Eine Rich Bitch im Beautywahn

Schaut man sich den Beautyschrank einer Rich Bitch an, wird schnell klar, dass sie eines hat: von allem zu viel! Viel zu viel! Sie hat gefühlte 500 Produkte im Badezimmer stehen und kann mindestens jeden Tag ein anderes Shampoo verwenden, denn weniger als 7 verschiedene gibt es nicht. Sie besitzt mindestens 3 verschiedene Haaröle (das erste, weil sie generell eines testen wollte, das zweite aufgrund einer Empfehlung auf einem Beautyblog und das dritte ist das „teure“ Öl, weil sie nach den ersten zwei die Erfahrung gemacht hat, dass ihren Haaren das Öl gut tut und sie nun in etwas „Vernünftiges“ für ihre Goldlöckchen investieren mag).


Shopping? Let´s go!

Eine Rich Bitch geht mit offenen Augen durch den Drogeriemarkt – immer auf der Suche nach dem ultimativen Produkt, was ihre Haare noch schöner, die Haut noch reiner und die Nägel noch schicker aussehen lässt. Eine Rich Bitch kommt dann mit vollen Tüten nach Hause, verstaut alles in ihrem Badezimmerschrank und tauscht die Shampoo-, Spülung- und Duschgelflasche aus der Dusche gegen die neu erworbenen Produkte aus. Auch online shoppen funktioniert hier prima, denn Affiliate sei Dank, kann man die auf den Blogs angepriesenen und oftmals übertrieben gehypten Produkte direkt mit nur einem Klick in den virtuellen Einkaufswagen legen – und die Bloggerin freut sich über Zusatzeinnahmen.

Nachdem sich die Rich Bitch in der Drogerie gerade erst eine neue Haarspülung gekauft hat, googelt sie im Internet nach Erfahrungsberichten und landet auf Beiträgen von Bloggern, die diese Spülung zwar „mal“ benutzt haben, aber aktuell das neue, ultimative und 3x so teure Produkt von XY empfehlen.

Die Rich Bitch kauft auch dieses teure Produkt und das Spielchen mit dem Austausch der Produkte aus der Dusche geht von vorne los.


Das Spiel der Rich Bitch

Eine Rich Bitch kann dieses Spielchen so lange durchziehen, bis sie merkt, dass diese Methode zwei fatale Folgen hat:

  • ihr Badezimmerschrank platzt aus allen Nähten
  • ihr Konto hechelt in den letzten Zügen vor sich hin

Und spätestens jetzt kommt die Kehrtwende im Leben unserer Rich Bitch, denn Klamotten-Shopping ist dank der 50 Flaschen im Badezimmer nicht mehr möglich. Die Rich Bitch überdenkt ihr Verhalten. Mehr Geld ausgeben als einnehmen funktioniert auf Dauer nicht. Eine Lösung muss her! Unsere Rich Bitch durchforstet das Internet und stößt dabei auf Ratgeber. Sparmethoden. Blogs, die nur einen Sinn haben: von der absoluten Shoppingabstinenz zu erzählen. Unsere Rich Bitch ist entsetzt. Auf Shopping verzichten? Für Tage? Für Wochen? Manchmal sogar für Monate? Da ist von Produkt-Listen, Kaufverbot, Erfolgsberichten und Belohnungen die Rede. Aber eigentlich hat sie das doch gar nicht nötig…oder?


Die bittere Erkenntnis

Unsere Rich Bitch beginnt mit dem, was sie auf allen Blogs gesehen hat: sie erstellt eine Übersicht aller vorhandenen Produkte und ist entsetzt über die Masse, die mehrere Din A4 Seiten füllen. Doch der Ehrgeiz ist geweckt und unsere Rich Bitch hat nun ein klares Ziel vor Augen: dem eigenen Konsum den Kampf ansagen und das Motto „nutzen und aufbrauchen“ zum Lebensinhalt zu erklären.

