Projekt Selbstständigkeit und die Sache mit dem Lebensgefühl

Lebensgefühl

„Hast du keine Angst dass es schief geht?“
„Doch, aber wenn ich es jetzt nicht versuche, werde ich es wahrscheinlich irgendwann bereuen, es nicht probiert zu haben!“

Solche Gespräche häufen sich in letzter Zeit. Jeder fragt mich, ob ich keine Angst vor dem Scheitern hätte, vor dem Moment, an dem ich möglicherweise feststelle, dass ich nicht genug verdiene um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten…
..und jedem gebe ich die gleiche Antwort.

Aber irgendwie zeigt es auch dieses typische Weltbild, das so jedem einfällt, wenn man das Wort „Selbstständigkeit“ hört.

Andere denken:
Selbstständigkeit = Zweifel, Ängste, Geldsorgen…

Ich denke:
Ein besseres Lebensgefühl, die Erfüllung eines Traumes, das Leben nach den eigenen Wünschen gestalten, die Welt entdecken…


Risiko Selbstständigkeit?

Natürlich ist Selbstständigkeit ein Risiko. Aber irgendwo angestellt zu sein und dadurch seelisch kaputt zu gehen, ist das besser? Ist das Geld in der heutigen Zeit wirklich wichtiger als das eigene Lebensgefühl, das in manchen Situationen nur noch schreiend davon rennen mag?
Natürlich gibt Geld Sicherheit, darüber müssen wir gar nicht streiten. Natürlich vereinfacht eine Festanstellung vieles. Man kann pünktlich mit seinem Geld rechnen, weiß, wie viel man jeden Monat zur Verfügung hat und ob  Urlaub oder größere Anschaffungen drin ist.
Aber Geld ist nicht alles im Leben – und mir ist das bessere Lebensgefühl wichtiger. Punkt!

Mit meinem Fulltime-Job habe ich gutes Geld verdient. Ich konnte mir so einigen Schnickschnack leisten, hatte nie Probleme und der Urlaub war auch immer drin.
Aber das reicht mir nicht. Ich habe keine Lust mehr, mir 40-50 Stunden die Woche mein Leben vorschreiben zu lassen. Stunden, die einfach nicht mir gehören.


Was für mich ein besseres Lebensgefühl ausmacht…

Ich mag bei schönem Wetter die Sonne vom Balkon aus genießen – und nicht vom Schreibtisch aus mit Ventilator.
Mag bei 30°C Grad an den See fahren und mit dem Hund im Wasser toben, anstatt mit einem Kunden zu telefonieren.
Will im Winter, wenn die Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brechen, einen Spaziergang durch den Schnee machen.
Außerdem mag ich den Tag genießen, im Hellen – und das auch mehr als eine Stunde am Tag.
Möchte mich ins Bett legen wollen, wenn ich Kopfschmerzen habe oder mich nicht gut fühle, anstatt mich ins Büro zu quälen und mit Tabletten den Tag überstehen.
Ich mag mich abends an den Schreibtisch setzen und meine kreative Phase ausnutzen.
Mag spontan in den Urlaub fahren können und nicht warten, bis ich fahren darf, weil gerade andere Urlaub haben.


Mein Leben gehört mir…niemandem sonst

Ich mag mein Leben nach meinen Wünschen und meinen Regeln gestalten, weil ich das, was ich tue, liebe. Die Arbeit liebe ich genauso, wie ich das Schreiben liebe. Ich liebe es, mit dem was ich mag, mein Geld zu verdienen.
Ich liebe die Freiheit im Leben – das sind die Gründe, warum ich meinen „sicheren“ Job gekündigt habe und mich selbstständig mache.

14 Comments

  • atroksia 15. Juni 2016 at 6:53 pm

    Ich freue mich dass du diesen Weg gehst. Auch ich denke, das Arbeit kaputt machen kann, vorallem wenn man sich tot arbeitet und kaum Freizeit hat. Wenn man nicht mehr leben kann, weil man sich selbst versklavt. Ich denke jeder sollte mal darüber nachdenken, ob er wirklich so leben will und dann am Ende zurück schaut und merkt, dass er nichts vom Leben hatte. Das man sich nur für Unternehmen abknechtet, die Profit aus einem Menschen schlagen. In den 60ern hieß es noch, dass ein Mensch nur 10 Stunden arbeiten müsste pro Woche und trotzdem wäre alles vorhanden. Aber niemand wusste was er mit seiner Freizeit anfangen sollte und die Eliten, machen mit 40 Stunden Knechtschaft natürlich mehr Profit. Und so kam es das Menschen bewusst manipuliert wurden, damit Arbeit die Essenz des Lebens wurde. Gut dass es Menschen wie dich gibt, die sich daraus befreien.

