Blogger: Hört bitte auf zu Jammern

Blogger

Noch ist die Chance zur Flucht. Klickt einfach oben rechts auf dieses schöne X und ihr verlasst meine Seite, bevor ich euch mit bösen Worten überrolle. Bevor ich meine lackierten Nägel ausfahre und einmal über die Blogger-Landschaft kratze. Hört auf zu lesen, wenn ihr blutende Wunden oder blaue Flecken nicht sehen wollt, denn der Kampf beginnt gleich. Der Kampf, bei dem ich einmal um mich schlage und jedem die schicke Chanel-Sonnenbrille von der gepuderten Nase fege.


Ich bin es sooooo leid…

Da wird gejammert und gemault. Mit dem Finger auf die großen bösen Agenturen gezeigt, die nur noch dann eine Kooperation anbieten, wenn man mindestens 10.000 Follower hat – auf mindestens 5 verschiedenen Kanälen versteht sich. Da wird eine Schnute gezogen, weil sich alles so verändert hat. Weil die „Konsumenten“ andere Vorstellungen haben als vor 5 Jahren. Da wird ausgeteilt, weil man selbst nicht sieht, dass sich das Leben der anderen weiterentwickelt, während man selbst noch auf der Stelle tritt. Es wird gemotzt, dass Agenturen neben dem Blog auch noch Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat oder Pinterest sehen wollen, bevor auch nur ansatzweise über eine Kooperation nachgedacht wird. ABER: die, die am meisten jammern und nörgeln sind die, die eben auf den Zug aufspringen und all das mitmachen. Snapchat ist der Social Media Kanal, der quasi noch am Jüngsten ist. So verdammt viele Blogger ziehen darüber her – haben aber selbst einen Account – um MITHALTEN zu können…? Euer Ernst?


Hört auf zu Jammern!

Jeder hat eine Wahl im Leben und wer sich für etwas entscheidet, sollte da auch hinter stehen. Gerade wir Blogger sind es doch, die laut den Medien „so viel Einfluss“ haben. Und trotzdem sind es die Blogger, die sich am kleinsten machen. Weil? Ja, das ist der Punkt, wegen dem ich mich so aufrege…


Drei Kategorien der Spezies Blogger

Die einen machen das, was die Agenturen verlangen. Spielen das Spiel mit, sind auf allen Kanälen präsent und ernten dafür entsprechende Kooperationen. Aber es ist auch oft genau diese Art Blogger, die sich dann maulend vor den Laptop setzt und einen Post á la „..wo ist die Welt von früher? Ich will doch nur wieder Ich sein…“ tippt.

Die Kategorie 2 versucht groß zu werden. Da werden Follower gekauft. Wenn es sein muss, geht man auch eine Kooperation mit Spülmaschinen-Tabs ein. Da wird jedem gefolgt in der Hoffnung, dass der andere einem zurück folgt. Tut er es nicht, entfolgt man ihm selbstverständlich wieder. Da verschlingt man die Beiträge der „Großen“,  wie man denn nun mehr Follower bekommt oder Überschriften schreibt, die „eine magische Wirkung“ haben. Kategorie 2 tut fast alles, um „nach ganz oben“ zu kommen – und merkt dabei gar nicht, dass sie im Prinzip nichts anderes sind als die Azubis, die sich gerade von den Agenturen in die entsprechende Richtung drücken lassen, um selbst in ein paar Jahren zu denen zu gehören, die „für die Agenturen alles machen“.

Und da wäre die Kategorie 3. Die, die einen Blog haben und diesen deshalb betreiben, weil es Spaß macht. Weil es toll ist, sich mit anderen auszutauschen. Die wirklich Spaß daran haben, hin und wieder etwas zu posten. Die sich wirklich freuen, wenn eine Kooperation zu Stande kommt und damit quasi den nächsten Shopping-Trip finanziert. Die schreiben, weil es eine Leidenschaft ist – und kein (selbst auferlegter) Zwang.

Ich will Kategorie 1 und 2 nicht unterstellen, dass diese keine Leidenschaft zum Schreiben oder den Spaß verloren haben. Mir geht dieses Gejammere nur tierisch auf den Keks. Wenn man bloggt und dies der Job ist von dem man lebt, dann sollte man sich entweder bewusst sein, dieses Spiel in der Blogger-Welt mitzumachen oder sich dagegen auflehnen und seinen eigenen Weg gehen – notfalls auch mit dem Risiko, dass dies das Ende der Karriere bedeutet (oder im besten Fall dazu führt, dass auch auch irgendwann die Follower die perfekte Welt auf Instagram und Facebook leid sind). Wer sich dagegen auflehnt und seinen eigenen Weg einschlägt, zeigt Stärke – und das ist es doch, was von allen so gefeiert wird. Das soll es doch sein, was das Leben so besonders macht und letztendlich zum Erfolg führt, oder?


