Als Blogger die Weihnachtszeit nutzen: Anleitung für mehr Fame!

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Als Blogger gibt es nur Schwarz oder Weiß!

Als Blogger die Weihnachtszeit überleben zu müssen ist gar nicht so einfach. Schließlich hat der Blogger von Welt ja nur zwei Optionen: Entweder entscheidet man sich für das Strahlemädchen im roten Mantel mit einem dampfenden Punsch in der Hand (Hallo! Fürs Foto muss der dampfen!) oder man weigert sich strikt, dem alljährlichen Konsum zu erliegen und setzt eine Anti-Weihnachts-Rede auf, die in jedem Beitrag und in mindestens jedem dritten Hashtag zu finden ist. Ein Mittelding? Etwas normales wie eine leichte Vorfreude ohne dabei jedes Mal in Begeisterung auszubrechen, nur weil man wieder „Last Christmas“ aus den Lautsprechern des Kaufhauses dröhnt? Als Blogger ein No Go!

Daher merke: Wenn du als Blogger die Weihnachtszeit überleben willst – stilecht überleben, mit Authentizität und so! – dann musst du dich für eine Seite entscheiden. Schwarz oder Weiß. Was anderes lässt das Fame-Bloggerlife nicht zu!


Als Blogger musst du frieren

Als echter Blogger, der viel Wert auf Fame, viele Follower und Klicks legt, entscheidest du dich (natürlich!) FÜR die besinnliche Weihnachtszeit. Du hüllst dich in den schicken roten Mantel, den du dir vom Versandhaus XY nur für diese Fotos auf dem Weihnachtsmarkt bestellt hast und schlüpfst in die dünne Strumpfhose, weil nur in ihr deine Beine mit den Overkness so richtig zur Geltung kommen. Dass du in der Strumpfhose ein wenig frösteln könntest, sieht auf den Bildern später keiner. Mach dir keine Gedanken! Und als Blogger von Welt mit Erfahrung bleibst du eh nur für die Fotos auf dem Weihnachtsmarkt. Ganz darüber schlendern? Eine Stunde in der Kälte frieren? Beim Essen von kalorienhaltigen Leckereien gar von einem treuen Follower erkannt und erwischt zu werden? Nein, das passiert dir auf keinen Fall! Dafür sorgst du natürlich!


Als stilechter Blogger besuchst du den Weihnachtsmarkt außerdem nur im Hellen

Ich meine, ist doch auch logisch, oder? Schließlich brauchst du für deinen Instagram-Feed Bildmaterial. Und für deine Blogpost´s auch! Da ist eine besinnliche Runde über den romantisch von tausend Lichtern erstrahlten Weihnachtsmarkt (und dazu in warmer Kleidung) logischerweise nichts für dich!

Bilder im Schnee machst du natürlich auch nur tagsüber und wenn du in einer Region wohnst, in der sich der Schnee nicht einmal zu Weihnachten zeigt, dann weißt du ja wohl was du zu tun hast? Richtig! Du verreist! Lass dich auf eine Kooperation mit einem schicken Hotel oder einer süßen Pension ein. Erhalte das Zimmer günstiger und poste dafür entsprechend oft genug den Namen der Pension bzw. des Hotels – so habt ihr beide was davon – du mehr als das Hotel – und hey, günstig Urlaub machen und noch die perfekte Winter-Wonderland-Kulisse im Schnee! Geht´s noch besser?


Der DIY-Deko-Beitrag

Wenn du die Weihnachtszeit stilecht gestalten magst, dann musst du mindestens einen DIY-Beitrag auf deinem Blog posten. Keine Sorge! Es gibt auf Pinterest gefühlt tausend Anleitungen die echt einfach sind und wenn du die einfach nachbastelst und dich dabei fotografierst, dann passt das schon!