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    • Sonja 15. Juni 2016 at 8:41 pm

      10 Stunden? Echt? Wahnsinn….da fragt man sich doch echt, wie es in 20 oder 30 Jahren aussieht, wenn in der heutigen Zeit 40-60 Stunden Wochen normal sind…
      Ja, ich bin auch froh mich getraut zu haben. Hoffen wir das es klappt 😉 Ich sehe es einfach so: ich lebe um zu leben – und nicht um zu arbeiten… Natürlich geht das eine ohne das andere nicht, aber mein Leben überwiegend aus Arbeit bestehen zu lassen, nein, das ist nicht das, was ich mir vorstelle 🙂

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      • atroksia 15. Juni 2016 at 8:47 pm

        Na wenn die Renten wirklich auf 73 angehoben werden, dann hat man wirklich genug arbeiterbienchen. Den Menschen psychisch und physisch zugrunde zu richten, das können die da oben besonders gut. Und jeder der sich das gefallen lässt, ist selbst schuld. Leider bleibt es vielen nicht erspart, weil sie sonst verhungern würden. aber wenn sich alle dagegen auflehnen mit einmal, dann könnte man viel erreichen. gut ist aber auch wie du es machst. einfach aussteigen 🙂 jetzt fehlt nur noch, dass du keine steuern mehr bezahlst 😉 denn die sind gesetzeswidrig.

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        • Sonja 15. Juni 2016 at 8:56 pm

          Ja, das mit den Steuern habe ich auch schon mal gehört… Aber mal ehrlich: zahlt man keine, gibt es mächtig Ärger und ich glaube kaum, dass man als kleine Privatperson gegen den Staat eine Möglichkeit hat.
          Generell ist es doch aber immer so: wenn viele etwas erreichen könnten, dann gibt es immer wieder genug, die sich im letzten Moment doch nicht trauen und abspringen. Leider schon zu oft erlebt und ich glaube, wenn man beim Thema Steuern zum Beispiel wirklich große Chancen hätte, hätten das schon viele andere (erfolgreich) umgesetzt…
          Ob ich mich DAS traue, weiß ich nicht 😀

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  • Chillkröte 15. Juni 2016 at 6:55 pm

    Heiii wie sprichst du mir aus der Seele… „Was machst du so?“ „Ich schreibe.“ „Ähm ja, schön, ich meine, was arbeitest du?“ „Das sagte ich bereits. Ich schreibe.“ „Höööö? Davon kann man doch nicht leben!!“ Oder: „Wie wollt ihr das denn finanziell schaffen?“ „Warum, ich verdiene doch Geld.“ „Aber du bist zu Hause!“ „Und das schließt Geldverdienen aus?“ „Joa, aber du sitzt da doch nur vor dem Computer… Davon kann man doch nicht leben….“ Damit enden so ziemlich alle Gespräche, wenn man als Texterin sagt, womit man seine Brötchen verdient. Kreativität = brotlos = landet unter der Brücke als Sozialfall. IT SUCKS!! Genauso sehr, wie die neugierig herausgestellten Augen bei der Frage „und wie viel verdienst du da?“ Damn, das hat doch vorher auch kein Schwein interessiert! So lange offenbar kein Spendenaufruf für mich eingelangt ist, kanns noch nicht so dramatisch sein… Und gemessen an der großen, mit nichts zu vergleichenden Freiheit, die das selbständige Leben mit sich bringt, verzichte ich gern auf eine Handvoll Euros, wenn es sein muss. Bleib stark, Sister, es wird noch viele unnötige Diskussionen geben. Hoffentlich hast du Rückhalt in der Familie, das ist viel wert. Für meinen Vater zählt immer nur die körperliche Arbeit, und nicht die geistige, deswegen musste ich auch hier überzeugen. Übrigens, ich hab versucht wie bekloppt auf einen Kommentar zu antworten, doch dieses doofe WordPress tat dies als Fehlermeldung ab. Ich schrieb, dass ich mich sowas von freuen würde, wenn du eine Minute für ein Mail übrig hast wegen Jobaquise etc. (gappdm@gmail.com). Alles Liebe derweil

