Curvy Model? Ich brauche einen Tarnumhang, sofort!

Curvy Model

Curvy Model – DER Begriff in der Szene und überall präsent. Und ich? Ich muss mich ab sofort verstecken, weil ich nicht dem Standard entspreche! Ich bin weder ein Mager Model, dass in Größe 32 passt, noch bin ich ein Curvy Model, das laut einigen Definitionen schon bei Kleidergröße 38/40 startet (wer bitte findet das curvy???). Ich trage Kleidergröße 34/36 und falle demnach aus dem Raster. Schade aber auch. Ich habe ja doch hin und wieder die Hoffnung, dass es demnächst noch eine dritte Castingshow nach Germanys next Topmodel (für die bin ich zu dick) und Curvy Supermodel (für die bin ich zu dünn) gibt. So eine Show á la „Normalo Supermodels“ oder so ähnlich. Wenn die startet, bin ich dabei. Ach Mist, aber bestimmt bin ich für die auch schon wieder zu alt, oder?


Ich falle aus dem Raster…

Was mich so tierisch nervt ist die Bezeichnung „Curvy Model“ an sich. Warum ist ein Model nicht einfach ein Model? Ein Taxifahrer ist ja auch ein Taxifahrer – oder werden die neuerdings in Intelligenzquotienten und Fahrverhalten unterschieden? Hey, wie wäre es mit der Augenfarbe? Ich fahre jetzt standardgemäß nur noch Taxi, wenn der Taxifahrer blaue Augen hat!

Ich warte übrigens sehnsüchtig auf den Tag, an dem auch die Blogger neue Titel bekommen. Lifestyle Blogger, Beauty Blogger, Food Blogger – das ist ja schon fast wieder out. Es MUSS doch noch viel spezieller gehen – will die Welt doch schließlich.  So speziell, dass sich die Normalos (ICH!!!) fragen, in welches Muster denn man nun bitte reinpasst. Oder ist man bereits durchgefallen und geht nun sinkend wie die Titanic unter? Wird man abgestempelt, weil man „nicht anpassungsfähig“ ist? Zu normal für die Welt – also LANGWEILIG???


Einen Tarnumhang to go, please!

Also, wenn ich mich demnächst wieder vor die Tür trauen soll, müsste ich vielleicht vorab bei Harry Potter anklopfen – oder ich schicke mein Einhorn vor. So ein Tarnumhang lässt sich doch bestimmt irgendwie besorgen. Schließlich hat mich die Medienbranche so schon fast unsichtbar gemacht, weil es für Normalos wie mich keine Extras gibt. Also sollte ich mich besser ganz unsichtbar machen, bevor ich über den Haufen gerannt werde. Zu dünn für das eine, zu dick für das andere. Zu normal für diese Welt. Ernsthaft?

Ach ja, das mit dem „zu alt“ streichen wir – ist besser für mein Ego.

*Ironie off*


Fotograf: Oliver Volke

18 Comments

  • shadownlight 7. Oktober 2016 at 5:43 pm

    hey, na dann fall ich definitiv auch aus dem raster- aber who cares 🙂
    wir sind so wie wir sind 🙂
    ich wünsche dir ein tolles wochenende!

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    • Sonja 8. Oktober 2016 at 8:09 am

      Vielen lieben Dank, das wünsche ich dir auch!!!

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  • Lila 7. Oktober 2016 at 5:50 pm

    Wie wahr. Einerseits find ich es gut, dass hübsche Moppelchen passende Mode präsentieren – Andererseits ist es, wie du schon schreibst, wegen der Kategorisierung problematisch. Ich würde mich freuen wenn es einfach alles in allen Größen gibt. Manche Plus Size Artikel find ich schön, aber die fangen dann bei 42 an – Und Miss Sixy hört bei 32 auf. Dafuck?!

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    • Sonja 8. Oktober 2016 at 8:06 am

      Oh ja, das muss man alles nicht verstehen. Und dann kommt man sich schon blöd vor, wenn man mit ner 34/36 Tally Weijl betritt und nichts wirklich passt^^

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  • Tabea 7. Oktober 2016 at 8:56 pm

    Ein echt schöner Post! Ich finde es auch nervig, dass immer nur die extreme beachtet werden… zumal man mit Größe 38 alles andere als kurvig ist… Es wäre echt schön, wenn das Normale mehr gefeiert werden würde.