Ändert was oder hört auf zu meckern. Sorry Mädels, aber that´s #reallife…

Blogger sind in meinen Augen mittlerweile arg verwöhnt. Jeder, der angestellt ist, kennt die Regeln: man macht das, was gefordert wird – oder kann sich seine Kündigung abholen. Manche regen jedoch Verbesserungen an und sind damit erfolgreich, überzeugen den Chef und bleiben angestellt – und sind dann glücklicher.

Überall gibt es diese Beiträge zu lesen, wie glücklich und befreiend es ist, wenn man selbstständig ist (kann ich nur zustimmen!), aber scheinbar sind manche Blogger doch nicht so glücklich mit ihrem Job und maulen den ganzen Tag vor sich hin. Jeder Job dieser Welt verändert sich. Die Welt verändert sich – entweder geht man mit diesen Veränderungen mit oder bleibt sich selbst treu – koste es, was es wolle…


Deshalb geht dieser Beitrag an alle Meckerer da draußen: tut das, was ihr anderen auch empfehlt: ändert etwas an eurem Job und werdet (wieder) glücklich oder seid still und hört auf zu jammern – ich kann es echt nicht mehr hören!!!

P.S. Ich hätte jetzt noch weiter ausholen können. Allein diese Beiträge, in dem jedes dritte Wort ein Instagram-Hashtag ist, weil es eben „cool“ ist…. sorry, aber geht gar nicht. „Jeder ist seines Glückes Schmied!“, heißt es doch so schön, aber wenn die tolle Blogger-Welt nicht mehr rosarot ist, platzen die Mädchenträume derer, die sich nicht in ein Angestellten-Leben pressen lassen wollen. Ändert was oder hört auf zu meckern. Sorry Mädels, aber that´s #reallife… (Sorry, aber DEN Hashtag musste ich nun bringen^^)

Übrigens: Wer mir jetzt nicht mehr folgen mag: tut euch keinen Zwang an 🙂 Ich schreibe diesen Blog, weil es „Fashionqueens Diary“ ist. Diary = Tagebuch. Ich schreibe mir von der Seele, was mir auf dem Herzen liegt. Wem es nicht passt, muss meine Beiträge ja nicht lesen^^

…und für alle, die mir treu bleiben: Ihr seid die Besten, bekommt von mir virtuell eine Portion Glitzerstaub zugeschickt, dürft auf meinem Einhorn um den Regenbogen reiten und mir eure Meinung da lassen 🙂

24 Comments

  • inesmeyrose 25. August 2016 at 5:53 pm

    Take it, change it or leave it. So einfach ist das. Möchte ich den Nölerinnen zurufen und verstehe Deinen Beitrag nur zu gut.

    Reply
    • Sonja 25. August 2016 at 6:53 pm

      Lieben Dank dir!

      Reply
  • batcberlin 25. August 2016 at 6:32 pm

    Was für ein toller, ehrlicher Post! Ich poste, weil es mir Spaß macht und ich meine Leser so an meinem Leben teilhaben lasse will – dafür „verkaufe“ ich meinen Namen sicher nicht! Aber jeder soll selbst entscheiden, wie er sein Leben leben will: sicher, jeder ist mal unzufrieden und darf dann auch mal meckern – aber dann bitte auch was ändern! Wir haben 2016 – hey – the sky is the limit! I

    Reply
    • Sonja 25. August 2016 at 6:53 pm

      Lieben Dank! Och…also manchmal ist doch auch der Himmel grenzenlos

      Reply
  • Charli 25. August 2016 at 10:50 pm

    Liebe Sonja,

    was für ein toller Post. Mir geht diese Jammerei auch mächtig gegen den Strich. Es gibt wohl keine Branche in der annähernd soviel rumgemotzt wird, zumindest nicht öffentlich. Inspirierend finde ich das nicht und entspannen tut es mich auch nicht.
    Aber letztendlich geht es ja immer nur um die Kooperationen, also ums Geld verdienen und die vermeintliche Konkurrenz, die es schlecht zu machen gilt. Mich langweilt das wirklich und ich freue mich immer, wenn es jemand genauso sieht wie ich. Wenn jemand mit Herzblut schreibt und etwas zu sagen hat. Jammerei gibt es auch so schon genug.

