Checkliste zum Aussortieren – Minimalismus leicht gemacht!

Checkliste zum Aussortieren

Ich möchte euch heute keine Checkliste zum Aussortieren vorstellen, in welcher es darum geht, dass ihr von Zimmer A nach Zimmer B tingelt und die Schubladen von oben nach unten durchforstet. Auch die Marie Kondo Methode wird hier keine Anwendung finden, auch wenn ich die grundsätzliche Idee und die Vorgehensweise von ihr nicht schlecht finde. In der heutigen Checkliste geht es nämlich um die Dinge, welche einen Platz im Herzen gefunden haben und die man nicht „einfach mal eben aussortiert“ einen blöden Werbekulli oder das schwarze T-Shirt, das sowieso nicht mehr richtig passt. Heute geht es um Gegenstände, für die es Argumente gibt, sie nicht wegzugeben. Die sich so ins Herz gebrannt haben oder eine Berechtigung für ihr Dasein in der Wohnung haben – egal, ob sie dabei einen Nutzen haben oder es ein einfach „Das kann ich nicht weg geben, weil…“ Ding ist.

Wie ihr es dennoch schafft, euch von nutzlosem Plunder zu trennen und so den Minimalismus nach und nach praktiziert, erkläre ich euch in den folgenden Zeilen.


Warum eine Checkliste zum Aussortieren für Kopfmenschen ist

Das kann ich nicht wegschmeißen, war schließlich teuer. Das ist eine Erinnerung an XY, das muss ich behalten.

Es gibt immer wieder viele Gründe, warum gewisse Sachen nicht aussortiert werden können. Es gibt aber auch viele Gründe, die nur im Kopf existieren… Sich selbst etwas vormachen, darin sind wir gut. Wer nicht nachdenkt, mistet viel radikaler aus und verbannt meist mehr als diejenigen, die hinter jedem Gegenstand eine Erinnerung oder einen Gedanken haben. Zum Teil ist das auch gut so, denn es geht nicht darum, dass Sachen aus der Wohnung verbannt werden sollen, an denen man wirklich von tiefstem Herzen hängt.

Ich zeige dir hier nur die klassischen Totschlag-Argumente, die viele am Aussortieren hindern und lege dir damit eine Checkliste zurecht, die vielleicht doch dafür sorgt, dass du dich von dem einen oder anderen Gegenstand befreien kannst! Und bitte denke immer daran: Es ist deine Entscheidung! Es sind deine Sachen und niemand zwingt dich, etwas wegzugeben, was du absolut nicht entbehren möchtest! Minimalismus – egal in welcher Form – praktizierst du nur für dich, sonst für niemanden!


Punkt 1) Irgendwann brauche ich das nochmal!

Das böse, böse Gewissen. Wenn wir etwas in den Müll werfen, obwohl es noch „heil“ ist, meldet sich oftmals der kleine süße Engel auf der Schulter und wispert uns zu, dass wir doch gerade total verschwenderisch handeln und es keinen Grund gibt, uns von diesem Gegenstand zu trennen. Außerdem müssen wir es sonst vielleicht mal irgendwann teuer nachkaufen und nur weil wir es in den letzten fünf Jahren nicht brauchen, heißt das nicht, dass es vielleicht morgen den ultimativen Grund gibt, es vielleicht doch wieder zu nutzen…bla,bla,bla. Du kennst deine Gedanken!

Lösungsansatz

Überlege dir, wofür du diesen Gegenstand nochmals brauchst – irgendwann versteht sich! Du weißt es selbst nicht? Dann verabschiede dich, umarme ihn nochmals (Scherz^^) und verbanne ihn aus deinem Leben! Du hast ein gutes und sinnvolles Argument, diesen Gegenstand doch zu behalten und weißt jetzt schon, wann du ihn nochmals brauchen wirst? Dann darfst du ihm einen Platz dort einrichten, wo er dich nicht stört, aber in greifbarer Nähe ist – schließlich hast du es selbst festgelegt, dass du diesen Gegenstand nochmals brauchst. Sollte das Datum nicht Jahre in der Zukunft liegen, sollte es in deiner Nähe bleiben!