    Für Blogger schlage ich vor „Mir-egal-was-die-Welt-von-mir-hält“-Blogger, „Kooperationssuchtie“, „Social-Media-Vergötterer“, „Hochglanzmagzine-Schreiber“ 😀 Vielleicht sollten wir eine Castingshow für Blogs starten, in der man in diesen Kategorien antritt? Ich glaube, das mach ich statt einer ersten Blogvorstellungsaktion mal auf meinem Blog 😀

    Liebe Grüße

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    • Sonja 8. Oktober 2016 at 8:06 am

      Deine Bloggerbegriffe sind genial! Oh ja, sag mir Bescheid wenn du das machst 😀

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  • aurelia 7. Oktober 2016 at 9:09 pm

    Na wie gut das ich auf der anderen Seite der Camera stehe 😀
    und wenn ich doch davor bin dann vor meiner eigenen und mir ist das wurscht das ich in keine
    Kategorie passe, weder in Curvy noch in Top noch in Ü 50 oder was da sonst noch so gibt 😀
    Ich bin ich und das ist genau richtig, ich will in keine Kategorie passen 🙂

    Wieder super geschrieben 🙂
    Lg Aurelia

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    • Sonja 8. Oktober 2016 at 8:07 am

      „Ich bin ich und das ist genau richtig, ich will in keine Kategorie passen“ passender hätte auch ich das nicht formulieren können – perfekt 🙂

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  • Andrea 9. Oktober 2016 at 6:16 pm

    Plus Size ist auch so eine furchtbare Bezeichung – ehrlich gesagt, ich mache mir um all das wenige bis überhaupt keine Gedanken, denn ich bin ich und in eine Kategorie möchte und muss ich nicht passen, auch, wenn das öfter einiges vereinfacht 🙂 Du wolltest ja eine Rückmeldung zum Red Zin – ein Tragebild ist auf meinem Blog. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem Lack, im Gegenteil, ich merke Qualitätsunterschiede zu anderen, meist preisgünstigeren Lacken ganz allgemein, was Haltbarkeit und Tragegefühl angeht. Wahrscheinlich hattest Du dann wohl ein „Montagsprodukt“ und diese Lacke sind ja neu formuliert worden. Liebe Grüße

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    • Sonja 11. Oktober 2016 at 6:14 pm

      Danke für dein Feedback! Wie doof, dass ich dann tatsächlich ein Montagsprodukt erwischt habe :-/ Fand die Farbe ja echt toll, aber der Auftrag war sooo gruselig^^

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  • borstigesflauschi 10. Oktober 2016 at 10:51 pm

    Curvy Supermodels tragen also Größe 38/40 und Plussizemode in schön hört bei 44 auf?
    Und Leute die bei einer Körpergröße von 1,72m rund 68 Kilo wiegen sind zu dick und sollten sich Gedanken machen? Das hat irgendso eine Fernsehschnepfe mal von sich gegeben

    Hmmm, langsam sollte ich mir dann wohl Gedanken machen. Denn ich bin einfach zu dick für diese Sparten, aber zu schlank für diese „Oma-Übergrößen“
    Ihr wisst schon, diese T-shirts die ab Größe 50/52 losgehen.
    Also quasi die elefantösen Menschen.

    Oh hey ich bin eine Sonderedition. Bringt mir aber auch nichts, denn für 46/48 bin ich oft dann doch schon zu schlank, aber 44/46 sitzt zu spack.
    Ich bin dafür es gibt absofort neue Bezeichnungen

    24/26 : Magermodels
    26/28: Topmodels
    28/30: Models
    30/32: ja irgendwie auch noch immer Models
    32/34: Models die man nehmen kann wenn man mal eines braucht (oh oder sie hat geile Titten, die kann dann erotische Unterwäsche präsentieren)
    34/36: Normalomenschen
    36/38: Stangenwarenträgermenschen
    38/40: Essen-sie-weniger-Menschen
    40/42: Gehen-Sie-zum-Arzt-Menschen
    42/44: Sie-sind-Fett-Menschen
    44/46: Ih-Sie-sehen-hässlich-aus
    46/48: Elefantös ist gar nichts
    48/50 und drüber: wobbel wobbel wobbel