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Die Arbeit lohnt sich aber, denn mit einem DIY-Beitrag sprichst du nochmals eine ganz andere Zielgruppe an und du bist ja clever genug, auch diese um den Finger zu wickeln und mit mindestens 2 aufploppenden Newsletter-Buttons dezent darauf aufmerksam zu machen, dass ein Eintrag in deine Newsletter-Liste ja wohl das Mindeste ist, was man dir als Dank für deine tolle Bastelanleitung entgegen bringen kann!


Zeige allen, wie toll dekoriert deine Wohnung ist

Keine Panik! Niemand erwartet von dir, dass du wirklich deine ganze Wohnung in eine kitschige Oase verwandelst, die jedem amerikanischen Weihnachtsfilm Konkurrenz machen würde! Du bist clever. Du bist eine Bloggerin. Also wirst du dich (zumindest für die Fotos) mit einem süßen, winterlichen Arrangement auf deinem Küchentisch auseinander setzen. Kaufe dir einen Adventskranz (mit roten Kerzen, das hat mehr Wirkung!), suche dir stimmungsvolle Inspirationen auf (na, kommst du drauf?) Pinterest und wenn du es geschafft hast, wenigstens deinen Tisch in eine weihnachtliche Stimmung zu tauchen, die Bilder anschließend nicht erkennen lassen, dass es sich wirklich nur um einen halbe Quadratmeter Weihnachten in deiner Wohnung handelt und du nicht anschließend drei Stunden unter der Dusche stehen musst, weil du vor lauter Glitter selbst glitzerst wie eine bunte Weihnachtskugel, dann hast du alles richtig gemacht!

Ach so: Und wenn du nicht backen kannst, dann kaufe dir einfach eine Tüte mit Plätzchen und verteile diese auf dem Tisch! Auf den Bildern sieht das keiner, dass die nicht selbst gemacht sind! Und du weißt ja: Mit dem richtigen Setting machst du aus allem ein tolles Bild!


Schreibe um dein Leben und mache dabei so viele Gewinnspiele wie nur möglich

Wenn du die Weihnachtszeit nochmals als extra Blog-Booster nutzen möchtest, dann veranstaltest du als rechtschaffende Bloggerin Gewinnspiele. Viele Gewinnspiele, das muss dir ja wohl einleuchten, oder? In den Bedingungen hast du dann das Privileg, nur die Personen am Gewinnspiel teilnehmen zu lassen, die dir per Newsletter, Facebook, Instagram und Twitter folgen. Ja! Und! Nicht oder! Wer sich nicht würdig genug erweist, dir auf allen Kanälen zu folgen, hat den Fön und den Gutschein auch nicht verdient!

weihnachtszeit geschenke


Schmeiße mit #cosycomfort und #hygge Hashtags um dich

So, den anstrengendsten Teil haben wir hinter uns. Nun darfst du dich in bequeme Kleidung schmeißen. Denke unbedingt an die Kuschelsocken mit dem Norweger-Muster und lichte deine Beine auf dem Bett umgeben von einer heißen Schokolade mit Marshmallows ab. Klar darfst du das nach den Fotos vernaschen (wenn du es nicht vorher bei dem Versuch für die perfekte Pose auf der weißen Decke verschüttet hast). Dass es bis dahin kalt ist, bist du als Blogger ja schon gewohnt. Versehe alle Beiträge mit #hygge #cosycomfort #weihnachtszeit #gemütlich oder was auch immer dir gerade einfällt. Weißt ja: Je mehr Hashtags, desto besser!

