Warum Blogger Nachhaltigkeit, aber auch gewissen Luxus schätzen

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Wenn Blogger Nachhaltigkeit groß schreiben, aber dann plötzlich Kosmetikprodukt X oder Y in die Kamera halten, ist das Geschrei groß. Von allen Seiten. Auch von vielen Bloggern selbst. Aber müssen sich Nachhaltigkeit und das gewisse bisschen Luxus ausschließen? Dürfen Blogger Nachhaltigkeit thematisieren, während eine Designertasche aus echtem Leder am Handgelenk baumelt?


Warum sich Nachhaltigkeit und Luxus nicht ausschließen müssen

Nachhaltigkeit ist immer eine Definitionssache. Für die einen bedeutet es einfach nur bewusst einkaufen zu gehen. Bio-Lebensmittel, Obst und Gemüse vom Wochenmarkt zum Beispiel. Andere bezeichnen sich als nachhaltige Konsumenten, wenn sie Second Hand Klamotten shoppen, die dritten setzen beim Thema mit Naturkosmetik und veganen Produkten an und andere wiederum definieren einen nachhaltigen Lebensstil durch den weitestgehenden Verzicht auf das Auto oder den Wäschetrockner. Die einen leben in vielen Bereichen sehr nachhaltig, andere nur in bestimmten Kategorien. Fakt ist: Wenn jeder nur ein bisschen macht, ist dies oft mehr wert, als wenn einer allein viel tut!

Natürlich widerspricht es sich, wenn der vegane Kosmetik Blogger Nachhaltigkeit in jedem dritten Satz predigt, dann aber mit einem XXL-Haul um die Ecke kommt. Was bringt der Kauf von veganen Produkten, wenn sie danach im Schrank vor sich hin gammeln? Von daher gilt: Sich nicht blenden lassen! Lieber mal genauer hinschauen lohnt sich definitiv – auch bei denen, die groß vor sich hin predigen – vielleicht sogar bei diesen ganz besonders… Ein Blogger, der nur wenige, dafür konventionelle (als z.B. nicht vegane oder Bio-Zertifizierte) Kosmetikprodukte nutzt, kann also durchaus nachhaltiger handeln als jemand, der sich jede Woche 5 neue vegane Bodylotions kauft.


Minimalismus und Nachhaltigkeit bedeuten nicht, auf Luxus verzichten zu müssen

Wenn ein Blogger Nachhaltigkeit wichtig findet, dabei aber die teure Luxus-Designer-Bag am Handgelenk trägt, so sollte man den Blogger nicht direkt verurteilen. Es gibt durchaus Menschen, die eine Luxus-Tasche ihr Eigen nennen, dafür aber nicht noch 20 weitere (Fashion-Discounter) Taschen im Schrank liegen haben. Es ist einfach nur eine Frage der Perspektive – immer!

Auch betreiben die, die sich dem Minimalismus verschrieben haben, nicht immer einem nachhaltigen Lebensstil! Es gibt Menschen, die leben in einer spartanisch eingerichteten Wohnung, präsentieren diese mit Stolz aller Welt, schwören die Follower auf sich ein – und kaufen sich jeden Morgen einen Coffee to Go im Pappbecher beim Bäcker. Es ist daher immer wichtig, sich erst einen Überblick zu verschaffen, bevor man über jemanden positiv (oder auch negativ) urteilt. Jeder hat seine Schwachstellen im Leben, der eine betreibt den Minimalismus für mehr Lebensqualität, der andere ist nicht so der Minimalismus-Freak, setzt dafür aber ausschließlich auf einen nachhaltigen Lebensstil durch vegane Kosmetik, das Obst vom Wochenmarkt oder das Fahrrad als Fortbewegungsmittel.


Was denkt ihr zu diesem Thema? Nachhaltigkeit, Minimalismus, Luxus – lassen sich diese drei Worte in einem Atemzug nennen oder seht ihr es ganz anders?

 

9 Comments

  • Lila 22. Mai 2017 at 1:15 pm

    Das lasst sich miteinander vereinbaren, wenn man vernünftig konsumiert. Gönn dir den Luxus da wo du ihn brauchst, kaufe nicht zu viel überflüssiges und lasse es nicht durch dir halbe Welt fliegen, wenn es nicht sein muss.

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    • Sonja 23. Mai 2017 at 7:24 am

      Das hast du gut auf den Punkt gebracht – Danke dir!