    Ich finde die ganze neue Mode einfach nur diskriminierend. Auf der einen Seite soll es keine Magerheit mehr auf den Laufstegen geben, auf der anderen Seite wird gerade diese Magermasche zelebriert.
    Auf instagramm gibt es ja auch nur schlanke, schöne Menschen und in Läden wie H&M, Mango und Co wird man oft gemustert wenn man ein Kleid hätte was a) schön und v) in Größe 46 sein soll.
    Mich macht der ganze Modezirkus einfach nur noch sauer und traurig

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    • Sonja 11. Oktober 2016 at 6:18 pm

      Deine Bezeichnungen sind echt gut 😀

      Diskriminierend? Ja, irgendwie hast du Recht – leider… demnächst gibt es da auch nochmals einen Beitrag, der thematisch in diese Richtung geht. Dazu läuft gerade was bei mir im Hintergrund^^. Ich hoffe, dass die „Model- und Mode- Macher“ irgendwann mal begreifen, wie absurd das ganze ist, was die da hinter ihren Türen fabrizieren…

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  • pinkleoley 15. Oktober 2016 at 12:08 pm

    Bist du denn überhaupt groß genug für ein Model? Ich finde nämlich, dass wir kleinen 1,60er unterpräsentiert sind! Große Größen (die ich brauche) bekommt man ja mittlerweile, aber anscheinend muss jeder mit mehr Kilos auch ein Riese sein. Die alte Leier mit der Modeindustrie, die Mode für „die Massen“ macht, in die die Masse, aber garnicht hinein passt.
    Schöner Beitrag! 🙂

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    • Sonja 15. Oktober 2016 at 12:53 pm

      Ich bin 1,78 m groß, also definitiv nicht zu klein 😉 Ich denke, dass sowohl „kleine“ als auch „große“ Menschen Probleme mit der Mode haben. Wie oft verzweifel ich, wenn ich eine Jeans kaufen muss… Die Normal-Längen sind zu kurz, nicht von jeder Hose gibt es die Langgrößen und manche Langgrößen sind widerum zu lang…. Wir leiden also alle gleich 😀

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  • Blog-Casting: Bewerbt euch mit euren Blogs! - Habutschu! 3. Februar 2017 at 8:00 am

    […] einiger Zeit, sogar noch im vorherigen Kalenderjahr, habe ich nämlich einen Blogpost gelesen, in dem Sonja sich beschwerte, dass immer nur die Extreme Beachtung finden und unsere […]

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  • Kunigunde 9. Juli 2017 at 2:03 pm

    Eine Unverschämtheit, was den Frauen da vorgemacht wird! Was bitte ist an Größe 42 curvy? So wird der Magerwahn nur immer mehr gefördert, und die Frauen werden total verunsichert! Eine Frau mit Po und Busen ist doch wunderschön! Was wollt ihr denn sehen? Rippen und Hüftknochen? Eine Beleidigung für alle Frauen, das Mode für mollige bereits bei Größe 42 anfängt!!! Ich trage selbst Größe 42 und finde mich nicht fett! Leider habe ich die Erfahrung gemacht, daß ich oft nicht mal mehr in Größe XXL reinpasse, und das nur, weil ich eine etwas größere Oberweite habe! Ich komme mir von vielen Modelabels verarscht vor!

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    • Sonja 9. Juli 2017 at 2:18 pm

      Ich kann deinen Unmut verstehen und teile deine Gedanken. Ich finde es auch nicht richtig, dass Konfektionsgrößen so wichtig für manche sind und Frauen, die eine normale und gesunde Figur haben, schon als dick bezeichnet werden. Aber so lange die Mehrheit da mitmacht und solche Formate unterstützt, wird es vermutlich auch so weitergehen. Ich feiere daher jeden Modedesigner, der Frauen auf den Laufsteg schickt, die auch Frauen sein dürfen und nicht nur dann genommen werden, wenn mindestens Hüftknochen und Rippen zu sehen sind…

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  • Meine Inspirationsquellen für den Blog - Habutschu! 4. Oktober 2017 at 1:33 pm

    […] Blogpost ein, zwei Stichwörter fallen, die mein Hirn dann neu kombiniert und weiter verarbeitet. Sonja hat sich zum Beispiel darüber geärgert, dass es Castingshows zwar für Klappergestelle und Plus […]

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