Und wenn du mit allem durch bist, dich an alle Regeln gehalten hast, wirst du nach der Weihnachtszeit viele, viele E-Mails erhalten. Vom Nachrichtendienst, der dich darüber informiert, wie viele von den neuen Newsletter-Abonnenten sich nach dem Ende der Weihnachts-Gewinnspielzeit wieder von deinem Blog verabschieden. Aber hey, die Klickrate war hoch. Ein paar vergessen bestimmt sich auszutragen und für das nächste Jahr kannst du neue Kooperationspartner darüber in Kenntnis setzen, was für ein Gewinn eine Kooperation mit deinem Blog ist. Dass du als Klickzahlen den stärksten Monat angibst – hey, wen interessiert das schon? Ich sage nur: Fame! Klicks! Likes! Mehr interessiert den Blogger von Welt nicht…


Ironie hat ihr Ziel erreicht. Bereit zum Abschalten…


Dieser Beitrag ist im Rahmen des Blogventskalenders entstanden. Jeden Tag im Dezember öffnet sich das Türchen vom Adventskalender bei einem anderen Blogger. Euch erwarten spannende Beiträge, nützliche Tipps für die Weihnachtszeit, leckere Rezepte und tolle Geschichten. Hier geht´s zum Adventskalender, in dem ihr euch alle Beiträge anschauen könnt!

26 Comments

  • Haha! 😉 Also ich wäre die strahlende Lady in Red, die ihre Geschenke ausschließlich selber macht. Auf meinem Blog würde es zahlreiche Fotos darüber geben, auf denen ebenso meine lächelnde und entspannte Familie zu sehen ist, Tipps wie ein dreigängiges Weihnachtsmenü mit links gelingt inklusive und selbstverständlich ein Foto vom Weihnachtsbaum aus dem Wald, den mein Mann selbstgeschlagen hat. Natürlich dürfen auch Fotos von unserem perfekt geschmückten Haus nicht fehlen und auch von der Küche, die trotz des vielen Plätzchenbackens nur so vor Sauberkeit glänzt… Die Wahrheit? Ich bin viel zu faul, um groß über die Weihnachtszeit bei uns zu schreiben und Fotos zu machen. Ich hab kein einzig rotes oder weihnachtliches Teil zum Anziehen. Unser Weihnachtsbaum ist konventionell (half einfach alles nix), die Deko minimalistisch, ich hasse Plätzchenbacken und Weihnachten gibt´s was ganz einfaches zu futtern. Achja, meine Nähmaschine kann ich nimmer seh´n. So stressfrei waren meine DYS Projekte dann doch nicht. 🙂 Liebe Grüße und danke dir für diesen amüsanten Artikel.

    • Lady in Red – herrlich 😀

      Oh ja, das mit dem Plätzchen backen und die nette Sauerei danach in der Küche…, aber das sieht man ja auf den Bildern nicht^^ Weihnachten machen wir uns auch keinen Stress mit dem Essen. Wenn die Familie kommt gibt es einfaches Raclette (ich mag an Weihnachten nicht stundenlang mit meinem Partner in der Küche stehen und kochen – ne, ne, ne) und an Heiligabend? Mal schauen.. Letztes Jahr haben wir Pizza selbst gemacht, also alles andere als klassisch 😀

      Aber weißt du was? Ich glaube, dieses stressfreie, ohne Druck und Perfektionismus ist doch irgendwie auch viel schöner als wenn man sich krampfhaft ins kleine Schwarze zwängt, beim Essen ständig aufpassen muss nicht zu kleckern^^ oder vor lauter Förmlichkeit nicht weiß, worüber man reden soll. Ich liebe dieses „einfache“ bei uns in der Familie – ohne Schnickschnack und dafür grundauf ehrlich 🙂

  • Ein göttlicher Beitrag! Ich mache wohl alles falsch: Hasse Schnee, will auf dem Weihnachtsmarkt nicht frieren und veranstalte auch keine Gewinnspiele, nicht mal eins. Ich kämpfe eben um den Titel „schlechtester Blogger des Jahres“ 😉

    Liebe Grüße

    • Da stehst Du aber in Konkurrenz zu mir! 😛
      Ich finde Schnee absolut furchtbar und diese Gewinnspiele gehen mir auch auf den Zeiger – nur um Likes und Besucherzahlen hochzutreiben Gibt’s deshalb bei mir auch nicht. Oder Weihnachtsbeiträge 😀

  • ;P das hast du toll geschrieben. Wie gut das ich nicht ganz so durchgeknallt bin, vielleicht auch schon zu alt für den all den Quatsch.
    Mit „hygge“ hab ich mich z.B. beschäftigt, da ich DK Fan bin und die Lebensweise einfach super finde und den Einrichtungsstil sowieso. Als ich recherchierte habe ich ganz schnell bemerkt, dass wir Deutschen dieses Hygge wohl nie so leben werden- wir sind einfach zu schnelllebig.
    Liebe Grüße!

