Glitzer drüber streuen

Ich bin die Meisterin der Selbstüberforderung. Ein Genie wenn es darum geht, auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu Tanzen. Eine Träumerin was die eigenen Ziele angeht. Bin Perfektionistin und stehe mir dabei meist selbst im Weg.

Während andere noch über etwas nachdenken, schmiede ich schon Pläne. Schreibe sie. Definiere sie und male sie mir in bunten Farben aus – ohne Radiergummi. Während andere noch Anlauf nehmen, springe ich bereits – ohne Seil und sicheren Boden. Während andere sich noch aufwärmen, sprinte ich schon los – ohne über die Folgen nachzudenken.

Wenn man etwas erreichen möchte, erfordert es nicht nur Disziplin, sondern vor allem eine Menge Mut. Sich selber antreiben, mehr wollen und nach Höherem streben – keine Floskel, sondern pure Realität, wenn man sich selber Ziele gesetzt hat, die man erreichen möchte – dafür sind Ziele doch schließlich da (und wer hat sich keine für 2016 gesetzt…).

Während ich diese Zeilen tippe, ist es Samstag und bereits 0.27 Uhr. Das Ergebnis von Red Bull und einem Latte Macciatto – warum auch nicht… Manchmal braucht man diese kleinen Muntermacher im Leben, manchmal ist man jedoch nur selbst in der Lage etwas zu bewerkstelligen – ganz ohne Hilfe, nur aus eigenem Antrieb – weil man es eben so will.

Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich Zeit. Habe Pläne geschmiedet, Dinge geplant, Gedanken sortiert – und mich dabei im eigenen Chaos verloren. Notizen, Kritzeleien, Ideen, Listen – es war so viel vorhanden, dass ich keinen Überblick mehr hatte.


Was dagegen hilft? Glitzer drüber streuen und sich selber nicht so wichtig nehmen.

Ein weiterer Abend, ein paar weitere Cappuccinos, ein dicker schwarzer Stift und ein wenig „wollen“ – mehr braucht es nicht. Struktur schaffen, seine Ideen noch einmal überdenken und neu ausformulieren. Über sich selber lachen, Ideen wieder verwerfen und ein wenig mehr Leichtigkeit in das ganze bringen. Sich Freiräume schaffen und die Kreativität einfach mal selber machen lassen. Keine Zwänge oder zu knappe Deadlines.

Zwei neue Listen sind entstanden – aus dem Zettelchaos von 7 verschiedenen Blättern. Listen, mit denen ich nun arbeiten kann, mich neu definiert habe. Listen, deren Punkte nun greifbar sind.

Wenn man das Gefühl hat, sich selbst zu verlieren, muss man nur wissen, dass ein wenig Glitzer im Leben, ein paar gemütliche Stunden am heimischen Schreibtisch, eine tolle Duftkerze und vor allem die eigene Leichtigkeit helfen können, wieder Ordnung in das selbst verursachte Chaos zu bringen. Man muss nur wollen, dann ist alles nicht so schwer!

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