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  • Tabea 22. Mai 2017 at 8:15 pm

    Da hast echt ein wichtiges Thema gefunden – ich finde auch, dass Nachhaltigkeit eine Frage der Auslegung ist. Für jeden sind da einfach andere Punkte wichtig… und manchmal achtet man zwar grundsätzlich auf etwas, aber macht dann eine Ausnahme. Beispiel: Ich kaufe nur Second Hand, aber will trotzdem eine NEUE Regenjacke haben, weil ich sonst Angst habe, dass die Imprägnation schon schlecht ist.
    Jeder muss einfach für sich selbst wissen, wo er sich einschränken kann und möchte – und wann er sich Ausnahmen genehmigt. Und dabei ist dann jeder nachhaltige Schritt spitze und wichtig – denn am Ende summieren sich die vielen Kleinigkeiten auf.

    Super finde ich auch, dass du darauf eingehst, dass auch „fairer“/“ökologischerer“ Konsum nicht Überhand nehmen darf, wenn man dem Klima wirklich helfen will.
    Auch dein Fazit, dass man von einem Bereich nicht auf einen anderen schließen kann, unterschreibe ich!!

    Liebe Grüße

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    • Sonja 23. Mai 2017 at 7:23 am

      Danke dir für deine Worte, Tabea! Das mit dem Beispiel der Regenjacke ist doch aber nachvollziehbar. Ich finde es auch gar nicht schlimm. Schlimm wäre es erst dann, wenn du dir 3 neue Jacken kaufst – das wäre dann am Sinn vorbei 😉

      LG an dich!

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  • Susanne 30. Mai 2017 at 11:25 am

    Liebe Sonja,
    interessanter Artikel! Ich finde, du kannst diese drei Worte auf jeden Fall in einen Atemzug nennen. Für mich ist es Luxus, mich nur mit den Dingen zu umgeben, die ich liebe. Manchmal habe ich das Gefühl, Vieles im Netz gleicht einem Wettbewerb. Wer ist minimalistischer? Wer ist der beste Veganer? Wer der nachhaltigste Mensch? Dabei ist es doch wichtig, was sich für einen selbst richtig anfühlt. Und wenn ich bewusst konsumiere, was spricht dagegen? Ganz ehrlich: Ich fühle mich glücklich und beschenkt, dass ich mir ab und an einen Luxus leisten kann, dafür bin ich dankbar und das genieße ich dann in vollen Zügen!
    Liebe Grüße und ich mag deinen Blog. Eine neue Leserin ist dir sicher. 😉

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    • Sonja 31. Mai 2017 at 7:16 am

      Lieben Dank dir für deine Worte Susanne! Ich finde, dass du es nochmals gut zusammengefasst hast 🙂 Das mit dem bewussten Genießen bekommen nur die wenigsten hin, deswegen finde ich es toll, dass du es kannst! Liebe Grüße an dich!

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  • Janina B. 11. Oktober 2017 at 7:13 pm

    Hallo Sonja,
    auch wenn der Eintrag schon älter ist, ist alles gut auf den Punkt gebracht. Jeder definiert für sich selbst „Nachhaltig leben“ anders und jeder legt auf andere Dinge wert, sei es die Designertasche (und dafür eben keine 20 anderen) oder die vegane Kosmetik – ein pauschalisieren, wer da der „Nachhaltigere“ ist, ist eigentlich total unangebracht. Jeder muss für sich selbst definieren, wo er sich einschränken kann/ will und was ihm an „Luxus“ wichtig ist. Das Wichtigste ist ja, dass man diese ganze Thematik überhaupt mal anfängt für sich selbst zu reflektieren.

    Lg Janina

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    • Sonja 12. Oktober 2017 at 7:15 pm

      Lieben Dank für deine Worte! Ich glaube, wie du schön schreibst, dass die Selbstreflektion überhaupt mit eines der wichtigsten Kriterien ist. Aber im Vergleich zu (ich sage einfach mal 10 Jahren) hat sich schon enorm viel getan. Daher bin ich guter Hoffnung, dass auch andere Menschen anfangen mal über das nachzudenken, was sie da eigentlich so tun – und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt 😉

      LG an dich!

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  • Wie man mit Minimalismus Geld sparen kann, wenn man es richtig macht 22. Oktober 2017 at 2:50 pm

    […] sich Minimalismus und teurer Lifestyle nicht ausschließen müssen, kannst du auch hier nochmals […]

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