Unsere Rich Bitch ist stolz auf ihr Vorhaben. Am Tag danach beginnt die Umsetzung. Knallhart, aber hoffentlich effektiv. Sie sucht sich jeweils ein Duschgel, eine Haarspülung, eine Haarkur, ein Haaröl, einen Nagellack, eine Handcreme und eine Bodybutter heraus. Der Rest ihres enormen Bestandes wird nun eine Weile auf nimmer Wiedersehen hinter geschlossenen Schranktüren verweilen. Natürlich könnte sie mehrere Produkte einer Kategorie gleichzeitig nutzen, dies hätte jedoch Nachteile: es dauert wesentlich länger, bis sie eines der Produkte geleert hat (denn sparsamer Verbrauch war schon immer etwas, was sie als wichtig angesehen hat und mit einem kleinen Shampooklecks werden die Haare genauso sauber).


Weniger ist vielleicht doch mehr…

Zusammenfassend hat unsere Rich Bitch nun einiges vor in den nächsten Monaten, denn so schnell wird sie keinen Drogerimarkt mehr betreten müssen. Sie wird in den nächsten Monaten lernen, wie gut es sich anfühlt, von allem „weniger“ statt „mehr“ zu haben. Wie gut es sich anfühlt, wenn man ein wenig minimalistischer lebt und die Produkte, die man sich mal irgendwann gekauft hat, auch wirklich nutzt. Sie wird lernen, wie viel Geld sie sparen kann, wenn sie tatsächlich nur dann einkaufen geht, wenn sie auch wirklich etwas braucht.

20 Comments

  • Lila 14. Februar 2015 at 1:17 am

    Du sprichst mir aus der Seele. Es gibt haufenweise solche Leute, die sich einfach alles in den Warenkorb legen und nicht aufbrauchen. Mädels, das nimmt doch nur Platz weg :-/ Ich finds gut, dass manche das mittlerweile einsehen aber es sind meiner Meinung nach noch zu wenige.

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    • FashionqueensDiary 14. Februar 2015 at 7:17 pm

      Ja, leider noch viel zu wenige..aber die Industrie freut sich^^

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  • nordicwannabe 14. Februar 2015 at 4:10 pm

    Die Werbung ist Schuld 😛

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  • Carolin von Caros Küche 15. Februar 2015 at 8:47 pm

    Danke für deine Worte! Nur zu wahr … ich „schäme“ mich ja schon, wenn ich mal zwei Duschgels im Badezimmerschrank habe – aber was andere Leute so ihr Eigen nennen, übersteigt meine Vorstellungskraft.
    Ich wünsche dir morgen einen tollen Start in die neue Woche!

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  • Martina Ka. 20. Februar 2015 at 8:33 pm

    Ach je… ich dachte beim lesen wirklich: Bin auch ich eine Rich Bitch?
    Mit meiner Lidschattensammlung kann ich Menschen erschlagen und auch sonst habe ich viel zu viel.
    Aber ich versuche auch viel weg zu haben.
    Ist aber nicht so einfach. Reintheoretisch müsste ich immer nur alle 2 Monate für Duschgel oder Shampoo in die Drogerie. Und alle 4 Monate wegen Maskara und Puder.
    Ich gehe erst wieder etwas holen wenn sämtlicheLippenstifte weg sind…
    Die waren meine Schwachstelle. Ich mag die Farben aber egal wie ich es auch anstelle Lippenstifte lassen mich immer wie eine Vollzeitnutte aussehen. Aber abgeben mag ich sie auch nicht :-/

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    • FashionqueensDiary 21. Februar 2015 at 9:49 am

      Nimm den Text nicht sooo ernst 😉 Im Grunde sind wir doch alle, also alle Beautyjunkies, eine kleine oder große Ritch Bitch 😉 Wichtig finde ich immer nur, dass man auch begreift, ob man zu viel hat. Und wenn man nicht jede Woche 3 Sachen wegwerfen muss weil es schlecht geworden ist, ist doch alles noch im (dunkel) grünen Bereich^^

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  • Bloggerhype und Beautykonsum | 4. Oktober 2015 at 11:20 am

    […] Platz 2: Eine Ritch Bitch im Beautywahn […]

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  • All about Bib 9. Oktober 2015 at 12:13 pm

