Warum immer mehr Menschen gegen Minimalismus sind

gegen Minimalismus

Immer öfter lese ich Beiträge, in denen sich Menschen gegen den Minimalismus behaupten. Berichte, in denen der Minimalismus als reiner Hype dargestellt wird und dass es letztendlich ja auch nur ein Modewort sei, dass sich in der Szene etabliert hat. Passt ja auch gut in die Blogger-Welt, in denen weiße Wände und ein paar Blumen oberste Priorität haben^^. Clean = Minimalistisch. Aber ist es wirklich so einfach? Sind die Gründe, warum immer mehr gegen Minimalismus sind, nicht total unüberlegt?


Gründe gegen Minimalismus

Die einen behaupten, dass wenn sie den Minimalismus bewusst durchziehen würden, ihnen am Ende beispielsweise Möbel fehlen, wenn sie dann mal in eine größere Wohnung umziehen. Andere argumentieren damit, dass bei einer spontanen Feier zu wenig Geschirr/Tassen/was auch immer vorhanden sei. Auch das Argument, dass Personen einfach schlicht keine Lust haben, sich „vernünftig“ zu verhalten, sich „bewusst“ einfach mal beim Shoppen gehen treiben lassen wollen und nicht darauf achten, ob sie nun die 5. oder die 6. Bluse gekauft haben, sind in meinen Augen an den Haaren herbei gezogen.


Es gibt keinen Grund, sich gegen eine Einstellung zu lehnen, die andere Menschen glücklich macht

Es war schon immer so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Die einen finden etwas toll, die anderen daneben. Jeder hat seine eigene Meinung, die er äußern und lautstark verkünden darf. Nur ein „übereinander herziehen“ – dass ist doch komplett am Sinn vorbei. Leben und leben lassen. Die einen erfreuen sich an ihrer riesigen Dekosammlung, während die anderen maximal eine Blume als Deko verkraften. Und beides ist vollkommen in Ordnung. Während die einen also gegen Minimalismus protestieren, kämpfen die anderen für ihn – was ebenfalls am Sinn vorbei geht.


Charakterstärke zeigen

Wir sollten einfach akzeptieren, dass jeder seine Einstellung und Meinung zu einem Thema haben darf und sollte. Das ist nämlich wahre Charakterstärke! Zu seiner eigenen Meinung zu stehen – egal was die anderen sagen.

Ohne Holzhammer. Ohne dem anderen die gleiche Meinung aufdrängen zu wollen. Die einen sind Veganer aus Überzeugung, die anderen lieben ihr Steak über alles. Kein Grund, dass einer über den anderen herzieht. Jeder entscheidet sich bewusst für seinen Lifestyle, seine Lebenseinstellung.

Ich persönlich mag den Minimalismus – ohne Zwang. Mit meiner Wohnung, in der mir nichts fehlt. Denn wie mit vielen anderen Dingen auch, ist das Wort „Minimalismus“ mit vielen Interpretationen behaftet. Die einen reduzieren ihren Besitz auf 100 Dinge. Andere reduzieren nur soweit, dass sie sagen können, keine 3 Mixer und keine 7 Tortenheber ihr Eigen nennen zu müssen. Von allem so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Auch das kann Minimalismus sein.

Viele Menschen sind mittlerweile gegen Minimalismus – vielleicht auch einfach, weil sie ihn nicht verstanden haben…


Akzeptieren

Die einen sind gegen Minimalismus, die anderen lieben ihn. Belassen wir es doch einfach dabei. Jeder lebt sein Leben so, wie es ihm gefällt. Ohne Hetz-Aktionen oder mit der Holzhammer-Methode. Ohne beleidigende Kommentare.

Jeder darf seine Meinung äußern, ohne sie dem anderen aufzuzwingen. Eigentlich doch gar nicht so schwer – und besser für den Frieden untereinander!

Seid ihr für oder gegen Minimalismus oder geht dieses Thema an eurem Leben (bewusst) vorbei?