    • Lieben Dank dir! Deinen Einwand bezüglich Hygge finde ich interessant und du hast vermutlich absolut Recht damit. Ich finde es auch immer schwer, wenn man versucht etwas nachzumachen, was eigentlich so kulturell schon gar nicht dem eigentlichen Verhalten entspricht. Inspirieren lassen hingegen ist immer toll – aber nicht eins zu eins kopieren :/

      P.S. Blödsinn, man ist nie zu alt für irgendwas :-p

  • *gg…..
    ok ich bin dann durchgefallen für dieses Weihnachten 😀
    oder ach ne doch nicht, ich hatte DIY Weihnachtsgeschenke machen
    in einen Blogpost verpackt (hoffentlich hat keiner gemerkt das die
    aus dem Archiv waren 😉 )
    Herrlich geschrieben \o/
    Liebe Grüße
    Aurelia

    • Aus dem Archiv? Wie genial 😀 Du bist damit gerade absolut mein Vorbild: Noch stressfreier kann man das mit dem Bloggen gar nicht machen! Merk ich mir für die Zukunft, wenn ich mal so eine ganz arge Blockade habe 😀

  • Mal wieder ein sehr unterhaltsamer Beitrag deiner Kolumne. Ich liebe sie einfach und auch wenn ich bei vielem schmunzeln muss, steckt halt viel Wahrheit in dem Text. Denn die von dir beschriebenne Bildern begegnet mir derzeit jeden Tag in Instagram. Ich finde das nicht schlimm und sie auch schön, aber ich habe halt auch im Hinterkopf das die nicht echt, sondern gestellt sind und weiß wie viel Zeit dahintersteckt. Mit der Realität hat das nicht zu tun. Besorgniserregend ist dabei nur weiterhin: Dass viele Follower das nicht wissen und denken das sei in der Tat die Realität und dem nacheifern.

    Von den ganzen Gewinnspielen bin ich auch etwas genervt. Ich finde es okay, wenn man mal eines veranstaltet um den treuen Lesern zu danken, aber doch nicht fast täglich.

    • Lieben Dank Dir! Natürlich darf man tatsächlich nicht vergessen, wie viel Arbeit und Mühe hinter den inszenierten Bildern steckt. Das stimmt. Alles schon irgendwie eine komische Welt :/

  • Gott, was bin ich froh, dass ich nicht unter dem Zwang stehe, ein „erfolgreicher, richtiger“ Blogger zu sein und einfach durchs Land der Blogger trample, wie ich grade lustig bin! Und dass ich ausserdem nicht am Gängelband irgendwelcher Kooperationspartner hänge….. Hab mich grad wirklich gut amüsiert und gleichzeitig auch einen ganz leichten Anflug von Mitleid für alle verspürt, die sich tatsächlich von solchen (selbstauferlegten) Ansprüchen malträtieren lassen! ;oD
    Fröhliche Apfenztage noch!

    • Ahhh… Danke für deine Aussage „durchs Land der Blogger trample…“ 😀 Naja, Mitleid ist eigentlich doch auch verkehrt, oder? Im Prinzip ist es eine freie Entscheidung, sich für oder gegen den Job als Blogger zu entscheiden. Und auch wenn man sich dafür entscheidet, so muss einem doch bewusst sein, dass man sich nicht zum Blogger-Äffchen machen darf, das brav alles annimmt und sich von den Firmen zurecht biegen lässt. Aber das ist ja dann zum Glück doch nicht unser Problem 😀 Schöne Weihnachten dir!

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