    Ach das habe ich bereits auch hinter mir, horten, stets auf der Suche nach dem besten Produkt sein und ehe man sich versieht, platzen die Schränke aus alle Nähten, inklusive Shoppingabstinenz und Aufbrauchprojekt. Immerhin wurden mir doch später die Augen geöffnet. Ich kaufe immer noch gerne Beautykrams ein und probiere auch gerne neues, allerdings nicht mehr so in Massen 🙂
    Ein interessanter Beitrag in welchem sich wahrscheinlich einige wiedererkennen werden!
    Liebste Grüße

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    • FashionqueensDiary 10. Oktober 2015 at 8:01 am

      Das ist auch der große Unterschied meiner Meinung nach. Ausprobieren machen wir doch alle gern – aber eben in Maßen und nicht in Massen 😉
      LG

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  • Jahresrückblick 2015 – von Blogger Hypes und Hashtag-Nutzern | 27. Dezember 2015 at 1:07 pm

    […] dem Beitrag “Eine Ritch Bitch im Beautywahn” habe ich mich eigentlich nur schriftlich austoben wollen. Euch hat es scheinbar gefallen und […]

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  • Blogger Hypes und Hashtag Nutzer-Jahresrückblick Teil 2 21. Mai 2016 at 11:02 am

    […] dem Beitrag „Eine Ritch Bitch im Beautywahn“ habe ich mich eigentlich nur schriftlich austoben wollen. Euch hat es scheinbar gefallen und […]

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  • Blogger-Hype,Minimalismus & Hashtag Nutzer-Jahresrückblick Teil 2 21. August 2016 at 10:22 pm

    […] dem Beitrag „Eine Ritch Bitch im Beautywahn“ habe ich mich eigentlich nur schriftlich austoben wollen. Euch hat es scheinbar gefallen und […]

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  • Wie schreibe ich einen Bestseller? 18. September 2017 at 3:24 pm

    […] Buch war zu Beginn tatsächlich kein Buch, sondern viel mehr eine Sammlung diverser Kolumnen (ähnlich dieser) und Gedankengänge. Mir machte das Verfassen dieser "bösen" Kolumnen einfach so sehr viel Spaß, […]

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  • Bloggerhype und Beautykonsum - eure liebsten Beiträge 4. Oktober 2017 at 10:16 am

    […] Platz 2: Eine Ritch Bitch im Beautywahn […]

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  • Luna 27. Oktober 2017 at 10:28 pm

    Ich finds megatoll, dass du auch Listen führst. Ich habe das 2013/14 eingeführt (ich glaube, mir war langweilig und ich hatte so nen Ausmist-Anfall) und bis heute beibehalten. Auch wenn ich momentan ein bisschen faul bin, die Liste zu aktualisieren. Egal. Ich wurde immer ein wenig belächelt und so und bin dir gerade sehr dankbar, dass du das Gleiche machst.
    Ich freu mich übrigens immer, wenn ich etwas aus meiner Liste ausstreichen kann (im Beautybereich, bei anderen Kategorien habe ich eigentlich fast nur mehr meine Lieblinge.)

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    • Sonja 28. Oktober 2017 at 8:04 am

      Freut mich, dass es dir besser geht 😀 Fairerweise muss ich zugeben, dass dieser Beitrag hier aus 2015 ist und ich mittlerweile ich Beauty-Bereich keine Liste mehr führe – ich habe einfach nur noch das, was ich wirklich brauche, seitdem ich damals so drastisch minimalisiert habe. Aber wenn ich irgendwann das Gefühl hätte, dass es wieder zu viel ist – egal in welchem Bereich – würde ich sofort wieder mit einer Liste anfangen 🙂 Ich habe im Beautybereich nur die von dir genannten Lieblinge – und du schaffst das auch, *Daumendrück*

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  • Anonymous 18. November 2017 at 9:29 pm

    Hmmm, ich komm nicht darüber hinweg- warum schreibst du rich mit t? 😉

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    • Sonja 18. November 2017 at 10:05 pm

      Sehr geil… der Beitrag ist seit 2 1/2 Jahren online und das ist mir nie bewusst aufgefallen 😀 Ist korrigiert, Danke für den Hinweis 😀

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