„Einfach leben“ Der Blick ins Buch und meine Gedanken

einfach leben das buch

Beitrag enthält Affiliate Links - das Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt


Einfach leben. Ist es wirklich so leicht, wie der Titel suggeriert? Dass man nur „einfach leben“ muss, um glücklich sein zu können? Auf der ersten Seite des Buches „Einfach leben“ der Autorin Lina Jachmann ist zu lesen „Collect Moments, not things“. Recht hat sie und auch ich bin der Meinung, dass man sich am Ende seines Lebens eher an die schönen Momente, als an eine teure Handtasche erinnern wird.


Einfach leben – worum geht es im Buch genau?

Das Buch „Einfach leben“ (erschienen im Knesebeck Verlag) ist keine Anleitung zum minimalistischen Lebensstil und dennoch ein Minimalismusguide. Es ist, so wird es auch im Buch beschrieben, eine Inspiration, wie ein einfaches Leben aussehen kann. Aufgeteilt ist das Buch dabei in die folgenden Kapitel: „Minimalismus & Wohnen“, „Minimalismus & Mode“, „Minimalismus & Körper“ und „Minimalismus & Lifestyle“.

Enthalten sich dabei nicht nur Homestorys und Tipps, wie sich durch Minimalismus Geld und Energie sparen lässt, sondern auch Rezepte, Interviews und Vorstellungen von verschiedenen Konzepten, die zwar minimalistisch gestaltet sind, aber dennoch alle sehr unterschiedlich sind. Vom Leben im Tinyhouse bis hin zum Leben auf dem Bauernhof: Minimalismus ist eben das, was man daraus macht!

einfach leben blick ins buch review

„Einfach leben“ – meine persönliche Meinung zum Buch

Ich muss zugeben, dass ich mir das Buch anders vorgestellt hatte. Nicht so inspirierend, ist wohl die beste Aussage. Vermutet hatte ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die in ein festes Muster presst, doch dies ist tatsächlich gar nicht der Fall. Es gibt viele Anregungen, wie man den Minimalismus praktizieren kann. Vom Projekt 333 im Kleiderschrank bis hin zu der Nutzung von Zahnputztabs statt Zahnpasta über ein Rezept für ein selbstgemachtes Körperpeeling bis hin zu Erklärungen: „Was ist Zero Waste? Welchen Einfluss haben Einkaufsbons auf die Marken und Läden in unserer Region und wie kann ich mich fit halten, ohne hierfür Sportgeräte kaufen oder ins Fitnessstudio zu müssen?“

Mir gefallen die vielen verschiedenen Ansätze sehr, da meiner Meinung nach für jeden etwas dabei ist. Ich persönlich bin schon sehr lange ein Fan des Minimalismus, praktiziere ihn in vielen Bereichen selbst und muss zugeben, dass ich sehr viele Ideen und Anregungen aus dem Bereich bereits vorher kannte. Speziell die Methoden, die im Buch vorgestellt wurden, waren mir tatsächlich ohne Ausnahme alle bekannt. Dafür hat mich etwas anderes fasziniert und ja, durchaus auch inspiriert….


Die Homestorys

Zugegeben: Ich liebe es, hinter fremde Türen zu schauen, mich vom Alltag anderer Menschen mitnehmen und inspirieren zu lassen. Daher hat das Buch innerhalb kurzer Lesezeit mein Herz erobert. Da wäre zum einen die Story eines Mannes, der gefühlt rund 50 Dinge besitzt, von denen er (Auszug aus dem Buch) „die Socken sogar einzeln zählt„. Auch die Storys von Gründerinnen und Gründern, die sich dem minimalistischen oder nachhaltigen Leben zugeschrieben haben, sind durchaus faszinierend. Die Beweggründe haben mich teilweise selbst zum Nachdenken angeregt und ich habe es schon oft hier auf dem Blog geschrieben, kann es aber nur nochmals wiederholen: Wenn jeder nur ein bisschen mehr für die Umwelt tut und mehr auf Nachhaltigkeit setzt, kann dies in der Masse eine Menge bewegen. Manche mussten erst aufs Land ziehen, um zu merken, dass Aktivitäten wichtiger und interessanter sind als Shopping und Konsum. Auch dem kann ich persönlich nur zustimmen.