Du merkst wie einfach meine Methode dahinter ist: Dinge, die man braucht (wenn auch nicht unbedingt heute oder morgen) dürfen natürlich bleiben. Reden wir aber vom 3. Tortenheber, der als Ersatz dient, weil deine ersten beiden eventuell, möglicherweise mal kaputt gehen könnten, darfst du dir nun selbst überlegen, warum es sinnvoll ist, ihn nicht zu behalten! Brauchen wir etwas immer mal wieder (und wenn es nur 2x im Jahr ist) dann darf alles bleiben. Sehen wir aber für die nächsten Jahre keine Verwendung – warum dann noch behalten???


Punkt 2) Das habe ich geschenkt bekommen, dass kann ich doch nicht weggeben!

Der Schlüsselanhänger mit dem Teddybär. Die Tasse mit dem Einhorn. Der Teelichthalter mit dem verschnörkelten Muster. Geschenke sind toll, aber oftmals auch Dinge, die uns nicht wirklich viel Freude machen, uns den Alltag versüßen oder gar unseren Geschmack treffen. Die Person ist zudem bestimmt beleidigt, wenn wir es wegschmeißen. Kommt dir das bekannt vor?

Lösungsansatz

Seien wir ehrlich: Die meisten vergessen irgendwann, was sie wem geschenkt haben. Trenne dich dennoch von den Sachen, die für dich nicht wirklich den Nutzen haben, den du dir vorstellst. Sollte die beschenkte Person dich darauf ansprechen (was jedoch, wenn wir realistisch sind, fast nie vorkommt), dann sei ehrlich! Es ist normal, dass sich ein Geschmack im Laufe eines Lebens ändert, man mit 30  Jahren keine Stofftiere mehr als Deko nutzt oder einfach seine Wohnung anders einrichten mag, in die (böse ausgedrückt) Kitsch und Deko Gegenstände einfach nicht passen. Bedanke dich nochmals dafür, dass sich die Person damals Gedanken gemacht hat und stoßt gemeinsam auf eure bisherige Zeit an. Manchmal muss man Altes hinter sich lassen können, um nach vorn zu blicken und einen neuen Lebensabschnitt zu wagen. Echte Freunde verstehen das!

Tipp: Handelt es sich um die Schwiegermutter und du hast Angst, dass sie dich nicht nur drei Köpfe kürzer, sondern regelrecht mit Flüchen behexen wird: Ist euer Verhältnis tatsächlich so zu dir, wird sie vermutlich gar nicht mehr wissen, wann sie dir was geschenkt hat oder dich jemals danach fragen. Wer sich nicht für den anderen interessiert, den interessiert auch nicht, was mit dem Geschenk passiert ist!


Punkt 3) Das war viel zu teuer, um es jetzt wegzuschmeißen!

Teuer ist natürlich immer eine Definitionssache. Sachen, die teuer waren wegzugeben, kostet meist auch mehr Überwindung als es bei „billigen“ Teilen der Fall war. Diesen Gegenstand nochmals neu kaufen zu müssen, wäre ein finanzielles Desaster! Wegschmeißen geht auf gar keinen Fall, egal welchen emotionalen oder materialistischen Wert es hat!

Lösungsansatz

Macht es dich glücklich? Hast du Freude an diesem Gegenstand oder ist es einfach nur eine Sache, die für dich keine Bedeutung hat, an der dein Herz nicht hängt? Wenn dem so ist, dann verkaufe es doch, um den teuren Preis wenigstens einigermaßen zu rechtfertigen!

