glücklicher bin. Und ich habe gelernt die Dinge, die ich besitze oder kaufe, mehr zu schätzen. Ich habe mehr Übersicht, ich habe mehr Platz und mehr Geld im Geldbeutel – Ziel erreicht!

Sich auf das wichtig zu konzentrieren – so wie im Bild – kann sehr befreiend sein!

Wie steht ihr zu diesem Thema?

17 Comments

  • paragraph84 13. Juli 2016 at 8:24 am

    Minimalismus zu leben, ist gar nicht so einfach, weil wir uns ja im Laufe der Jahre an den Überfluss gewohnt haben. Aber es macht tatsächlich freier und stärker, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren. Die Kunst ist, sich darum zu kümmern, „es“ im Fluss zu halten. Wenn also etwas Neues zu Dir kommt (materiell, aber auch emotional), dann sollte etwas Altes dafür gehen…

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  • Charli 13. Juli 2016 at 11:02 am

    Das ist genau mein Thema im Moment. Ich bekomme nämlich im Haus meiner Eltern ein zweites Zimmer und da räume ich aktuell meine Schubladen und Schränke leer. Es ist erschreckend was ich so angesammelt habe (mit 14, was soll das erst später werden?) und ich stelle fest, dass vieles davon einfach ungenutzt bzw. ungetragen ist. Das wird mir nicht mehr passieren.

    Weniger Zeug heißt einfach auch weniger Aufräumen und das wird mein neues Mantra! Ich hoffe, ich halte es durch. Aber meine Familie sieht das ja genauso, die werden mich daran erinnern. Ausserdem gefällt mir mein neues relativ „leeres“ Zimmer einfach besser. Es sorgt für aufgeräumtere Gedanken, glaube ich.

    So, ich geh dann mal weiter umräumen.

    LG Charli

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    • Sonja 13. Juli 2016 at 3:20 pm

      Aber ich finde es toll, dass du dich jetzt schon mit dem Thema befasst! Mir geht es übrigens genauso: ich habe das Gefühl, je mehr „freie Fläche“ ich habe, desto einfacher ist das Denken 😀
      LG

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  • borstigesflauschi 15. Juli 2016 at 3:23 am

    Ich miste nach und nach aus. Allein schon weil ich plane dieses Jahr umzuziehen und nicht alles Kram mitkommen wird.
    Großteil der gehen wird besteht aber aus Büchern, da ich immer und immer mehr finde die ich auf Dauer nicht in meiner Sammlung haben möchte
    Kosmetik dauert noch, weil ich noch das ein oder andere Teil auf meiner Wunschliste habe

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    • Sonja 15. Juli 2016 at 8:38 am

      Nach und nach ist meist auch am effektivsten! Bei Büchern könnte ich rein theoretisch auch ne Menge aussortieren, aber von denen kann ich mich tatsächlich einfach nicht trennen (und will ich auch gar nicht^^) 😀

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  • Lila 15. Juli 2016 at 8:19 pm

    Oh ja – Davon kann ich ein Liedchen erzählen! Ich kann bis heute noch von einen Vorratskäufen und der Bunkerei aus alten Tagen leben… Ich hab sogar noch Notizbücher aus meiner Schulzeit! Heute hab ich wieder einen halben Papierkorb voll gekriegt mit irgendwelchen Unterlagen aus dem 1, Semester und Landschaftsfotos die ich mir eh nie wieder mehr ansehen werde. Auch wenn es noch dauern wird, freue ich mich schon auf das Ausziehen weil ich dann sehr viel Zeug ausmisten kann und werde. Ich könnte mich auch von sehr vielen Büchern trennen aber ch tu’s nicht wei mein Regal grad noch hübsch aussieht und beim Umzug sowieso weg kommt… Warum soll ich mich jetzt mit Lücken und umfallenden Büchern plagen?
    Einzig mit Klamotten geht das mit dem Minimalismus noch nicht so ganz auf. Ich trag auch zu 90% das selbe, aber ich müsste es dringend ersetzen und finde das dringstenste einfach nicht. Dieses Jahr scheint die FArbe braun komplett aus den Sortimenten verschwunden zu sein – Warum überhaupt T_T I

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    • Sonja 15. Juli 2016 at 9:07 pm

      Zum letzten Punkt musste ich gerade an deinen aktuellen Blogbeitrag denken: ich glaube das Prinzip, warum manche Dinge immer und manche kaum im Sortiment zu finden ist, verstehen wohl nur die Unternehmen selbst (wenn überhaupt^^).

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  • Kea 17. Juli 2016 at 2:46 pm

    Sehr schöner Beitrag! Dass man durch Minimalismus das, was man bereits hat, viel mehr schätzen lernt, kann ich nur unterschreiben. Seit ich versuche, nachhaltiger zu leben und nicht mehr shoppen gehe, habe ich quasi die Hälfte meines Kleiderschranks ganz neu für mich entdeckt – was sich da alles kombinieren lässt! Hätte ich nie rausgefunden, wenn ich weiter jedem Trend hinterhergekauft hätte! Liebe Grüße! Kea

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  • Tabea 6. August 2016 at 12:50 pm

    Eine tolle Einstellung hast du da – wobei die mich gerade echt gewundert hat, da das hier für mich auf den ersten Blick nach einem Fashion-/Beautyblog aussieht und die ja nun meist nur durch Konsum auffallen – mir zumindest 😉

    Ich bin gerade in die erste eigene Wohnung gezogen und habe ganz minimalistisch versucht, wenig zu kaufen, indem ich viel Gebrauchtes von meiner Familie mitgenommen habe, für das sie keine Verwendung mehr haben. Außerdem verbrauche ich momentan meine Apotheken-Proben-Shampoos, statt mir was neues zu kaufen. Und Seife gibt es auch erst, wenn die ganzen geschenkten Stücke aufgebraucht sind 😉
    Grundsätzlich sortiere ich aber auch gerade viel Papier und Krimskrams aus und verschenke ihn wenn möglich, weil ich einfach genervt davon bin, so viel mehr zu besitzen, als ich nutze.

    Liebe Grüße

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    • Sonja 7. August 2016 at 12:54 pm

      Ui, das ist mir gar nicht bewusst gewesen, dass sich durch den Titel das Bild so darstellt – Danke für den Hinweis!
      Ich finde deine Einstellung super, denn meist sind diejenigen, die in eine Wohnung ziehen, erst einmal total im Kaufrausch 😀
      LG und behalte deine Einstellung bei!!

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  • » Anna 26. August 2016 at 4:54 pm

    Wow. Ich habe selten so einen tiefgründigen und inspirierenden Post gelesen. Vielen Dank dafür!

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    • Sonja 28. August 2016 at 5:15 pm

      Awww…Danke <3

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  • Perfectly Disorganized 21. September 2016 at 9:49 am

    Das ist tatsächlich ein sehr guter Anstoß zu meinem schon ständig hinausgezögertem Vorhaben endlich auszumisten! Danke dir vielmals!!! ich werde das jetzt endlich in Angriff nehmen:)

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    • Sonja 21. September 2016 at 10:27 am

      Das freut mich, dann viel Erfolg dir 🙂

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  • Warum weniger manchmal eben doch mehr ist - und wie es den Alltag vereinfacht 23. April 2017 at 7:06 am

    […] euch. Es gibt nur ein Leben, warum also dieses mit Dingen füllen oder Menschen verbringen, die das Lebensgefühl […]

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  • Checkliste zum Aussortieren - Minimalismus leicht gemacht! 9. November 2017 at 9:55 pm

    […] Willst du wirklich dein Leben lang von einem Gegenstand begleitet werden, der dich nur […]

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