einfach leben rückseite vom buch

Sich auf das Wichtige im Leben fokussieren

Auch darum geht es im Buch. Schön gezeigt wird dies anhand verschiedener Portraits. Mit dabei sind unter anderem Madeleine vom Blog dariadaria.com und Shia von wastelandrebel.com. Ich kannte beide Bloggerinnen bereits vor dem Lesen des Buches und ja, ich bin nicht selten dort zur Inspiration unterwegs. Daher wundert es mich auch nicht, auf u.a. diese beiden im Buch zu treffen. Neben der Frage, was im Leben wichtig ist, wird auch auf verschiedene Lebens- und Wohnmodelle im Buch eingegangen. Warum entscheiden sich manche Menschen für das Leben in einem Tinyhouse und wie kommt man auf die Idee, in einem Wohnwagen an einem Bootsanleger den größten Teil des Jahres zu verbringen?

Es sind alles nur Einblicke, aber diese Einblicke – auch in die Gedanken – regen mich wiederum in vielen Bereichen zum Nachdenken an. Was kann ich vielleicht noch ändern, was mir bisher nicht so bewusst war? Warum habe ich bis jetzt noch nie über Ökostrom nachgedacht und seit wann gibt es eine Suchmaschine, die Baum-Pflanzprojekte unterstützt? Dies war mir tatsächlich neu! Und weil ich das so richtig, richtig toll finde und ich als freiberufliche Texterin und Bloggerin gefühlt 100x am Tag etwas in die (bisher) Google-Suchmaschine eingegeben habe, habe ich nun umgestellt. Ich surfe jetzt über ecosia und kann es nur empfehlen. Es ist kein Unterschied zur Google-Suche und hey, wenn ich damit etwas Gutes tun kann (Bäume pflanzen!), warum nicht? Da ecosia zudem sehr transparent ist, mache ich da gern mit und kann es auch euch nur empfehlen (nein, keine Werbung, sondern meine persönliche Empfehlung und Meinung 😉 ).

Aktuell komme ich bei ecosia auf rund 50 Suchanfragen pro Tag, was bedeutet, dass ich täglich für einen neuen Baum sorge  😀


Was nehme ich persönlich noch aus dem Buch mit?

Neben meiner neuen Suchmaschine und vielen Inspirationen möchte ich nun doch verschiedene Dinge ausprobieren, an die ich mich bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht herangewagt habe. Zahnputztabs möchte ich beispielsweise unbedingt mal testen. Auch sind in dem Buch (gefühlt) unendlich viele verschiedene Tipps zu Unverpackt-Läden (auch online), Shops für nachhaltige und fair produzierte Kleidung und Buchtipps, die ich noch durchstöbern will und auch die im Buch vorgestellten „One Pot“ Rezepte reizen mich.

Überhaupt habe ich seit dem Lesen einiges überdacht und irgendwie reizt es mich, nochmals meine Wohnung nach „überflüssigem“ zu scannen. Getan habe ich dies bereits in einem kleinen Bereich: Ein Karton an Büchern hat mich verlassen. Die Bücher wandern nun (dank Hilfe meiner Mama) in einen öffentlichen Bücherschrank und ich habe erst gestern Feedback bekommen, dass schon jetzt ein großer Teil weg ist. Andere scheinen sich gefreut zu haben und ich habe wieder ein wenig mehr Platz, so soll es sein!

das buch einfach leben blick ins buch

„Einfach leben“ von Lina Jachmann: Mein Fazit

Das Buch hat mich überrascht, positiv. Ich dachte, ich würde aus so einem Buch nichts für mich mitnehmen können, habe aber gemerkt, dass das nicht stimmt. Ich bin ein Mensch, der sich gern inspirieren lässt und manchmal gewisse Inspirationen auch mehrfach vor die Nase gehalten bekommen muss, bis es im Kopf klick macht und mich etwas so sehr reizt, dass ich es auch ausprobieren mag.

In Phasen, in denen ich auf meine Arbeit keine Lust habe (auch das gibt es bei einem begnadeten Workaholic wie mir) helfen mir so inspirierende und motivierende Bücher durchaus weiter. Von mir ist dieses Buch eine klare Empfehlung für jeden, der sich mit dem Thema Minimalismus beschäftigt oder ein Geschenk für (angehende) Minimalisten sucht.