    So, jetzt aber Gute Nacht! Sonst bin ich morgen in der Schule auch ein jämmerliches Häufchen. 😉

    LG von Charli

    Reply
    • Sonja 26. August 2016 at 10:02 am

      Danke dir! Ja, es wird wirklich genug gejammert in der Welt :-/ Dann hoffe ich mal, dass du heute den Schultag gut überstehst 😉

      Reply
  • Nico Treeman 26. August 2016 at 6:43 am

    Liebe Sonja,

    das mit dem Giltzerstaub und dem Einhorn würde ich gerne in Anspruch nehmen 😀
    Die Welt verändert sich ständig, dass sieht man allein schon an den über 1000 Berufen die in den letzten 30 Jahren durch das Internet entstanden sind. Im Endeffekt darf man sich Veränderungen nicht verschließen, denn die wird es immer geben und wer sich nicht „mit verändert“ fällt irgendwann raus.

    Bei deiner Aufzählung von den Bloggern bin ich wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Ich bin ehrgeizig und auch wenn ich keine Lust habe zwinge ich mich manchmal zu schreiben. Jedoch freue ich mich und bin dankbar für jede neue Kooperation, wobei ich auch nur wirklich die Annehme, bei denen mich das Produkt überzeugt.

    Ich „nörgle“ vielleicht auch mal aber dann versuch ich auch etwas daran zu ändern. Jedoch glaube ich, dass das viele nörgeln vom fehlenden Content auf „Live Kanälen“ wie Snapchat kommt. Die Leute wissen nicht was sie zu erzählen haben und es ist leichter zu kritisieren als Änderungsvorschläge zu bringen oder zu loben.

    „gefällt einer Person etwas erzählt diese es 1er Person, gefällt es ihr nicht erzählt sie es 10 Personen“

    LG
    Nico Treeman

    P.S.: Srry fürs Volltexten 😀

    Reply
    • Sonja 26. August 2016 at 10:04 am

      Dann komm zum Ende des Regenbogens, da steht mein Einhorn mit dem Glitzerstaub für dich bereit 😀
      Oh ja, dass finde ich auch immer heftig. Negatives verbreitet sich immer so sehr viel schneller als positives… leider.
      Volltexten? Immer gern, freue mich doch über Kommentare und Ansichten 🙂

      Reply
  • borstigesflauschi 26. August 2016 at 12:07 pm

    Ich musste schmunzeln bei dem Beitrag.
    ich lese schon lange keine großen Blogs mehr, da mir diese Hochglazmaschinerie ziemlich auf den Keks geht. Und dann dieses: Ich bin nicht gekauft aber einen Blogeintrag später liest man etwas von einer super Gebissreinigung für die dritten (auch wenn der Blogger erst 19 ist)

    Vorallem diese Hashtaggeschichten. Und wenn der
    Blog dann über einen Schuhschrank geht der bei einem schwedischen möbelhaus gekauft wurde geht und und über Instagramm verlinkt wird mit folgenden Hashtags: Vegan, Lifestyle, Beautiful food, healthy girl, Imissmysteak, veganisawesome, lipsbycalvinklein, nike, happy happy girl, retweet plz lauten aber kein Wort vom eigentlichen Schuhschrank schlage ich mir an den Kopf…

    Muss den jeder mithalten? Brauchen wir wirklich soviele Bibibeautypalaces, xkareninas und Lillypebbles?
    alle schimpfen immer auf dieses „wir vergleichen zuviel“, tun aber selber genug damit sie sich vergleichen können.

    Mag sein, dass ich da wirklich dumm bin, aber ich check das wirklich nicht

    Reply
    • Sonja 26. August 2016 at 12:14 pm

      Kooperationen sind ja vollkommen in Ordnung, solange sie nachvollziehbar sind. Aber ja, dass mit dem Gebissreiniger…öhm…hahaha… Naja, ich denke es ist für viele dieses Nacheifern wollen um genauso erfolgreich zu sein. Ist ja an sich auch nichts schlimmes, nur das Gejammere dabei nervt 🙂

      Reply
  • Andrea 26. August 2016 at 3:49 pm

    Ich stimme DIr mal wieder zu – und dann gibt es noch jene, die undankbar sind und ganze Kollektionen von Produkten für mehrere 100 Euro so selbstverständlich wie ein Butterbrot in die Kamera halten und am besten noch meckern, weil sie bei einer Reise nach Cannes oder sonst wohin nicht dabei sein durften (dabei sind sie doch auch so groß im Bloggen usw.)..alles schon erlebt.

    Von nichts kommt nichts. Inwieweit jeder den Zirkus hier mitmachen will und welche Motivation ihn treibt, alles nach dem eigenen Gutdünken, aber ich mag es nicht, wenn Personen undankbar werden oder sich bequem zurücklehnen und denken, Gott und die Welt warten auf sie. Gegen sinnvolle Kooperationen habe ich auch nichts, aber gegen Blogger mit Rückgrat, die auch mal NEIN sagen und mal etwas zurückgeben, habe ich noch weniger 🙂 Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    Reply
  • Lila 28. August 2016 at 6:07 pm

    Du hast so Recht. Entweder geht man mit der Zeit mit oder halt nicht. Ich hab mich entschieden, den Mist nicht mitzumachen und stehe auch offen dazu.