Außerdem: Willst du wirklich dein Leben lang von einem Gegenstand begleitet werden, der dich nur stört? An dieser Stelle sollte man sich auch fragen, warum man sich diesen teuren Gegenstand mal gekauft hat. Ist es eine Nähmaschine, weil man mal als Hobby genäht hat? Ist es eine Ski-Ausrüstung, weil man mal mit dem Skifahren anfangen wollte? Manchmal kann es sinnvoll sein, sich nochmals in Erinnerung zu rufen, warum man etwas gekauft hat oder (bei Klamotten) für welchen Anlass es gedacht war. In manchen Fällen entdeckt man übrigens alte Leidenschaften nochmal neu für sich 😉


Punkt 4) Da hängen Erinnerungen dran, das kann ich nicht weggeben…

Das Geschenk von der Freundin aus der Grundschule. Der Liebesbrief von ihm, als du 16 warst. Der Ring aus dem Kaugummi-Automaten vom ersten Freund im Kindergarten. Die Postkarte aus Australien von der Freundin, die dort im Urlaub war und die du zutiefst beneidet hast… Es gibt viele Sachen, die mit Erinnerungen und vielen Emotionen verbunden sind.

Lösungsansatz

Besorge dir eine kleine (!) Kiste und lege diese Herzenssachen hinein! Verstaue sie dort, wo sie nicht im Weg ist und erfreue dich an ihr, wenn du ihr mal wieder zufällig begegnest. Manche Dinge sollte man nicht wegschmeißen. Spürst du jedoch, dass du an manchen Gegenständen vielleicht doch nicht mehr so hängst, kannst du sie immer noch weggeben. Aber in der Regel sind besondere Stücke keine großen Sofas, sondern vielleicht nur kleine Schlüsselanhänger oder ein dünner Brief – also nichts, was dich in deinem Platz einschränken sollte. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Dinge, an denen ich vor einigen Jahren noch ein wenig gehangen habe, heute keinen emotionalen Wert mehr haben. das Entsorgen fällt leichter und es Platz für neue Herzensdinge – und mal ehrlich: Kannst du überhaupt alles noch entziffern? Geschriebenes ist vielleicht verblasst oder schon so abgegriffen, dass es ohnehin kaum noch entziffert werden kann. Fakt ist aber: In diesem Bereich bitte nicht radikal sein. Überlege dir bei diesen Herzensdingen wirklich, ob du bereit bist, sie nun ziehen zu lassen.

Viele digitalisieren Fotos und Briefe übrigens auch – vielleicht ist das ja auch eine schöne Alternative für dich?


Punkt 5) Meine Sammlung…

Die Zeitschriften-Sammlung, die Briefmarken, die CD´s von Band X oder Y oder die Din A5 Blöcke mit der süßen Diddl-Maus drauf. Ja, es gibt Menschen, die haben eine Sammelleidenschaft für einige Dinge entwickelt und es zu ihrem Hobby gemacht, diese Sammlung zu vervollständigen. Seine Sammlung minimalisieren? Unmöglich, oder?

Lösungsansatz

Wenn du eine Sammlung hast und diese liebst, mit ihr glücklich bist und dich diese vielleicht sogar mit Stolz erfüllt, dann darfst du diesen Punkt überspringen. Geht dir deine Sammlung jedoch auf den Zeiger, dann solltest du dich jetzt ernsthaft fragen, warum du sie noch hast? Manchmal kann es helfen, die Sammlung einfach zu verkleinern. Doppeltes zu verkaufen oder die Teile aus der Sammlung (sofern sie dann nicht unvollständig ist) zu Geld zu machen, die für dich nicht so die große Bedeutung haben.

Was aber helfen kann, wenn du dir einfach total unsicher bist: Deponiere deine Sammlung für ein Jahr dort, wo du sie nicht ständig vor Augen hast. Das kann in einer Kiste im Keller sein oder auf dem Dachboden bei den Eltern. Setze dir in deinem Kalender eine Erinnerung an diese Kiste, damit sie dort nicht einstaubt und entscheide nach einem Jahr, ob du deine Sammlung wirklich behalten willst oder es doch an der Zeit wäre, sich von ihr zu trennen. Manchmal muss man Altes ziehen lassen, vor allem, wenn es keine Bedeutung mehr für einen hat. Es ist ein Lernprozess, der nicht immer in 5 Minuten funktioniert, aber nur du entscheidest, in welchen Bereichen du lernen möchtest und wie deine letztendliche Entscheidung ausfällt.


Was müsste deiner Meinung nach auf der Checkliste zum Aussortieren stehen? Habe ich vielleicht etwas Wichtiges vergessen?

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