Es gibt an diesem Buch nur einen Haken, der mich persönlich ein wenig stört (aber das ist Jammern auf hohem Niveau): Der Umschlag vom Buch besteht aus etwas festerer Pappe. Wenn jemand (wie ich) dieses Buch hundertmal von vorne nach hinten und wieder zurück durchblättert, bleiben Kanten und Eselsohren am Einband nicht aus, wodurch mein Buch tatsächlich schon so aussieht, als wenn es sehr lange bei mir wohnen würde (tut es aber nicht). Aber wie gesagt: Meine Meinung und andere stört so etwas vielleicht absolut gar nicht  😉

Und nun interessiert mich eure Meinung zu diesem Buch! Kennt ihr dieses Buch bereits? Oder ist es für euch interessant?

14 Comments

  • Mich interessiert diese Thematik auch sehr. Ich habe das Buch letztens im Laden durchgeblättert und finde es schon sehr durchgestylt, muss aber zugeben, dass ich nun doch nochmal neugierig geworden bin. Ich finde halt, manchmal gleicht alles irgendwie einem Wettbewerb. Wer hat am wenigsten? Wer braucht am wenigsten? Als wäre man dadurch ein besserer Mensch. Es kommt also für mich immer ganz darauf an, ob es jemanden gelingt, micht zu inspirieren, statt zu missionieren. Dagegen bin ich nämlich total allergisch. 😉
    Liebe Grüße.

    • Kann ich absolut verstehen, deswegen hat mich das Buch aber so begeistert. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger mit „so musst du das machen“. Es geht wirklich darum zu zeigen, wie Minimalismus aussehen kann und welche kleinen Änderungen möglich sind, wenn man möchte. Alles kann, nichts muss. Kann ich dir wirklich nur empfehlen 🙂

  • Mittlerweile gibt es ja bereits eine Menge Bücher und Blogs zum Thema Minimalismus. Oftmals wird dann der Minimalismus als die einzig erstrebenswerte Lebensform dargestellt und es entwickelt ein Konkurrenzkampf, wer die wenigsten Dinge braucht, wer den geringsten Platzbedarf hat. Ich finde die Grundidee des Minimalismus super und habe auch schon Einiges umgesetzt – ein totaler Minimalist wird aus mir zwar nicht werden, denn dazu mag ich hin und wieder auch ein wenig Luxus zu gern 😉
    Deiner Beschreibung nach geht es aber in diesem Buch mehr um Ideen und Vorschläge, um Inspirationen, um Beispiele, wie andere den Minimalis handhaben – so etwas lese ich gerne und dann kann ich auswählen, was spricht mich an, was passt in meine Lebensform, was möchte ich aufgrund der Vorschläge auch ändern.

    Alles, alles Liebe Gesa

    • Ja, du hast meine Beschreibung genau richtig verstanden 😉 Ich liebe inspirierende Bücher total und immer wenn ich unmotiviert bin (egal in welchen Bereichen) helfen diese mir wieder auf die Füße 😀 Wenn du so etwas gern liest, kann ich es dir nur empfehlen! LG auch an dich!

  • Verglichen zu manch Konsumzombies auf Youtube bin ich ein Minimalist. Ich gebe wöchentich keine 40€ bei dm aus, besitze keine 50 Paar Turnschuhe und trink keinen Coffee To Go. Trotzdem bin ich weit weit weg von Askese geschweige denn Zero-Waste, Capsule Wardwobe und was es sonst noch alles gibt. Der ganz radikale Weg wäre für mich auch nicht der Richtige, weil ich eine gewisse Bequemlichkeit brauche und eine emotionale Beziehung zu Dingen entwickle. Trotzdem bewundere ich diese Menschen, die mit 30 Kleidungsstücken auskommen, mit wenig Zutaten lecker kochen und sich wesentlich weniger Gedanken über ihr Hab und Gut machen.
    Mittlerweile ist es für mich wichtiger geworden „bewusst“ und „gescheit“ zu leben, also Dinge sein zu lassen, die schlichtweg sinnlose Verschwendung bedeuten. Damit meine ich sowohl Konsumgüter, Kontakte wie auch Zeit. Dem Clickbait aus dem Weg zu gehen und nur noch das zu lesen was einen interessiert oder bildet, erspart mir mindestens 2 Stunden am Tag, den ich für mich selbst oder meine eigenen Projekte benutzen kann.
    Das Buch könnte interessant sein um den ein oder anderen Gedanken umzusetzen oder den Mut zu finden. Bislang habe ich noch keine Minimalismus-Bücher gelesen, aber ich hab ne Zeit lang Blogs gelesen und unterhalte mich gerne mit Minimalisten.