    Reply
    • Sonja 28. August 2016 at 10:50 pm

      Ist auch richtig, wenn man zu seiner Meinung steht!

      Reply
  • nordicwannabe 30. August 2016 at 7:44 pm

    Wie kann man nur so aggro sein? 🙂 Nein, Scherz. Da sind viele wahre Momente in dem Artikel. Jammern geht halt immer. Man sollte sich mehr auf den Blog selbst konzentrieren und der Rest kommt von selbst. Aber da Du eh nur Mädels angesprochen hast, fühle ich mich mal nicht angesprochen. 😛

    Reply
    • Sonja 31. August 2016 at 3:59 pm

      Uhhuuu… du weißt doch, dass in meiner Welt alles rosa und voller Glitzer ist – da denke ich irgendwie nie an die Jungs 😀
      Und außerdem: schreib du doch mal den Bericht aus deiner Sicht! Vielleicht lernen wir Mädels ja noch was von euch Jungs 😉

      Reply
  • » Anna 3. September 2016 at 4:06 pm

    Hallo liebe Sonja 🙂
    Du schreibst genau das, was auch ich mir denke und weshalb ich diesen Artikel so gerne und teilweise auch lächelnd gelesen habe. Ich bin ein großer Fan deines Schreibstils und werde hier in Zukunft noch sehr viel öfter vorbeischauen.

    P.S. Du stehst jetzt auch auf meiner Blogroll 😀

    Liebe Grüße
    Anna

    Reply
    • Sonja 4. September 2016 at 6:01 pm

      Das freut mich, vielen lieben Dank dir!

      Reply
  • Lesefutter die Fünfte – wenig reicht auch 20. September 2016 at 10:39 am

    […] Kennt ihr das auch das Jammern bei vielen Bloggern? Das breitet sich mitunter wie ein Tsunamie aus. Einer fängt an und alle hauen in die gleiche Kerbe, anstatt etwas zu ändern wird nur gemotzt über die bösen Agenturen. Sonja hat das in ihrem Artikel super zusammengefasst. […]

    Reply
  • Lexa 23. September 2016 at 2:47 pm

    Eigentlich kann ich gar nicht viel schreiben, da ich dir einfach zur zustimme. Diese drei Typen beobachte ich so auch. Klar, es gibt Abstufungen, aber die gibt es immer.
    Ich wollte dir nur einen Kommentar dalassen, da ich es irgendwie schon witzig finde, dass wir den gleichen Titel und einen ähnlichen Anfang gewählt haben.
    Und ich habe nicht abgeschrieben. Wirklich nicht 😉
    LG Lexa

    Reply
    • Sonja 23. September 2016 at 6:21 pm

      Das war auch nicht böse gemeint, fand es nur witzig, als ich den Titel sah und dachte „Häh? Das habe ich doch geschrieben! – oder eben auch nicht :-D“

      Aber ist doch schön, dass wir uns da einig sind es beide so sehen 🙂

      Reply
  • Blogger-Agaven › Henning Uhle 26. September 2016 at 10:59 am

    […] Blogger. Aber es gibt eben auch genügend, die nur jammern. Ach, das ist eine Einzelmeinung? Ich glaube nicht, dass das so stimmt. Es muss also ein Stück Wahrheit dran sein. Wie groß das Stück ist, liegt an uns Bloggern […]

    Reply
  • Ich höre nur noch "Jammern und meckern" - Becherwürfel 26. September 2016 at 11:33 am

    […] denke diese ganzen Jammerartikel über die Jammerblogger sollen wahrscheinlich einfach nur zum umdenken anregen. Bloggen ist eben nicht nur die eigene […]

    Reply
  • Blogger Wahnsinn 4.0 15. Oktober 2016 at 9:07 am

    […] die gleiche Frage: warum ist das so? Es ist noch gar nicht lange her, als ich darum bat, dass die Blogger doch bitte aufhören sollen zu jammern. Da wurde gegen die bösen Agenturen geschimpft, gegen den Druck und den Hype. Manchmal muss man […]

    Reply
  • Spezies Blogger? (K)ein Buch mit 7 Siegeln! 26. Dezember 2016 at 11:09 am

    […] Wusstest du, dass es 3 Arten der Spezies Blogger gibt? 3 Arten, die an der Startlinie noch gleich sind. Beim Zieleinlauf werden jedoch Ellbogen eingesetzt und und Krallen ausgefahren. Diese 3 Arten stelle ich dir hier vor! […]

    Reply

Leave a Comment