Effizientes schreiben

effizientes schreiben

Wir Frauen machen gern vieles gleichzeitig. E-Mails lesen, Nägel lackieren und dabei telefonieren sind nur drei Dinge, die man gleichzeitig machen kann.

Doch in manchen Momenten sollten wir auf den Männer-Modus schalten. Eines nach dem anderen – und zwar langsam!

Ich habe dies bei mir selbst gemerkt. Wenn ich am Schreiben bin – und nur am Schreiben – entstehen dabei nicht nur bessere Texte, sondern es fließt auch einfacher. Dieser Schreibflow, den viele gar nicht kennen, kann nur entstehen, wenn man sich bewusst mit einer Sache beschäftigt. Wenn ich im Schreibflow bin, vergesse ich alles um mich herum. Dann gibt es nur mich, die Tastatur und die weiße Seite vor mir. Höre nicht mehr die Musik im Hintergrund, keine Geräusche unten von der Straße, das Knacken der alten Holzbohlen, den Cappuccino neben mir. Dann nehme ich keine Tippfehler wahr, keine Satzbauzeichen, keine Absätze… ich schreibe einfach was mir in den Sinn kommt! Korrigieren kann ich auch später noch. Verliere meinen Gedanken nicht mehr, weil ich mich für 5 Sekunden mit der Korrektur vom letzten Absatz beschäftigt habe. Es ist so simpel wie auch genial – zumindest für mich. Ich schreibe was ich gerade denke und wenn danach der halbe Text rot hinterlegt ist: na und? Wen interessiert das, wenn ich den Text NACH der Fertigstellung nochmals mit Rechtschreibprogramm Korrektur lese?

Da war der eine Gedanke…

Es ist mir schon oft passiert, dass ich einen tollen Gedanken hatte, ihn anfing nieder zu schreiben, dann sah, dass ich im letzten Satz einen Buchstabendreher drin hatte, zurück gesprungen bin, korrigiert habe, dann mit den Augen am ganzen Satz hingen blieb und mich fragte, ob der Satzbau nicht anders doch besser wäre und zack…war der eben noch so geniale Gedanke verflogen und ich schlug mich stattdessen mit der Korrektur eines Satzes rum.

Doch dieses bewusste Schreiben hat noch einen entscheidenden Vorteil: man ist effizienter! Es macht einen riesen großen Unterschied, ob ich 30 Minuten konzentriert in die Tasten haue oder 30 Minuten tippe, telefoniere, gedanklich schon bei einem anderen Projekt bin ect.

Effizientes Schreiben funktioniert tatsächlich! Natürlich funktioniert es auch bei mir nicht immer, dass ich mich ausschließlich auf den Text konzentriere, aber es funktioniert immer öfter, ich bleibe immer öfter „dran“ bis ich fertig bin und dass mir Gedanken durch Korrigieren verloren gehen, ist, seitdem ich bewusst Fehler „Fehler“ sein lasse, nicht mehr passiert…

Wie ist es bei euch? Habt auch ihr Tipps zum Schreiben?

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  • Adriano Eljero 7. Januar 2015 at 8:34 pm

    Approved. Stempel drauf. Geht mir genauso 🙂

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  • Lila 7. Januar 2015 at 11:24 pm

    Es gibt Sachne, die ich parallel machen kann (Essen + Tippen, Nägel lackieren + Tippen, Telefonieren + Aufräumen) und Sachen, die ich nicht parallel machen kann (Texten, Bücher lesen, Lernen, Musik hören). Wichtig ist dass man weiß, was man parallel kann und was nicht, dann kann man seine Zeit effektiver nutzen 🙂 Ich mach bei Lernen keine Musik an, du weißt ja, was dann passiert…

    Die Korrektur mach ich auch erst wenn ich mit dem kompletten Geschreibsel fertig bin, es sei denn mir fällt das mitten im Wort auf dass ich etwas falsch geschrieben habe. Ich fang nicht an in den vorherigen Sätzen zu suchen, denn sonst werd ich ja nie fertig und wie du schon schreibst, geht einem eine gute Idee flöten.

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  • Johanna Vedral 11. Januar 2015 at 11:28 am

    Gegen die Ablenkungen und das Sich-selbst-aus-dem-Flow-Rausholen durch zu frühes Überarbeiten hilft Freewriting, die Königsdisziplin des Creative Wiring: Mehr dazu in meinem Artikel. http://schreibstudioblog.wordpress.com/2013/10/16/schreibkompetenz-entwickeln-mit-freewriting/ Ich freu mich über dein Feedback! LG, Johanna

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    • FashionqueensDiary 11. Januar 2015 at 11:32 am

      Danke, schau ich mir mal an! Wobei mein Problem immer der Anfang ist. Wenn ich mal „drin“ bin, ist alles gut, aber bis ich da bin…^^

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