 

5 Comments

  • Andrea 16. April 2017 at 7:44 pm

    Das Thema an sich finde ich etwas schwierig. Minimalismus interpretiert jeder ja anders – vom nur Notwendigsten von allem, wobei die meisten damit ja wohl verbinden, dass man durchaus in Bereichen einige Dinge haben „darf“, aber eben allgemein dem Konsum trotzt und nicht sinn- und wahllos Dinge anhäuft, nur, um sie zu besitzen. Ich selbst würde mich in der Mitte einordnen. Ich habe durchaus Schwächen, eben bei Kosmetik und da kann ich bei keiner Produktkategorie von Minimalismus sprechen, die ich hier habe – obwohl es Produkte gibt, aus denen ich mir nichts mache und darauf gut verzichten kann. Bücher zu haben ist für mich z.B. gar nicht einzuordnen in den Bereich des Minimalismus, zu viele Bücher kann man nicht haben, finde ich, so rein vom Wissenspektrum her gesehen oder Phantasie oder Vielfältigkeit, tolle Buchserien usw. – aber ich bin ganz Deiner Meinung, jeder so, wie er mag, wobei ich ganz gern unter Menschen bin, die so in etwa in meiner Richtung denken, sonst wird es kompliziert. Und es gibt ja auch Menschen, die alles mögliche sammeln, wo es für meinen Geschmack ausartet – dafür würden diese aber vielleicht bei Dingen, die ich angehäuft habe, den Kopf schütteln, es lässt sich kaum eine Grenze ziehen. Ich mache mir um all das wenige Gedanken – man lebt nur einmal und jeder so nach seinem Gutdünken ist wohl der beste Weg. Schöne Ostertage noch und liebe Grüße

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    • Sonja 17. April 2017 at 11:29 am

      Ich denke auch, dass das Hauptproblem im unterschiedlichen „verstehen“ liegt.
      Aber du hättest es passender nicht ausdrücken können “ Ich mache mir um all das wenige Gedanken – man lebt nur einmal und jeder so nach seinem Gutdünken ist wohl der beste Weg.“ Perfekte Einstellung!!!!

      Liebe Grüße auch an dich!

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  • shadownlight 17. April 2017 at 3:12 pm

    Hey, ich muss gestehen, dass ich nicht der Typ für den direkten Minimalismus bin. Ich mag schlichte Deko, wenig Zeug was verstaubt, ja, aber ich mag auch vollgestopfte Kuschelecken :).
    Liebe Grüße!

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    • Sonja 18. April 2017 at 8:10 am

      Kuschelecken müssen schließlich auch sein 🙂

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  • Tabea 17. April 2017 at 7:36 pm

    Also mir sind bis jetzt noch keine Leute (im Netz und offline) begegnet, die den Minimalismus bewusst ablehnen und sich dagegen aussprechen. Ich habe nur davon gelesen, dass manche halt für sich beschlossen haben, das Ganze nicht zu verbissen zu sehen… und damit sind deine im zweiten Absatz geschilderten Ausreden ja auch erledigt 😉

    Ich selbst zähle wohl weder zm einen noch zum anderen Extrem, denn ich finde zwar den Gedanken, nichts überflüssiges zu besitzten, toll, aber kann mich von einigen Dingen noch nicht trennen, auch wenn ich sie selten/nie nutze. Außerdem habe ich Probleme damit, aussortiertes Zeug loszuwerden, denn Wegwerfen finde ich blöd (umweltbelastend) und ich finde selten wen, der mein Zeug haben will.
    Bei diesem Thema bin ich eigentlich so tolerant wie bei Ernährung / Umweltschutz und sonstigen Dingen. Ich versuche immer, mir die Gründe anzuhören und finde es auch okay, wenn jemand eben nicht wie ich gegen Fleisch ist und gerne immer das Auto nimmt. Jeder muss selbst wissen, was für ihn richtig ist – auch, wenn es schön wäre, wenn mehr Menschen freundlich sind und auch auf ihre Umwelt achten würden.

    Deine Vermutung, dass die Minimalismus-Gegner ihn nicht verstanden haben, klingt für mich sehr nachvollziehbar. Denn ich definiere das wie du: Ich behalte nur Dinge, die aus einem Grund in meinem Besitz sind. Egal, ob Erinnerung oder doch etwas, was ich nutze (zum Zeitvertreib, zum Kochen, im Haushalt, für die Schule, zum Reiten etc.). Dinge für „vielleicht irgendwann, wenn…“ aufzuheben, widerstrebt mir aber seit einiger Zeit, weil mich herumstehende Sachen, die gerade nicht verwendet werden können, langsam nerven. Das war früher anders, bevor ich auf so vielen Blogs über Minimalismus las und beim Aussortieren das befreiende Gefühl erstmalig spürte.

    Liebe Grüße

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