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    • Sonja 15. Juni 2016 at 8:39 pm

      Ja, wahnsinn oder? Jeder interessiert sich plötzlich dafür was man verdient und vorher war das jedem egal…. Man muss die Leute nicht verstehen^^ Ja, Rückhalt habe ich in der Familie und das tut gut zu wissen 🙂
      Mail folgt 😉

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  • sandravahle 15. Juni 2016 at 11:23 pm

    Maximal viel Geld zu verdienen kann nicht Ziel des Lebens zu sein, mir geht es vielmehr darum, maximal viel Qualitiy time zu erleben. Wenn man dann damit maximal viel Geld verdient, umso besser;)
    Du hast in deinem Beitrag sehr schön beschrieben, was Quality time für dich bedeutet! Daumen hoch, viel Erfolg und liebe Grüße Sandra

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  • Tani 16. Juni 2016 at 1:21 pm

    Ich kann dich voll und ganz verstehen. Und auch all deine Gründe erkenne ich bei mir wieder. 🙂 Ganz ehrlich? Hut ab! Hut ab für diese Entscheidung!!! Hut ab dafür, dass du es eisern durchziehst!!! Und ich wünsche dir nur das Beste… dass deine Selbstständigkeit ein Erfolg wird und du auch in 10 Jahren zurückblickst und sagst: „Ja, es war die richtige Entscheidung!“ 🙂
    Und was die Fragen angehen… lass die Leute reden! Sicherheitliebende Menschen werden so eine Entscheidung nie vollkommen verstehen können. Ich spreche aus Erfahrung. ^^ Meine Eltern gehören nämlich zu den sicherheitliebenden und konnten so viele Entscheidungen von mir in meiner Vergangenheit nicht verstehen. ^^ Aber that’s life! 😉

    LG,
    Tani

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    • Sonja 16. Juni 2016 at 10:38 pm

      Danke dir! Das Kuriose ist ja, dass ich selbst so ein „Sicherheitsmensch“ bin und in der Regel jeden Schritt zehnmal durchdenke. Hier war es dieses „einfach springen und hoffen, dass ich auf den Füßen lande“. 🙂

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  • Schönheitsgeflüster 17. Juni 2016 at 4:52 pm

    Ein toller Artikel, du schreibst wunderschön und triffst bei mir voll ins Herz. Auch ich wage den Schritt in die Selbständigkeit und habe es satt mein Leben fremd bestimmen zu lassen. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg, Durchhaltevermögen und Spaß. Lass dich von den anderen nicht ablenken ;-). LG Cindia

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    • Sonja 18. Juni 2016 at 11:38 am

      Das freut mich total, Dankeschön <3
      Ich gebe alles 🙂

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  • inesmeyrose 2. Juli 2016 at 11:13 pm

    „Du bist nur selbstständig, sonst arbeitest du nicht, oder?“ Frage einer Mutter ohne Lust auf Arbeiten … Kotz …

    Ich bin seit 2005 erfolgreich selbstständig und habe einen gut bezahlten Job als Abteilungsleiterin dafür gekündigt. Ich bin jeden Tag seit dem froh darüber und gedenke, dass auch weiterhin zu sein..

    Dir wünsche ich ebenso viel Freude und Erfolg dabei!

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    • Sonja 3. Juli 2016 at 8:15 am

      Die Frage ist echt…ohne Worte. Aber selbst ich habe das in diesen paar Tagen schon festgestellt. Klar ist es super angenehm sich seine Zeit einteilen zu können, aber für viele macht es den Anschein, als wenn man gar nichts mehr arbeitet..

      Sollen die bei ihrer Meinung bleiben, dafür geht es MIR verdammt gut und ich muss nicht bis 18 Uhr im Büro sitzen, wenn ich nicht will 🙂

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