Wenn Frauen schreiben… #44 (…sollten sie nicht rennen…)

kolumne frauen schreiben und rennen
Es ist immer wieder der gleiche Kreislauf. Ich tue, ich mache, renne, bremse mich aus, falle auf die Nase, stehe auf, renne wieder los und bin am Ende meist frustriert. Langsam machen. Sich Zeit nehmen - kann ich nicht. Alles auf einmal, alles gleichzeitig und bitte in Schnell. 
 
Ich weiß, dass ich noch viel, viel mehr erreichen könnte, wenn ich mich auf nur eine Sache deutlich mehr fokussieren würde. Mir ist bewusst, dass alles "nur zu 40%" nicht so gut werden kann, als wenn ich auf eine Sache meine 100% Kraft lege. Oder wenigstens 90%...

Fokussieren? Rennen? Beides?

Wenn Frauen schreiben, dann reflektieren Sie ihr Leben, ihre Arbeit. Wollen von allem viel und haben nie genug. Doch ist das nicht manchmal genau das Problem von uns kreativen Köpfen? Da sind 1000 Ideen, die wir so gern umsetzen möchten. Dir wir anfangen, aber uns dann selbst darin verlieren, weil wir wieder mal zu viel wollten und keiner dazu in der Lage war, uns mal die Uhr vor die Nase zu halten und uns zu sagen, dass auch unser Tag nur 24 Stunden hat - warum eigentlich?
 
Ich hatte einen Plan. Plan A habe ich durchgezogen, bis ich kurz vorm Ziel stand. Dann kam mir der Gedanke, dass ich ja Projekt Y ganz vergessen und vernachlässigt hatte... Als wurde Plan A liegen lassen und der Fokus auf Projekt Y gelegt. Zum Erreichen des Zieles von Plan A hatte übrigens nicht viel gefehlt. Und so geht es mir so oft. Viel zu oft, dass ich denke "Ach ja, fokussieren!"... 

Das Chaos verarbeiten...

Wenn Frauen schreiben, haben sie das Problem, dass sie sich über ihre Stärken, aber auch Schwächen schmerzlich bewusst sind. Wenn sie darüber schreiben, verarbeiten sie das Chaos in ihrem Kopf und lenken es wieder in die richtige Bahn. Zumindest meistens. 
 
Schreiben, sichtbar machen - es hilft bei den meisten Problemen, die wir uns nur selbst machen. Es sind fast immer hausgemachte Probleme. Wir bürden uns zu viel auf und verlieren uns in unserem eigenen Chaos, unseren Projekten, unseren Träumen und Wünschen. 
 
Wenn Frauen schreiben, dann müssen sie lernen, dass Rennen nicht immer die Lösung ist. Einen Fuß vor den anderen setzen, in langsamen Schritten das Ziel erreichen - das ist manchmal so viel effektiver! 

5 Comments

  • shadownlight 29. Juli 2017 at 5:52 pm

    Hey, das hast du mal wieder schön geschrieben und definitiv- ein Schritt nach dem Anderen!
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 31. Juli 2017 at 8:02 am

      Danke dir und einen schönen Start in die Woche!

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  • Maila May 31. Juli 2017 at 11:06 am

    Hallo Sonja,

    einen Fuß vor den anderen zu setzen fällt manchmal schwer und zumindest ich stelle mir dabei gerne mal selbst ein Bein.
    1000 Ideen im Kopf? Dann 1000 Ideen aufschreiben und an denen arbeiten, die Priorität haben (oder die, die einem leicht von der Hand gehen, aber wer will denn schon immer den leichten und bequemen Weg nehmen 😉 )
    Im organisierten Chaos (im Kopf als auch am Schreibtisch) kann ich aktuell am besten kreativ sein.

    Liebe Grüße, Maila

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  • Mny 1. August 2017 at 9:19 am

    Ja, ich verstehe genau was du meinst – das hast du wirklich schön geschrieben und ich gebe dir größtenteils recht… außer ineinem ganz wichtigen Punkt: Das hat nichts mit den Frauen zu tun. Ich finde es traurig, dass immer etwas typisch Frau oder typisch Mann dargestellt wird. ich denke nicht dass das so ist, denn das entsteht erst durch die Erziehung. Im Grunde sind wir uns alle ähnlicher als wir denken. Da viele nun schon moderner erzoegen wurden, bin ich mir sicher, dass sich ganz ganz viele Männer da draußen genauso mit deinem Text identifizieren können wie Frauen.
    Ich hoffe du nimmst mir das jetzt nicht böse. Hab einen tollen Tag.

    Lg, Mny von http://www.braids.life

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    • Sonja 2. August 2017 at 10:51 am

      Hallo,
      lieben Dank für deine Worte. Vom Prinzip her gebe ich dir Recht! Die meisten Themen können ganz klar auf Männer bezogen werden. Aber klick dich mal durch meinen Blog und du siehst, dass die „Wenn Frauen schreiben…“Beiträge zu einer Kolumne von mir gehören, die ich seit Anfang an auf dem Blog habe 😉
      Da laut den Daten nur sehr wenige Männer meine Texte lesen, habe ich auch nicht vor, die Kolumne zu ändern 🙂 Deswegen: Nein, ich bin dir nicht böse, denn vom Grundsatz her stimmt deine Aussage ja 🙂

      Liebe Grüße auch an dich!

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