    • Ich finde deine Einstellung super, denn bewusst zu leben ist natürlich das Wichtigste. Was bringt es einem, sich nachhaltig oder minimalistisch zu verhalten, wenn es einem dabei nicht gut geht…

      Minimalismus-Blogs lese ich total gern und nehme mir immer wieder etwas davon mit – und wenn es nur ein Gedanke ist. Manchmal finde ich Bücher aber nicht unpraktisch. Ein Blogpost ist schnell gelesen, ein Buch nehme ich öfter und länger in die Hand und beschäftige mich dementsprechend intensiver damit. Schau doch einfach mal rein, wenn du mal in einer Buchhandlung bist. LG an dich!

  • Hej Sonja, ich hab mir das Buch bereits im April letzten Jahres gekauft und fand es von der ersten bis zur letzten Seite wirklich extrem ansprechend. Obwohl es mir nicht viel Neues vermittelte (weil ich mich mit der Materie ja schon lange befasse) hat es mich doch in seinen Bann gezogen, und ich habe es schon x-mal gelesen und nehme es gerne immer wieder zur Hand.
    Am allerbesten gefallen mir die Homestorys; ich finde es wahnsinnig spannend zu erfahren, was andere unter Minimalismus, Nachhaltigkeit und einem (ver)einfach(t)en Leben verstehen. Das inspiriert mich immer sehr, denn das ist echter, gelebter Minimalismus, der in all seinen Facetten umgesetzt wird- das macht die ganze Sache nur noch spannender! Und dass Minimalismus mehr als nur ein „100-Dinge-Ding“ ist, das vermittelt dieses Buch ausserdem erfolgreich!
    Diese Art zu leben ist wirklich unglaublich befreiend und schafft einem so viel Freiraum – das erfahre ich jeden Tag aufs Neue. Obwohl ein „Hardcore-Minimalist“ bestimmt behaupten würde, dass ich relativ viel besitze, so hat mir die rigorose Reduktion auf allen Ebenen sehr, sehr viel Leichtigkeit gebracht.
    Ich glaube, dieses Buch ist ein höchst lesenwerter Ansporn für Menschen, die sich dem Thema Minimalismus erst noch annähern, und eine Bestätigung für alle, die ihn schon erfolgreich in ihr Leben gelassen haben.
    Alles in allem aber: EMPFEHLENSWERT!
    Hummelzherzensgrüsse!

    • Lieben Dank für deine Ansichten zum Buch. Ja, in den Bann gezogen hat es mich auch, daher kann auch ich es echt nur empfehlen 🙂 Dass es das Buch schon länger gibt, ist tatsächlich an mir vorbei gegangen. Entweder wurde nicht genug darüber berichtet oder ich habe es im letzten Jahr einfach übersehen 😀

  • Hi Sonja, also ich kannte das Buch noch gar nicht, aber es klingt für mich schon sehr spannend. Ich bin zwar noch nicht so weit, mich voll und ganz auf das Thema Minimalismus einzulassen, habe aber auch schon die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich gut tut, sich von altem bzw. überflüssigem zu trennen. Ich setze das Buch mal auf meine Wunschliste, denn es interessiert mich schon sehr (und ja, auch ich liebe Homestories!) 🙂 Liebe Grüße, Julia

    • Voll und ganz muss ja auch gar nicht sein 🙂 Das ist das tolle an dem Buch: Alles kann, nichts muss 🙂 Und glaube mir: Die Homestorys sind toll – allein dafür lohnt sich das Buch schon 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.